Triathlet Sebastian Nieberg kann im Moment nur Radfahren. Die anderen Disziplinen sind für ihn aktuell nicht möglich. © Sebastian Nieberg
Triathlon

Triathlet Sebastian Nieberg vom TV Werne über fehlende Motivation: „Als Sportler braucht man Ziele“

Wie in allen anderen Sportarten können auch im Triathlon keine Wettkämpfe stattfinden. Das macht den Sportlern der TV Werne Wasserfreunde zu schaffen. Bei Sebastian Nieberg kommt noch etwas dazu.

Wie motiviert man sich, wenn man kein Ziel vor Augen hat? Das fragen sich im Moment auch die Triathleten der TV Werne Wasserfreunde. Wie das gelinge, sei laut Teamkapitän Sebastian Nieberg unterschiedlich.

„Das ist total schwer. Die einen haben die Saison abgeschrieben. Die anderen trainieren wie normal. Ich will ihnen die Motivation nicht nehmen, aber ich gehe nicht von einer Saison aus“, sagt Nieberg.

Im Januar, Februar hätte die Hammer Serie angestanden, Anfang Mai die erste der über 30 Liga-Veranstaltungen. All das wurde oder werde laut dem Teamkapitän abgesagt. Eine offizielle Bestätigung für die neue Zweitliga-Saison gibt es noch nicht. „Mir fehlt jegliche Fantasie dafür, dass ein normaler Ligabetrieb stattfinden kann, auch wenn wir darauf hin fiebern.“

Er wolle auch nicht sagen, dass das alles keinen Sinn habe, aber: „Als Sportler braucht man Ziele. Wir machen das ja nicht nur für Wettkämpfe, aber im Moment ist alles ziemlich dumm. Worauf sollen wir planen?“ Kamil Jablonski plane zum Beispiel für den Hamburg Triathlon Anfang Juli. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass da 100.000 Leute sein können“, sagt Nieberg.

Schwimmen ist für viele Triathleten eine Angstdisziplin

Um die wettkampffreie Zeit zu überbrücken, finden Rennserien oder auch das Training virtuell statt – allerdings auch nur auf dem Rad. Seit November konnten die Athleten nicht mehr schwimmen. „Solange hatte ich noch keine Schwimmpause in meinem 15 Jahren.“ Er rechne damit, dass vielleicht im April wieder geschwommen werden könnte.

„Das ist für viele eine Angstdisziplin. Mit dem Schwimmen ist das so eine Hassliebe. Wenn man es nimmt, weiß man, was fehlt“, sagt Nieberg. Da der Triathlet seit einem Dreivierteljahr auch noch mit einer Fußverletzung zu kämpfen hat, bleibt ihm nur das Radfahren.

„Laufen geht nicht. Ich stütze mich auf das Radfahren. Ich trainiere hart und viel. Das ist völlig ungewohnt. Ich komme vom Laufen. Das fehlt mir.“ Fehlen tue dem Werner auch die „echte“ Welt. „Aber man muss das alles in Relation sehen, wenn man die Situation in Krankenhäusern sieht. Man bekommt eine andere Wertschätzung und das Bewusstsein für banale Sachen ist anders. Es wird eine Ehre sein, wieder an Wettkämpfen teilzunehmen.“

Einer, der auch in der ungewissen Zeit kaum zu bremsen wäre, ist Luca Kottenhahn. Der 16-jährige, der in der vergangenen Saison neu bei den Wasserfreunden war, ist Niebergs Nachbar. „Deswegen bekomme ich seine Entwicklung direkt mit. Der ist wirklich gallig und nimmt an allem teil. Der ist für einen Wettkampf letzte Saison auch bis nach Sachsen gefahren.“

Nieberg prophezeit Kottenhahn eine große Zukunft. „Der wird Leute wie Kamil auf Dauer in den Schatten stellen und unsere Nummer eins werden.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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