Der SV Herbern (Julius Höring, l.) und der Werner SC mit Brian Wolff liegen in der Landesliga-Tabelle eng beieinander an der Tabellenspitze. © Jura Weitzel
Fußball

Für Herbern hätte der Aufstieg einen „faden Beigeschmack“ – und dem Werner SC fehlt dazu noch etwas

Nach sechs Spielen liegen der SV Herbern und Werner SC an der Tabellenspitze. Aufgrund einer möglichen verkürzten Saison sollte der Aufstieg doch das Ziel sein, oder? Das sagen die Trainer dazu.

Sechs Spiele haben die beiden Fußball-Landesligisten Werner SC und SV Herbern in dieser Spielzeit bis dato gemacht. Der WSC ist mit einem Punkt Vorsprung vor Herbern Zweiter. Die Chancen auf den Aufstieg in die Westfalenliga sind für beide Vereine groß, besonders wenn eine verkürzte Saison gespielt werden sollte. Eine einmalige Chance?

„Wenn wir nur 14, 15 Spiele machen würden und aufsteigen, hätte das einen faden Beigeschmack. Ich bin grundsätzlich dagegen, dass die Saison nach der Prozentregel entschieden wird. Mit Fußball hat das nichts mehr zu tun. Der schönste Weg wäre, nach über 30 Spielen aufzusteigen“, sagt Benjamin Siegert, Trainer vom SV Herbern.

Der SV Herbern ist Benjamin Siegerts erste Trainerstation. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Sollte die Saison aber noch fortgesetzt werden, besteht die Möglichkeit, dass nur die Hinrunde gespielt wird oder in der ganzen Liga nur 50 Prozent der Spiele absolviert werden. Dann müsste nicht jedes Team gegen jeden antreten und die Saison würde nach der Quotientenregel gewertet werden.

„Ich bin froh, dass ich Trainer des SV Herbern bin und nicht entscheide, wie es weitergeht“, so Siegert, der aber auch sagt: „Wir sind Sportler, um das Beste zu erreichen und das sind Siege. Der Mannschaft würde ein Aufstieg gut tun. Ich habe das selbst schon öfter mitgemacht.“

Der zweifache Aufsteiger, einmal mit Eintracht Braunschweig in die 2. Liga (2005) und dann mit den Sportfreunden Lotte in die 3. Liga (2016), sehe das wie die anderen Beteiligten im Verein aber locker. „Wir schlagen uns nicht die Köpfe ein, wenn wir am Ende 0,2 Punkte weniger als der Aufsteiger haben. Falls die Saison abgebrochen wird, sind wir gut für die neue Saison gerüstet und versuchen es dann wieder.“

Müller: „Wir sehen unser Saisonziel nicht in Gefahr“

Noch etwas defensiver geht man beim Werner SC mit dem möglichen Aufstieg um. „Das war rein fußballerisch nicht das Ziel vor der Saison. Wir sehen unser Saisonziel nicht in Gefahr, weil wir nicht eingeplant haben, aufzusteigen“, sagt Trainer Lars Müller.

Auch der gute Saisonstart und eine verkürzte Spielzeit würden nichts an dem Ziel ändern. „Kein Verein in Deutschland würde nach sechs Spielen das Saisonziel ändern. Ich werde den Teufel tun und sagen, wir werden aufsteigen. Dazu fehlt uns noch etwas.“

Führt der Weg des Werner SC mit Lars Müller in die Westfalenliga? Für den Trainer fehlt dazu noch etwas.
Führt der Weg des Werner SC mit Lars Müller in die Westfalenliga? Für den Trainer fehlt dazu noch etwas. © Jura Weitzel © Jura Weitzel

Müller führt aus, was dem Verein noch für den Aufstieg beziehungsweise die Westfalenliga fehle. „Natürlich die Infrastruktur, aber um Spiele zu gewinnen, ist die Kabine egal. Im Vergleich zu IG Bönen fehlt uns Geld und verglichen mit anderen Teams die Konstanz.“

Und was, wenn der Aufstieg trotzdem gelingt? „Natürlich würde ich sagen, dass wir in der Westfalenliga spielen“, so Müller.

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Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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