Der Moment der Wahrheit: Dr. Hans Piepenbrock impft Edeltraud Trumpakals (94) als erste. © Jörg Heckenkamp
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94-Jährige zum Impfstart in Werne: „Jemand muss ja den Anfang machen.“

In Werne sind die Impfungen in den Senioreneinrichtungen gestartet. Samstagmorgen ging‘s in St. Katharina los. Eine 94-Jährige war die erste Geimpfte. Sie nahm es mit stoischer Ruhe.

Lange mussten die Bewohner und Mitarbeiter von Senioren-Einrichtungen in Werne auf den Start der Covid-19-Impfungen warten. Während es in anderen Kommunen des Kreises Unna schon vor Tagen losging, war es in Werne erst am Samstag, 9. Januar 2021, soweit. Die erste geimpfte Seniorin der Stadt ist eine 94-Jährige aus dem Seniorenheim St. Katharina. Sie nahm es mit stoischer Ruhe und meinte gelassen: „Jemand muss ja den Anfang machen.“

94-Jährige hat keine Angst vor dem Piks

Edeltraud Trumpakals lebt seit 2008 in St. Katharina. Vor Spritzen hat sie keine Angst. „Ich habe mich vor einigen Monaten gegen Grippe impfen lassen.“ Für sie war klar, dass sie sich auch die beiden Impfungen gegen das gefährliche Corona-Virus geben lässt. Angst habe sie keine, „warum auch?“. Den Piks durch Dr. Hans Piepenbrock ließ sie in stoischer Ruhe über sich ergehen, als spüre sie überhaupt nichts. „Das war‘s schon?“, fragte sie danach: „Allerhand, ich hab‘ gar nichts gespürt.“

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Impfstart Samstag in Werne

Während Dr. Piepenbrock in einem eigens zum kleinen Impfzentrum umgebauten Raum im Erdgeschoss nach und nach die Patienten impfte, ging sein Kollege Dr. Christian Ruhnau in die einzelnen Wohnbereiche, um dort den Impfstoff zu spritzen. „Es ist alles in allem schon ein erheblicher organisatorischer Aufwand“, sagt Einrichtungsleiter Rudolf Voss.

Um alle Listen, alle Dokumente sauber vorliegen zu haben, dauerte es auch am Samstagmorgen länger als geplant. Ursprünglich sollten die Impfungen um 9 Uhr starten. Schließlich ging es dann eine dreiviertel Stunde später los. Um 9.44 Uhr war mit Edeltraud Trumpakals die erste Werner Seniorin gegen Covid-19 geimpft.

Vorbereitungen starteten am 28. Dezember

Die Vorbereitungen auf diesen Termin datieren vom 28. Dezember. „Ab da begannen wir mit der Befragung, wer sich impfen lassen möchte“, sagt Rudolf Voß. Von den 92 Bewohnern waren das fast alle (99 Prozent), von den 112 Mitarbeitern rund 80 Prozent dafür. „Im Vergleich zu anderen Einrichtungen, ist das, wie ich höre, eine sehr gute Quote“, sagt der Leiter. 161 Impfdosen bestellte das Haus.

Mitte der Woche stand dann fest: Der Impfstoff wird am Samstag, 9. Januar, geliefert. Irgendwann vormittags. „Am Freitag bekam ich dann den Anruf, der Impfstoff würde Samstag zwischen 6.30 und 7.30 Uhr per Spedition geliefert.“ Als Voß am frühen Samstagmorgen auf den Parkplatz von St. Katharina fuhr, stand dort schon ein Streifenwagen.

Polizei war bei der Anlieferung vor Ort

Grund: Die Behörden wollen Diebstahl oder wie auch immer geartete Menschenmengen rund um die Anlieferung vermeiden. Doch alles lief reibungslos bei der Übergabe. Vor 9 Uhr trafen die beiden Ärzte Hans Piepenbrock und Christian Ruhnau ein. In dem Raum im Erdgeschoss bereiteten sie die Impfdosen vor und kümmerten sich gemeinsam mit dem Katharina-Personal um den Papierkram.

Rudolf Voss rechnete damit, dass die Impfung in seiner Einrichtung bis in den späten Nachmittag dauert. „Erst sind die Bewohner an der Reihe, ab mittags dann die Mitarbeiter, die extra kommen.“ Die, die sowieso Dienst hätten, würde man schon vormittags dazwischenschieben.

In drei bis vier Wochen noch einmal impfen

In drei bis vier Wochen dann das ganze Prozedere noch einmal, denn es ist bei dem Impfstoff von Pfizer-Biontec eine zweite Runde nötig. Voß: „Nach aktuellem Stand soll die in einem Zeitraum von 21 bis 28 Tage nach der ersten Impfung erfolgen.“ Allerdings sei dann der Verwaltungs-Aufwand geringer. „Einwilligungen und Vorabgespräche hat es dann ja schon gegeben. Dann geht‘s nur noch ums reine Impfen.“

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Jörg Heckenkamp

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