Trainer Gerd Hellinghausen hat in den vergangenen Wochen regelmäßig mit seiner Mannschaft trainiert. © Helga Felgenträger
Fußball

Nach Bundes-Notbremse: Der Werner SC hat eine Entscheidung über das Jugendtraining getroffen

Seit Samstag gilt unter anderem im Kreis Unna die Bundes-Notbremse - mit gravierenden Auswirkungen auf den Sport. Der Werner SC hat nun geklärt, wie er damit umgehen will.

Die Bundes-Notbremse ist in vielen Kreisen und kreisfreien Städten seit dem Wochenende aktiv – unter anderem auch im Kreis Unna. Es gibt dadurch gravierende Änderungen, neben der Ausgangsbeschränkung von 22 bis 5 Uhr auch für den Sport.

So durften zuletzt zwar noch zehn Kinder unter 14 Jahren im Freien gemeinsam trainieren – das ist mittlerweile allerdings passé. Seitdem die Bundes-Notbremse in Kraft getreten ist, dürfen nur noch fünf Kinder gemeinsam trainieren. Und das zu allem Überfluss auch noch ohne Kontakt.

„Da steckt ein bisschen der Teufel im Detail“

Für den Werner SC ist das zu viel. „Da steckt ja auch ein bisschen der Teufel im Detail“, sagt Ralf Cramer, Jugendleiter des Werner SC. „Kontaktfreies Training funktioniert gar nicht. Da gab es für uns keine andere Option, als das Training für die Kinder einzustellen – so Leid es mir auch tut.“

Das kontaktfreie Training sei gerade in den betreffenden Altersgruppen kaum realisierbar. „Man muss ja mal sehen, dass wir ohnehin von den Kindern unter 14 Jahren sprechen“, sagt Cramer. „Und wenn wir dann die Fünf- bis Zehnjährigen nehmen – denen kann man das ja wirklich kaum beibringen.“

Auch die Realisierung eines Trainingsplans für die kleinen Fünfergruppen sei kaum machbar, so Cramer. „Wenn wir die zwei Trainingstermine in der Woche nehmen und 20 Kinder pro Team, dann wird es schwierig. Wenn wir die Kinder aufteilen, kommt jeder nur alle zwei Wochen zum Training.“

„Die Trainer brauchen alle einen negativen Test“

Dazu kommt noch eine weitere Schwierigkeit. „Die Trainer brauchen alle einen negativen Test“, erklärt Ralf Cramer. „Das ist für uns einfach nicht realisierbar. Ich wüsste nicht, wie wir das machen sollen.“

Mitleid hat Ralf Cramer vor allem mit den Kindern. „Die tun mir echt extrem Leid“, sagt der Jugendleiter. „Leider dürfen die Kinder aktuell ja kaum etwas – nicht mal in die Schule gehen. Irgendwie haben sie echt nichts mehr, worauf sie sich freuen können. Gerade jetzt, wo der Fußball ausfällt.“

Die Hoffnung, bald endlich mal wieder auf den Platz zu können, ist bei Ralf Cramer aktuell sehr gering. „Ich muss einfach sagen, dass der Weg bis unter die 100 ziemlich weit ist“, sagt der Jugendleiter. Die Inzidenz im Kreis Unna liegt aktuell sogar deutlich über 200.

Eine wichtige Hoffnung hat er aktuell allerdings doch noch. „Ab dem 1. Juli sollen die Teams neu gemischt werden. Ich würde es den Jungs wünschen, dass sie vorher noch wenigstens zwei Mal mit ihrer alten Mannschaft auf den Platz können“, sagt Cramer. „Wenn die A-Jugend ohne ein letztes gemeinsames Training in den Seniorenbereich müsste, wäre das brutal.“

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening
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