Seit Beginn der Saison gibt es im Mädchenbereich eine Spielgemeinschaft des SV Herbern und TuS Ascheberg. © Verein
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SV Herbern und TuS Ascheberg ziehen Fazit der JSG – und bringen weitere Zusammenarbeit ins Gespräch

Im Mädchen-Fußball gibt es bereits eine Spielgemeinschaft des SV Herbern und TuS Ascheberg. Die Verantwortlichen ziehen eine Bilanz und äußern erste Überlegungen über weitere Zusammenschlüsse.

Seit Beginn der Saison gibt es die Spielgemeinschaft des SV Herbern und TuS Ascheberg im Mädchen-Fußball. Die Verantwortlichen beider Vereine ziehen ein erstes Fazit der Zusammenarbeit.

„Das Fazit für Herbern lautet: Das war die richtige Entscheidung“, sagt Toni Brockmeier, Vorsitzender des Jugendfußballs beim SVH, und erklärt die Gründe für die Zusammenarbeit. „Eine Intention war, wenn es eine Spielgemeinschaft geben soll, dann in der Gemeinde. Die andere Intention war, dass wir das Abflachen des Flows, der nach der WM 2011 begann, auffangen.“

Toni Brockmeier, Vorsitzender des Jugendfußballs beim SV Herbern, ist zufrieden mit der Zusammenarbeit mit dem TuS Ascheberg.
Toni Brockmeier, Vorsitzender des Jugendfußballs beim SV Herbern, ist zufrieden mit der Zusammenarbeit mit dem TuS Ascheberg. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Es sei wichtig gewesen, sich früh genug Gedanken gemacht zu haben. „Wir haben uns nach Partnern umgeschaut in einer Phase, in der wir noch ordentlich bestückt waren und als SV Herbern erst noch hätten weitermachen können“, betont Brockmeier die Notwendig, nicht erst reagiert zu haben, wenn es zu spät gewesen wäre.

Ähnlich zufrieden ist auch sein Kollege vom TuS Ascheberg. „Es ist super angelaufen. Bis Corona war das erste halbe Jahr gut. Stand jetzt war es die richtige Entscheidung“, sagt Manfred Trahe, Vorsitzender der Fußballer des TuS Ascheberg und Trainer einer D-Jugend-Mannschaft.

In seinem Team und dem E-Jugend-Team, das seine Tochter Lena trainiert, sei der erhöhte Aufwand für die Eltern durch die verschiedenen Trainingsorte kein Thema gewesen. „In einer anderen Mannschaft mussten die Eltern erst überzeugt werden.“

Die Mädchen unter sich hätten einander auch gut zusammengefunden. Dazu habe auch beigetragen, dass in jedem Team je ein Trainer aus beiden Vereinen sein sollte. „Die Mädchen müssen sich wohlfühlen. Wenn aus ihrem Verein kein Trainer mitgekommen wäre, hätten sie sich abgeschoben gefühlt“, sagt Trahe.

Manfred Trahe ist Vorsitzender der Fußballer des TuS Ascheberg und Trainer einer D-Jugend-Mädchen-Mannschaft.
Manfred Trahe ist Vorsitzender der Fußballer des TuS Ascheberg und Trainer einer D-Jugend-Mädchen-Mannschaft. © Greis © Greis

In seiner Mannschaft habe der Ascheberger vor der Corona-Pause auch die ersten sportlichen Erfolge erlebt. „Wir haben den ersten Sieg geholt. Da war die Freude groß. Die Mädchen haben gemerkt, dass es etwas bringt.“

Brockmeier von Herbern sieht das ähnlich. „Man muss die Mädchen und Eltern auf dem Weg mitnehmen. Das ist mal leichter, mal schwerer.“ Der Jugendfußball-Vorsitzende schließt auch eine Zusammenarbeit im Frauen-Seniorenbereich und in der männlichen Jugend nicht aus.

Immer weniger Kinder sind in Sportvereinen

„Ich halte das für möglich. Wir müssen das im Hinterkopf behalten und uns rechtzeitig Gedanken machen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. Wir müssen schauen, inwieweit wir die Jungs einfangen können und ob wir aus dem Vollen schöpfen können“, sagt Brockmeier.

Noch sei die Situation in Herbern ordentlich, aber eine Statistik zeige bereits, dass deutlich weniger Kinder in Sportvereinen gemeldet seien. „Wir können das nicht einfach vom Tisch weisen. Das passiert auch im Fußball. Das ist keine gute Entwicklung. Wir müssen über Partner nachdenken.“

Als Beispiel nannte er die JSG Nordsüdcap. Die Jugend-Spielgemeinschaft besteht aus dem FC Nordkirchen, SV Südkirchen und SC Capelle. „Die Grundidee, zusammen zu arbeiten, ist richtig.“

Dass die Corona-Pandemie dazu führe, dass sich Kinder abmelden, habe Trahe vom TuS Ascheberg bei den Mädchen-Mannschaften noch nicht mitbekommen.

„Wir müssen positiv denken, aber die Sorge ist da. Aktuell gibt es bei den den Jungen keinen Bedarf. Aber ich muss Toni recht geben. Auf Dauer wird Zusammenlegen ein Thema. Ich könnte mir das im Jungen- und Frauenbereich vorstellen. Da wurde auch mal lose drüber gesprochen.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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