Beim Spiel gegen den SC Verl musste Marvin Pourié einmal mehr von der Tribüne zuschauen. © imago images/Jan Huebner
Fußball: 3. Liga

Marvin Pourié wehrt sich gegen heftige Vorwürfe und holt zum Gegenschlag aus

Immer wieder war der Werner Fußballprofi Marvin Pourié in seiner Karriere bei Vereinen angeeckt. So auch beim 1. FC Kaiserslautern: Im letzten Saisonspiel stand er nicht einmal im Kader - der Abschied droht.

Eigentlich ging es für den Werner Torjäger Marvin Pourié (30) in den vergangenen Wochen wieder deutlich bergauf. Nachdem er Anfang des Jahres beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern schon einmal aus dem Kader gestrichen wurde – angeblich wegen Fitnessproblemen -, stand er in den vergangenen Wochen wieder kontinuierlich in der Startelf – bis zum vergangenen Samstag.

Nach dem frühzeitig erreichten Klassenerhalt sollte die Partie gegen den SC Verl für den 1. FC Kaiserslautern noch einmal zu einem gelungenen Saisonabschluss werden. Allerdings überraschend ohne Marvin Pourié – nach vielen Wochen in Folge in der Startelf stand der Torjäger beim 1:1-Unentschieden am Samstag nicht einmal im Kader.

Marvin Pourié fehlte dem 1. FC Kaiserslautern aufgrund von Disziplinlosigkeit

Nach Angaben des SWR soll der Grund wohl Disziplinlosigkeit gewesen sein. So habe es in der Kabine nach dem Spiel gegen Viktoria Köln einen nicht näher beschriebenen Vorfall gegeben, der den Werner Fußballprofi erneut in ein schlechtes Licht rückte, nachdem er schon einmal begnadigt wurde.

Und auch Trainer Marco Antwerpen wollte den Vorfall nicht wirklich dementieren. „Das begleitet Marvin schon seine ganze Karriere. Es gibt immer wieder Vorkommnisse, die nicht in Ordnung sind. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, sagte der Coach des Drittligisten.

Pourié selbst allerdings hatte sich via Instagram zur angeblichen Disziplinlosigkeit etwas anders geäußert. „Wie und wo es für mich weitergeht wird man sehen, allerdings möchte ich mich heute einmal klar distanzieren von irgendwelchen disziplinarischen Dingen oder dass ich nicht fit sei“, ließ der Werner Fußballprofi verlauten.

Marvin Pourié: „Ich bin nicht immer Everybody´s Darling“

Seine Sicht auf die Dinge ist eine etwas andere: „Ich hatte kein leichtes Jahr. Um den Klassenerhalt zu spielen kostet auch einen Spieler nerven und dass man da nicht immer Everybody´s Darling ist oder auch mal seiner Wut und seinem Ärger Lust macht, ist wohl mehr als verständlich. Jeder, der das nicht tut, ist kein ehrgeiziger Fußballer.“

Zudem lässt Marvin Pourié durchblicken, wie er die Reibungspunkte wahrgenommen hat. „Am Ende des Tages sind wir alle Menschen. Ehrlichkeit ist heute wohl keine Tugend mehr, es ist ein disziplinarischer Fehltritt“, sagt er. „Wenn dem so ist, dann werde ich noch eine Millionen Mal diese Fehltritte begehen.“

Marvin Pourié wehrt sich gegen Vorwürfe

Weiter macht der Werner Torjäger keinen Hehl daraus, dass er sein Handeln nicht bereut. „Es gibt Menschen, die wissen meine Mentalität zu schätzen und wissen mit mir umzugehen. Ich bin kein schwieriger Typ, ich bin ein Mensch, aber kein Mitläufer. Ich bin ein Malocher; ich wurde nicht mit dem goldenen Löffel geboren; ich kann behaupten, ich kenne jede Lebenslage“, so Pourié.

Wie es nach dem Saisonende nun für Marvin Pourié weitergeht, steht aktuell noch nicht fest. Der Leihvertrag des Werners beim FCK läuft aus, nach aktuellem Stand müsste der Torjäger zurück zu seinem Stammverein Karlsruher SC. Dort hat er aber nach einigen Problemen keine Zukunft mehr.

Der 1. FC Kaiserslautern könnte Marvin Pourié fest verpflichten

Der 1. FC Kaiserslautern könnte allerdings auch seine Kaufoption ziehen. Marvin Pourié selbst hatte zumindest vor ein paar Wochen noch im Interview mit „Der Betze brennt“ deutlich gemacht, dass er sich einen Verbleib bei den Roten Teufeln durchaus gut vorstellen könnte.

Von Seiten des Vereins gibt man sich aktuell allerdings eher zurückhaltend. Während der Drittligist andere Leihspieler wie Felix Götze oder Jean Zimmer unbedingt halten will, blieb die Sportliche Leitung angesprochen auf Marvin Pourié eher defensiv. Gespräche wolle man allerdings in den nächsten Wochen noch führen, heißt es.

Am wahrscheinlichsten scheint es also zu sein, dass Marvin Pourié sich im Sommer einen komplett neuen Verein suchen wird. Seine Torqualitäten stellte er beim 1. FC Kaiserslautern trotz der zwischenzeitlichen Schwierigkeiten einmal mehr unter Beweis – für andere Klubs dürfte das eine gute Bewerbung sein.

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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