Mitarbeiter des Betriebes Sanitär Manecke, heute Schwede, im Jahre 1953 vor dem Firmen-Transporter, einem Dreirad Marke Goliath. © Archiv Klaus Hellinger
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70 Jahre Sanitär Schwede: Vom Goliath-Dreirad bis zur Namensänderung

Die Firma Sanitär Schwede begeht am Samstag, 6. Februar, ihr 70-jähriges Firmenjubiläum. Die Anfänge waren klein und in der Nähe des Klosters. Und unter einem ganz anderen Namen.

Eine Feier gibt es nicht. Corona-Ausnahmezustand. Und so geht das Firmenjubiläum „70 Jahre Sanitär Schwede“ am Samstag, 6. Februar, eher still über die Bühne. „Vielleicht holen wir eine Feier nach, wenn das wieder möglich ist“, sagt Firmenchef Joachim „Jockel“ Schwede (50) auf Nachfrage der Redaktion. „Aber im Moment kann man ja nichts planen.“

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Jubiläum Sanitär Schwede

Geplant war es sicherlich auch nicht, dass der Betrieb einmal 70 Jahre alt werden wird, als Klempner- und Installateurmeister Konrad Manecke 1951 seinen Fachbetrieb an der Südmauer in Werne gründete, schräg gegenüber vom Kapuziner-Kloster.

Betrieb zog von der Südmauer an die Stockumer Straße

Der Betrieb entwickelte sich gut. 24 Jahre später war ein wichtiges Datum in der Firmenhistorie. Der spätere Inhaber Bernd Schwede, Neffe des Gründers Manecke, trat in die Firma ein, die im selben Jahr im Zuge der Stadtkernsanierung von der Südmauer an den heutigen Standort Stockumer Straße zog.

Neffe Bernd Schwede übernahm den Betrieb 1989 und änderte den Namen in „Sanitär Bernd Schwede, vormals Manecke“, um. „Seit 1992 habe ich als Sohn von Bernd Schwede dann meinen Vater im Betrieb unterstützt“, sagt der heutige Inhaber Joachim Schwede. Er steht seit 2005 an der Spitze des traditionsreichen Handwerksbetriebes. Und mit Sohn Dominik steht die 4. Generation in den Startlöchern.

Klaus Hellinger (73), der Onkel des heutigen Inhabers, hat als Kind viel Zeit in der Manecke-Werkstatt und bei der Familie verbracht. Er hat seine Erinnerungen in einer Chronologie zusammengefasst:

„Der Betrieb wurde wurde am 6. 2.1951 von Konrad Manecke, ein Bruder meiner Mutter, (Klempner- und Installateurmeister) in der Südmauer Nummer 12 gegründet, den er bis zum 31.12.1989 leitete.

Der erste Auftrag, die Erneuerung von Dachrinnen an einem Gebäude in der Kleinen Burgstrasse, wurde durch meine Mutter Elisabeth (Lilli), die als Zeitungsbotin den Kundenkontakt herstellte, vermittelt. Danach ging es stetig mit dem Betrieb aufwärts wobei Aufträge der Zeche Werne sowie die Kontaktherstellung mit dem Bauverein Werne und viele persönliche Kontakte, insbesondere bei der Freiwilligen Feuerwehr Werne, dazu maßgeblich beitrugen.

Kindheit beim kinderlosen Paar verbracht

Da ich als Neffe den Großteil meiner Kindheit und Jugend bei meinen kinderlos gebliebenen Taufpaten Konrad und Irmgard Manecke verbrachte, habe ich die Entwicklung des Betriebes, dem ich in den 60er Jahren bis Anfang der 70er Jahre angehörte, hautnah miterlebt.

Die Räumlichkeiten der Werkstatt waren die ehemalige Kegelbahn der Gaststätte Angelkort und befanden sich unter dem Kino von Carl Brauckhoff. Der lange Zugang zur Werkstatt wurde als Fahrradwache bei Kino-und sonstigen Veranstaltungen genutzt, um das bescheidene Budget ein wenig aufzubessern.

In der damaligen Winterzeit wurden z. Bsp. für das kommende Frühjahr als Lagerbestand Dachrinnen mitsamt dem Zubehör noch von Hand angefertigt, um für Aufträge im vorliegenden Arbeitsjahr gerüstet zu sein. Das erste Lager für Sanitärartikel befand sich im Gebäude der Südmauer im Vorratskeller unter einer Bodenluke, wodurch sich die Materialeinlagerung abenteuerlich gestaltete.

Handkarre, Dreirad, Pritschenwagen

Als erstes „Fahrzeug“ diente eine große Handkarre zum Transport von Material und Werkzeug, welche dann von einem, zur damaligen Zeit beliebten Fahrzeug, einem Dreirad Goliath, ersetzt wurde, dem dann später ein VW-Pritschenwagen als Firmenfahrzeug folgte.

Für Büroarbeiten wurde eine mechanische „Rechenmaschine“ mit Handkurbel als technische Neuheit angeschafft, um Rechnungen, welche noch persönlich zugestellt wurden um Portokosten zu sparen, zu erstellen.

Tante starb unerwartet mit 42 Jahren

Als dann unerwartet plötzlich meine Tante mit 42 Jahren 1970 verstarb und ich zwischenzeitlich die Meisterprüfungen im Sanitär und Klempnerhandwerk absolviert hatte, nahm ich eine neue berufliche Herausforderung in einem Berufsbildungszentrum als Werkstattleiter in Niedersachsen wahr und kehrte nach beruflicher Weiterbildung als Dozent für Gebäude-und Energiemanagement im Jahre 2011 in meine Heimatstadt Werne zurück.

Nach der Hochzeit meines Onkels mit Anne Manecke Anfang der 70er Jahre und im Rahmen der Stadtkernsanierung 1975 wurde der Betrieb an seinem heutigen Standort Stockumer Straße verlegt. Aus dem Betrieb sind mittlerweile 6 Handwerksmeister hervorgegangen. Eine solide und umfangreiche Ausbildung war zu allen Zeiten garantiert.

Bernd Schwede übernahm Betrieb 1990

Zum 1. Januar 1975 trat dann mein Schwager Bernd Schwede (Gas-, und Wasser-Installateurmeister und Heizungs- und Lüftungsbaumeister) in den Betrieb ein. Zum 1.1.1990 übernahm Bernd Schwede den Betrieb und wurde seit 1992 von seinem Sohn Joachim Schwede (Meister im Installateur- und Heizungsbauhandwerk) unterstützt.

Der Betrieb wurde schließlich im Januar 2005 von Joachim Schwede (nunmehr meinem Neffen) und ab jetzt unter dem Namen „Sanitär Schwede“ in die dritte Generation übernommen wobei mittlerweile Sohn Dominik für die vierte Generationsübernahme in absehbarer Zeit bereitsteht.“

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Jörg Heckenkamp

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