Mario Martinovic trainiert bei Eintracht Werne seinen Bruder Marko. © Helga Felgenträger
Fußball

Ex-Regionalliga-Spieler wird bei Eintracht Werne von seinem Bruder trainiert

Mario Martinovic ist Trainer von Eintracht Werne, sein Bruder Marko Spieler. Seine Rolle als großer Bruder spielt Mario gerne aus. Er gab Marco auch einen Rat, für den er ihm immer noch dankbar ist.

Die Konstellation, dass ein Elternteil die Tochter oder den Sohn trainiert, gibt es im Sport oft genug. Dass der Bruder aber der Trainer ist, kommt nicht so häufig vor. Ein seltenes Beispiel dafür sind Marko und Mario Martinovic von den Fußballern von Eintracht Werne. Noch ungewöhnlicher ist vor allem der Karriereweg von einem der beiden.

Denn Marko Martinovic (30) träumte lange von einer Profikarriere. Er spielte in der Jugend des MSV Duisburg, später auch in der zweiten Mannschaft. Über den SC Verl und die Hammer SpVg kam der jüngere Martinovic zum A-Ligisten Eintracht Werne. Daran hatte sein Bruder und Trainer Mario (37) einen großen Anteil.

Marko Martinovic (l.) hat bereits höherklassig Erfahrungen gesammelt.
Marko Martinovic (l.) hat bereits höherklassig Erfahrungen gesammelt. © Sebastian Reith © Sebastian Reith

„Ich habe ihm gesagt, das mit dem Fußball wird nichts. Du musst eine Ausbildung machen“, sagt Mario Martinovic. Marko ist seinem Bruder dankbar für den Tipp. „Das war die beste Idee von ihm. Ich arbeite heute noch da, wo ich die Ausbildung gemacht habe. Für ganz oben wurde es im Fußball für mich schwierig. Es hat sich aber alles gut entwickelt. Am Ende haben wir beide was davon“, so Marko.

Der 30-Jährige hat einen Job und sein sieben Jahre älterer Bruder einen ehemaligen Jugend-Bundesliga- und Regionalliga-Spieler in seiner Mannschaft – eine Win-Win-Situation.

„Ich erwarte schon mehr von ihm als von den anderen Spielern, weil er höher gespielt hat. Ich musste ihm erst ein paar Sachen erklären, wie in der Kreisliga Fußball gespielt wird. Ich habe ihm auch gesagt: Übertreib es nicht. Verlang nicht zu viel von denen“, sagt Mario über Marko.

Der bestätigt seine anfangs zu hohe Erwartungshaltung. „Am Anfang war das schwierig. Ich habe zu viel verlangt. Von Jahr zu Jahr wurde das besser und ich konnte meine Mitspieler besser einschätzen“, so Marko.

Mario: „Wie er sich auf und neben dem Platz verhält, ist super“

Besonders eine Fähigkeit auf dem Platz schätzt sein großer Bruder an ihm. „Ich kann an einer Hand abzählen, wie viele Gelbe Karten er gekriegt hat. Ich kenne kaum einen Spieler in der Liga, der noch nicht gelbgesperrt war. Wie er sich auf und neben dem Platz verhält, ist super“, lobt Mario.

Marko habe schon früh gelernt, ohne Gelbe auszukommen. „Ich antizipiere, wo der Ball hin kommt“, erklärt er sein Geheimrezept, um Fouls zu verhindern.

Jetzt, da beide im selben Verein seien, hätten sie wieder mehr miteinander zu tun als zu der Zeit, in der Marko noch höherklassig gespielt habe. „Vorher haben wir weniger miteinander zu tun gehabt. Ich hatte fünf, sechs Mal in der Woche Training und ein Spiel. Da ist einiges auf der Strecke geblieben“, sagt Marko.

Neidisch auf seinen Bruder sei Mario wegen des größeren fußballerischen Potentials aber nie gewesen. „Das hat eher mit Stolz zu tun. Es ist schade, dass er nicht noch höher gespielt hat. Ich bin gerne zu seinen Spielen gefahren. So oft konnte ich aber leider nicht.“

Marko hat Mario zwar fußballerisch etwas voraus, dafür hat der ältere Martinovic einen anderen Vorteil. „Er hat mehr Lebenserfahrung. Er kann mir etwas beibringen“, sagt Marko über Mario.

Das macht Mario seinem Bruder auch mal deutlich. „Er darf gerne seine Meinung sagen, aber wenn ich was sage, dann ist das so – ob er in der Regionalliga gespielt hat oder nicht“, sagt der Trainer. „Wenn er etwas sagt, dann mache ich das so“, bestätigt Marko.

Für ihn war es anfangs erst eine Umstellung, dass sein Bruder ihn trainiert. „Wir haben die ersten Jahre noch zusammengespielt. Es war erst komisch, als er Trainer wurde. Er hat andere Erwartungen an mich. Bei mir spricht er Fehler eher an“, so Marko und ergänzt: „Aber es ist schön so, wie es jetzt ist.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
Zur Autorenseite
Tobias Larisch

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.