Kommt es zum Re-Start? Aktuell sprechen die Corona-Zahlen dagegen. © Jens Lukas
Fußball

Wiederaufnahme wäre eine „Unverschämtheit“: Heimische Fußballer zweifeln am Re-Start

Re-Start im Amateurfußball - ja oder nein? Während der FLVW schon plant, bewegen sich die Infektionszahlen in die falsche Richtung. Und auch die heimischen Fußballer sehen es kritisch.

Der FLVW plant trotz steigender Corona-Zahlen den Re-Start im Amateurfußball. Doch bei heimischen Fußballern scheinen die Planungen des Verbands nicht unbedingt auf Zustimmung zu treffen. Einer findet das ganze sogar eher unverschämt.

Auch die Hoffnung, dass überhaupt diese Saison nochmal gespielt wird, ist inzwischen fast verschwunden. Die ist erst vor Kurzem verloren gegangen, wie Dennis Närdemann vom SV Herbern zugibt: „Als ich die Zahlen im Februar gesehen habe, hatte ich schon die Hoffnung, dass wir nochmal starten können. Ein paar Wochen später sieht das anders aus. Ich glaube nicht mehr dran.“

Eintracht Wernes Torhüter Daniel Rafalski nennt es legitim, dass der Verband plant: „Es ist richtig, den Re-Start zu planen. Falls der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass die Zahlen konstant tief bleiben, dann ist man auf diesen Fall wenigstens vorbereitet. Absagen kann man zu jeder Zeit noch.“

Etwas anders sieht es Andreas Betke vom SV Stockum. Er geht sogar weiter und würde eine Wiederaufnahme als eine Unverschämtheit bezeichnen: „Zunächst soll erst einmal alles wieder öffnen, was für jeden den Weg zurück in das Arbeitsleben bedeutet. Dann kommt der Amateursport dran. In der freien Wirtschaft hängen Existenzen daran – und nicht im Amateurfußball. Von mir aus kann abgebrochen werden. Ich würde nicht dafür verantwortlich sein wollen, wenn die Spiele im Fußball dazu beitragen würden, dass Selbständige wieder schließen müssen.“

Jeder könne sich gerade individuell fit halten. „Ich fahre viel Fahrrad oder gehe wandern“, so Betke. Ähnlich sieht es bei Närdemann aus: „Unsere Mannschaft hat einen Laufplan erhalten. Und ich bin auch der Meinung, dass die Leute zuerst wieder arbeiten müssen und ihren Lebensunterhalt verdienen sollen, bevor wir die Chance haben, unserem Hobby nachzugehen.“

Rafalski mit pessimistischer Prognose

Und auch wenn es spontan zum Re-Start kommen würde, wäre zumindest der Werner SC bereit: „Unser großer Vorteil besteht darin, dass wir einen starken Teamgeist haben“, so Chris Thannheiser: „Viele sind abseits des Platzes miteinander befreundet und jeder kennt diesen Spruch: Man kann gute Freunde monatelang nicht sehen, nicht hören, nichts miteinander unternehmen. Wenn man sich wieder trifft, dann ist alles sofort beim Alten. Das macht uns aus. Wir werden da schnell wieder zusammenfinden.“

Rafalskis Prognose fällt da pessimistischer aus: „Ich denke, feinen Fußball kann man nicht erwarten, wenn es weitergehen sollte. Alle Mannschaften werden da ihre Probleme haben nach der monatelangen Pause.“

Lust hätten die Spieler aber trotzdem: „Ich bin ja auch schon ein bisschen älter und werde nicht mehr so viele Spielzeiten haben. Die Mannschaft ist jedenfalls heiß darauf, endlich wieder zu spielen“, sagt Stockums Keeper Betke. Dem stimmt Thannheiser zu: „Ich wünsche es mir, wieder zu spielen. Dafür bin ich Fußballer durch und durch. Außerdem haben wir vor dem Abbruch starke Leistungen gezeigt. Die wollen wir bestätigen.“

Für Närdemann würde schon ein gemeinsames Training genügen: „Einfach mal wieder gegen die Kugel treten und mit den Jungs zusammenspielen. Das würde vielen nach der langen Pause erst einmal reichen.“ Eine Wiederaufnahme würde auch einige Risiken mitbringen: „Das Risiko wäre, dass die Infektionen wieder steigen und man erneut abbrechen muss.“

Rafalski sieht eher ein geringes Risiko, wenn es um die Verbreitung des Virus beim Sport geht: „Solange sich jeder Spieler an das Hygienekonzept hält, denke ich, dass das Risiko recht gering sein wird, das Virus zu verbreiten.“

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