Für Lutz Gripshöver waren und sind die Lenklarer Reitertage eigentlich etwas ganz besonderes. © Dominik Gumprich

Lutz Gripshöver vermisst Lenklar und „die Leute, die man sonst nicht sieht“

Eigentlich sollte diese Woche eine der ereignisreichsten im Werner Sport sein - das Reitturnier Lenklar sollte stattfinden. Die Corona-Pandemie verhindert das. Lutz Gripshöver erzählt, was er vermisst.

Schon im vergangenen Jahr 2020 war es für den Reitverein St. Georg eine Hiobsbotschaft. Rund einen Monat nach dem Beginn des ersten Lockdowns sollte eigentlich das bekannte Reitturnier Lenklar stattfinden. Das war dann natürlich nicht möglich. „Dann halt im nächsten Jahr“, war damals das enttäuschte Resümee der Veranstalter.

Doch auch in diesem Jahr musste Lenklar abgesagt werden – diese Entscheidung traf der Reitverein St. Georg bereits vor rund zwei Monaten. Dabei wären die Lenklarer Reitertage eigentlich ein Highlight für viele Werner. Sie sollten in dieser Woche, vom 10. bis zum 18. April, stattfinden.

„Es war definitiv die richtige Entscheidung“

„Man denkt da jetzt auf jeden Fall mal dran, dass wir eigentlich gerade Lenklar hätten“, so Lutz Gripshöver, auf dessen Anlage die Lenklarer Reitertage stattfinden und der zudem auch zum Veranstaltungsteam des Turniers gehört. „Aber es war jetzt im Nachhinein definitiv die richtige Entscheidung, das Ganze frühzeitig abzusagen.“

Die Lenklarer Reitertage sind in Werne eins der größten Feste. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Und das, obwohl aktuell in anderen Städten durchaus Reitturniere stattfinden. „In Münster-Handorf wird zum Beispiel die ganze Woche geritten, da funktioniert das mit den Turnieren auch gut. Also möglich wäre es durchaus gewesen, Lenklar auszutragen“, erzählt Lutz Gripshöver.

Doch bei Lenklar hätte in dem Fall ein ganz besonders wichtiger Faktor gefehlt. „Das ist ja auch ein gesellschaftliches Ereignis in Werne, das ist sehr wichtig“, so Gripshöver. „Und die Zuschauer machen Lenklar nun mal auch aus – das hätte sonst auf jeden Fall gefehlt.“

„Lenklar ist einfach mehr als ein Turnier“

Nun sind die letzten Lenklarer Reitertage, die auch wirklich stattfinden konnten, schon wieder zwei Jahre her. Eine Sache vermisst Lutz Gripshöver deshalb ganz besonders. „Lenklar ist einfach mehr als ein Turnier“, sagt er wehmütig. „Wie viele Leute man da einfach trifft, mit denen man da mal einen Kaffee trinkt oder die man einfach sonst nicht sieht. Der Sport verbindet einfach.“

Teilweise sei dies auch bei anderen Turnieren so. „Es geht ja nicht nur ums Reiten“, erklärt Gripshöver. „Es gibt Leute, die sieht man nur auf diesen Turnieren. Normalerweise treffe ich die deswegen dann im Sommer jedes Wochenende. Jetzt sehe ich diese Menschen gar nicht. Das ist schon traurig – ich freue mich, wenn sich das irgendwann wieder ändert.“Und auch auf die Lenklarer Reitertage 2022 hofft der erfahrene Berufsreiter nun. Auch, wenn er zugeben muss: „Ich war mir im letzten Jahr auch ganz sicher, dass Lenklar 2021 stattfinden kann – und das ist auch nicht passiert. Aber hoffen wir mal das Beste.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening