Ein Spieler der Eintracht wollte erst wechseln. Nun bleibt er überraschend doch. © Jura Weitzel
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Transfer-Wirrwarr bei Eintracht Werne: Spieler bleibt nach Wechselwunsch doch

Erst kann er gar nicht schnell genug weg, jetzt bleibt er doch: Ein Spieler sorgt bei Eintracht Werne gerade für ein Transfer-Wirrwarr. Doch sein früherer Wunsch-Verein will es nicht dabei belassen.

Erst bleiben, dann weg, jetzt doch bleiben: Bei Fußball-A-Ligist Eintracht Werne gibt es in der Mannschaftsplanung für die kommende Saison gerade ein ziemliches Hin und Her. Die Entscheidung des Spielers scheint diesmal zwar endgültig zu sein. Sein früherer Wunsch-Verein will es dabei aber gerade nicht belassen.

Die Rede ist von Ibrahim Saadouni. Der Offensivspieler wollte eigentlich zu A-Ligist BV Hamm wechseln, um dort mit Freunden zu spielen. Auch Tunahan Sari sollte mitkommen, der hatte Hamm aber bereits früher abgesagt. „Wir haben uns das einfach anders vorgestellt“, sagt Saadouni am Mittwoch. Zusammen mit sechs Freunden wollte er ab Sommer für den direkten Liga-Konkurrenten der Eintracht auflaufen. Aber nach Sari sagte noch ein weiterer Freund aus beruflichen Gründen ab. Die Situation wurde Saadouni da zu vage.

Ibrahim Saadouni (M.) bleibt Eintracht Werne nun doch erhalten. Der Offensivspieler wollte die Evenkämper nach nur einem Jahr wieder verlassen.
Ibrahim Saadouni (M.) bleibt Eintracht Werne nun doch erhalten. Der Offensivspieler wollte die Evenkämper nach nur einem Jahr wieder verlassen. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

„Kann sein, dass nach ein paar Monaten keiner meiner Freunde mehr bei Hamm spielt“, sagt er. Denn die meisten seiner eigentlich neuen Mitspieler sind momentan vereinslos, hätten nur für das gemeinsame Projekt wieder angefangen zu spielen. „Wer weiß, ob die dann wirklich am Ende alle so durchgezogen hätten. Am Ende stehe ich dann alleine da. Das Risiko wollte ich nicht eingehen“, erklärt der Offensivspieler.

Denn für Ibrahim Saadouni ging es nur um das gemeinsame Spielen mit Freunden. Bei einem Wechsel wäre auch Wehmut aufgekommen. Zumal Saadouni dann auch nur ein Jahr bei der Eintracht gespielt hätte: „Ich hab noch richtig Bock zu zocken und hab hier bislang nicht mal ein Jahr gespielt. Bei Werne hat es mir auch Spaß gemacht, ich wäre auch geblieben, wenn das mit meinen Freunden nicht gewesen wäre.“ Deswegen wolle er nun weitermachen bei der Eintracht. Trainer Mario Martinovic habe er am Dienstag seine Entscheidung mitgeteilt: „Er war einverstanden, dass ich weiterspielen darf und hat sich gefreut.“

Saadounis Wechselabsichten hatten im Vorfeld für einige Unruhe im Verein gesorgt. Eigentlich wollte er nämlich schon im Winter wechseln. „Aber ich habe sofort gesagt: Abmelden können sie sich, aber Freigaben gibt es nicht“, erklärte Rainer Fiebig, Sportlicher Leiter der Evenkämper, dazu Anfang Februar. Rückblickend sagt Saadouni, dass es gut sei, dass es so gekommen ist.

Aber nicht nur die Absichten Saadounis wurden kritisiert. Auch die Art und Weise stieß bei Fiebig damals sauer auf. Denn Saadounis Wechsel wurde bereits Ende Januar vom Sportlichen Leiter des BV 09 Hamm, Thomas Fitzner, verkündet, obwohl es noch keine Gespräche zwischen Eintracht und Saadouni gegeben hatte. Das war auch für den Spieler selber unglücklich gelaufen: „Der Trainer ist ein Bekannter und mit ihm hatten wir darüber geredet, aber nicht mit dem Sportlichen Leiter. Der wollte das dann veröffentlichen und das kam halt etwas doof rüber.“

Hamms Trainer Orhan Secer hat Saadouni auch schon Bescheid gegeben. Der will sich aber nicht mit der Absage des Offensivspielers begnügen: „Er versucht mich noch zu überreden.“ Aber für Ibrahim Saadouni scheint der Entschluss nun endgültig festzustehen: „Im Endeffekt spiele ich auch in Werne mit Freunden zusammen. Außerdem sind der Trainer top und die Mannschaftskollegen top.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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