Wo waren Sie, als die Mauer fiel? Werner Museum will die deutsche Geschichte aufarbeiten

30 Jahre Mauerfall

Das Stadtmuseum sucht für eine Ausstellung Schulbücher, Dokumente, Bilder – und die kleinen Geschichten und Erinnerungen drumherum. Wo waren Sie, liebe Werner, als die Mauer fiel?

Werne

, 27.08.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wo waren Sie, als die Mauer fiel? Werner Museum will die deutsche Geschichte aufarbeiten

Jubelnde Menschen auf der Berliner Mauer am Brandenburger Tor. Den 30. Jahrestag des Mauerfalls thematisiert das Werner Stadtmuseum in einer Ausstellung. © Trinkwald/dpa/Klose (Grafik)

Viele Menschen wissen Jahre, gar Jahrzehnte nach einem großen, geschichtsträchtigen Ereignis, wo sie zu diesem Zeitpunkt waren, was sie gemacht haben. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer am 9. November 1989 fragt das Stadtmuseum Werne: Wo waren wir, als die Mauer fiel? Oder – um sich direkt an die Werner Bürger zu wenden: Wo waren Sie, als die Mauer fiel?

Einer, der sich erinnert, ist Altbürgermeister Willi Lülf. „Ich saß im Auto“, erzählt er am Montag (26. August), habe die Nachricht gar nicht glauben können. Lülf erlebte den Mauerfall als Bürgermeister von Werne (1984-1997); Lülf war es, der die Beziehungen zu Ostdeutschland in der Zeit danach aufbaute.

Wer hat Schulbücher, Dokumente, Bilder?

Kontakt: Wer etwas zur Ausstellung beisteuern kann und möchte, meldet sich im Stadtmuseum, Kirchhof 13, Constanze Döhrer, Tel. (02389) 780773, E-Mail an c.doehrer@werne.de

„Willi Lülf hat die große Geschichte, er hat die Städtepartnerschaft zu Kyritz in Brandenburg ins Leben gerufen“, sagt Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer. „Wir suchen auch die kleinen Geschichten drumherum.“

Heißt: Das Stadtmuseum plant eine Ausstellung zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in Kyritz und Werne. Döhrer sucht Dokumente, Erinnerungen, Bilder, Schulbücher rund um dieses historische Ereignis.

Wo waren die Werner Bürger, als die Berliner Mauer in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 nach über 28 Jahren ihrer Existenz geöffnet wurde? „Wo waren Sie nicht nur geografisch, sondern auch gedanklich?“, fragt Döhrer.

Werne leistete Verwaltungshilfe

Die Ausstellung soll parallel in Werne und Kyritz laufen – seit 1990 besteht die Verbindung zwischen den beiden Städten. „Wir sind damals rübergefahren“, sagt Lülf rückblickend. „Die sind vom Hocker gefallen.“

Wo waren Sie, als die Mauer fiel? Werner Museum will die deutsche Geschichte aufarbeiten

Altbürgermeister Willi Lülf und Museumsleiterin Constanze Döhrer suchen für eine Ausstellung Schulbücher, Dokumente, Bilder und Geschichten zum Mauerfall 1989. © Vanessa Trinkwald

Die Idee einer Partnerschaft wäre damals – zu Anfang des neuen Jahres – durch Zufall entstanden, hätte einen ganz persönlichen Bezug gehabt. „Noch im ersten Halbjahr 1990 war die Partnerschaft perfekt“, sagt der Altbürgermeister. „Wir haben nicht lange gebraucht.“

Die Hauptaufgabe sei in dieser Zeit gewesen, die Selbstorganisation der Verwaltung voranzutreiben. „Wir haben Leute aus der Verwaltung nach Kyritz ausgeliehen“, erzählt Lülf. „Und andersherum haben wir Leute nach Werne geholt, damit sie hier ihre Ausbildung abschließen oder neu anfangen.“

„Jetzt kommen die Besserwisser“

Es sei nicht immer einfach gewesen: „Jetzt kommen die Besserwisser“, habe es in Kyritz oft geheißen. Trotzdem habe die Verwaltungshilfe funktioniert. 29 Jahre später besteht die Bande, die am 24. März 1990 in Werne und am 20. April 1990 in Kyritz begründet wurde, noch immer.

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Geplanter Ausstellungszeitraum ist bis zum 23. Februar 2020. Der Tag der Eröffnung ist noch nicht in Stein gemeißelt, es wird der 3. Oktober oder der 9. November sein. Stadt und Stadtmuseum hoffen, an diesem Tag Freunde aus Kyritz begrüßen zu können. Denn der gewaltige politische Umbruch, den die Ausstellung thematisiert, hat diese Freundschaft überhaupt erst möglich gemacht.

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