Jürgen Welp war als Spieler auch in der Bundesliga für Schalke 04 unterwegs. © imago/Pressefoto Baumann
Trainer im Portrait

Jürgen Welp vom SV Stockum siegte gegen Bruno Labbadia – und flog danach ins Sportstudio

Jürgen Welp ist seit Anfang 2020 der Trainer des Fußball-A-Ligisten SV Stockum. Als Spieler zuvor hat er viel erlebt - unter anderem einen Aufstieg mit Schalke 04 und einen Sieg gegen den FC Köln.

Jürgen Welp ist schon sein halbes Leben lang Fußballtrainer. In der anderen Hälfte hat der 61-Jährige als aktiver Spieler sogar in der Bundesliga die Stollenschuhe geschnürt. Er hat den Fußball in seiner DNA: „Wenn du in der Pampersliga anfängst, dann geht es einfach nicht mehr ohne Fußball.“

Als Torwart spielte er für Schalke in der Bundesliga, vertrat dort Anfang der 90er-Jahre mehrere Male Jens Lehmann. Jetzt greift er auf seine Erfahrung aus dem Profisport zurück und trainiert den SV Stockum in der Kreisliga A.

Für Welp ist Disziplin das A und O. Doch von alter Schule kann beim ehemaligen Schalker eigentlich keine Rede sein. Er legt großen Wert auf neue Trainingsmethoden, hält nicht viel von reinen Laufeinheiten, sondern trainiert gerne spielnah und meistens mit Ball. Positionsbezogenes Gruppentraining kommt bei ihm und seinem Co-Trainer Marlon van de Sander auch definitiv nicht zu kurz.

Jürgen Welp: „Ich habe in meiner Laufbahn viele Trainer miterlebt“

„Das kannten die Jungs so noch nicht. Auch was die Disziplin angeht, war es für einige eine Umstellung, aber das haben die Spieler gut aufgenommen und schnell umgestellt“, erklärt Welp. „Ich habe in meiner Laufbahn viele Trainer miterlebt, aber es hat sich über die Jahre vieles geändert. Heutzutage trainiert man 90 Prozent mit dem Ball, es gibt viel weniger Lauftraining. Ich habe als Trainer einen ganz anderen Stil als den, den ich als Spieler miterlebt habe.“

Heute steht Jürgen Welp für den SV Stockum an der Seitenlinie. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Ein Problem mit der Umstellung hat der B-Lizenz-Inhaber nicht. Die größten Herausforderungen an einen Trainer sieht Welp darin, aus vielen einzelnen Spielern ein starkes Team zu bilden, in dem alle an einem Strang ziehen. Gleichzeitig wolle er die Spieler aber auch individuell verbessern und taktisch schulen.

Bevor der gebürtige Hammer das Traineramt in Stockum übernahm holte er mit dem A-Ligisten SVE Heessen 2019 die Meisterschaft, was für Welp den Höhepunkt seiner Trainerlaufbahn darstellt.

An die Highlights aus seiner Spielerkarriere erinnert er sich auch noch sehr gerne. „Der Aufstieg damals mit Schalke in die erste Bundesliga (Saison 90/91, Anm. d. Red.) war ein Riesenerlebnis. Oder beim Abschiedsspiel von Ingo Anderbrügge vor 60.000 Zuschauern in der Arena zu spielen“, sagt Jürgen Welp.

Ein besonderes DFB-Pokalspiel kommt ihm auch noch in den Sinn. Im Jahr 1995 als er für den Oberligisten SpVg Beckum gegen den 1. FC Köln zum Matchwinner avancierte. „Wir haben Köln im Elfmeterschießen rausgeschmissen. Ich habe den entscheidenden Elfmeter gegen Bruno Labbadia gehalten und wurde danach sogar mit dem Hubschrauber ins Sportstudio geflogen.“

„Die beiden Lockdowns kamen dazwischen“ beim SV Stockum

Der gebürtige Hammer ist seinem Geburtsort treu geblieben. Die Fahrt zu seiner neuen Wirkungsstätte in Stockum ist nicht weit. „Leider konnte ich in Stockum bis jetzt noch nicht viel machen. Die beiden Lockdowns kamen dazwischen.“ Beim SVS lautete die Zielsetzung in diesem Jahr einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Vor dem Lockdown absolvierte der Klub vier Spiele ohne Niederlage, aus denen acht Punkte resultieren. Ein guter Start in die Saison für Welp und seine Schützlinge beim neuen Verein.

„Damit sind wir natürlich erstmal zufrieden, wenn man bedenkt, dass die anderen Saisons gegen den Abstieg gespielt wurde“, erklärt Welp. Aufgrund der aktuellen Situation hält er es aber für sinnvoll, die Saison abzubrechen. „Wir haben ein halbes Jahr nichts gemacht. Ohne vier Wochen Vorbereitung bringt es nichts den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Mit Abstandsregeln zu trainieren macht dann auch keinen Sinn. Sinnvoller wäre es, die Saison abzubrechen und sich dann vernünftig auf die neue vorzubereiten.“

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.