Oliver Logermann und der SV Drensteinfurt haben zwei turbulente Saisons hinter sich. © Sebastian Reith
Fußball

SV Drensteinfurt ist gleichzeitig Gewinner und Verlierer der Corona-Pandemie

Es waren zuletzt zwei turbulente Saisons für alle Amateurvereine. Ein Klub, der besonders betroffen war, war der SV Drensteinfurt. Nun muss der Verein ohne einen echten Abschied auskommen.

Im vergangenen Sommer hätte sich der SV Drensteinfurt wohl noch ganz klar als Corona-Gewinner eingestuft. In dieser Saison war die Mannschaft aber wohl eher der Corona-Verlierer. Doch was genau ist in diesen beiden trubeligen Saisons passiert?

Der Jubel war groß beim SV Drensteinfurt im letzten Sommer. Die Saison 2019/2020 war bereits im März unterbrochen worden. Zu dem Zeitpunkt lieferten sich der SV und die SG Bockum-Hövel ein enges Duell um die Tabellenspitze in der Bezirksliga. Wer bei einem Abbruch der Spielzeit aufsteigen würde, war lange Zeit unklar.

„Das war für den Verein ein absoluter Gewinn“

Am Ende stiegen beide Mannschaften auf – und der SV Drensteinfurt freute sich über den ersten Aufstieg in die Landesliga. „Das war für den Verein ein absoluter Gewinn“, sagt Oliver Logermann, der aktuelle Trainer des Vereins. Der SV zählte auch objektiv zu den Gewinnern des ersten Abbruchs.

Mit großer Motivation startete die Mannschaft im Sommer dann in das Abenteuer Landesliga. Das Team war gut aufgestellt – doch dann lief alles schief. Eine Quarantäne, Corona-Fälle im eigenen Team und beim Gegner: Der SV Drensteinfurt nahm alles mit.

Zum Zeitpunkt der Saison-Unterbrechung lag die Mannschaft auf dem letzten Platz und hatte nur einen einzigen Punkt geholt. Nachdem klar war dass neben Trainer Oliver Logermann (geht zum BSV Roxel) auch einige Leistungsträger den Verein verlassen, entschied sich der Verein für den freiwilligen Rückzug in die Bezirksliga.

„Natürlich war das eine sehr schwierige Saison für uns“

Alles in allem also ein ziemlich bitteres Abenteuer Landesliga für den SVD, oder? Oliver Logermann sieht das ein wenig differenzierter. „Natürlich war das eine sehr schwierige Saison für uns, die nicht immer so lief, wie wir sie uns vorgestellt haben“, sagt er.

Aber als Corona-Verlierer sieht er sich und seine Mannschaft nicht unbedingt. „Letztendlich hätte das Team ja durchaus in der Liga bleiben können dank des Abbruchs. Das wäre ja dann auch ein Gewinn gewesen – wenn der Verein hätte in der Liga bleiben wollen“, urteilt Logermann.

Doch nun wagt der Verein einen Neustart in die Bezirksliga – dann aber ohne Erfolgscoach Oliver Logermann. Für den Coach geht es ohne richtigen Abschied zum BSV Roxel. „Das ist natürlich schade, dass wir den jetzt noch nicht hatten“, sagt Logermann und fügt mit einem Grinsen hinzu: „Aber es ist ja noch Geld in der Mannschaftskasse und es sind noch ein paar Kästen offen. Ich bin mir sicher, dass wir da einen vernünftigen Abschluss hinbekommen.“

Außerdem werde auch der Kontakt zwischen Logermann und dem Verein nicht abreißen. „Wir trennen uns ja absolut im Guten“, sagt der Coach. „Da wird man sicherlich verbunden bleiben.“

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening
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