Mario Martinovic schaut sorgenvoll in die Zukunft. © Helga Felgenträger
Fußball: Kreisliga A

Eintracht Werne und SV Stockum sind sich einig: „Dass wir uns darüber Gedanken machen, ist Luxus“

Schluss, Aus, Feierabend. Mindestens für den kompletten November ist der Spiel- und Trainingsbetrieb im Fußball ausgesetzt. Bei Eintracht Werne und dem SV Stockum ist die Stimmung bedrückt - aber verständnisvoll.

Zwei Wochen hatten der SV Stockum und Eintracht Werne darauf hingefiebert. Seit Montag dürfen sie wieder spielen und trainieren. Der Kreis Unna hat die Tore der Plätze wieder geöffnet – der Bund macht sie nun wieder zu. Das stößt auf Enttäuschung und Verständnis.

„Die Stimmung ist bei uns nicht so berauschend“, gibt Yassine Najih zu. „Auch wenn wir seit Montag wieder spielen und trainieren durften – irgendwie hat da ja jeder mit gerechnet.“ Zwar habe man mit dem Training wieder begonnen. Aber es sei jedem klar gewesen, dass der Betrieb eingestellt würde.

Das drückte beim SV Stockum auch auf die Stimmung. „Es waren schon alle ein bisschen angespannt, das muss man zugeben“, sagt Yassine Najih. „Alle haben sich gefragt: Was ist denn jetzt? Dieses Hin und Her war nicht so einfach für die Mannschaft.“

Yassine Najih ist unzufrieden mit der Situation. © David Döring © David Döring

Dennoch zeigt man natürlich auch Verständnis für die Situation, erklärt Yassine Najih: „Die Gesundheit hat definitiv höchste Priorität, das ist uns allen klar. Deswegen ist es auch vollkommen richtig so. Ich möchte die Entscheidung nicht treffen.“

Auch Mario Martinovic, Trainer von Eintracht Werne, möchte nicht in der Haut der Entscheider stecken. „Jeder findet die Situation schade und würde natürlich auch gerne spielen. Aber es gibt Sachen, die viel schlimmer sind – bei kleinen Unternehmen ist es ein Sterben auf Raten. Worüber wir uns hier ärgern, ist absoluter Luxus.“

Dennoch sagt Mario Martinovic: „Ich glaube, dass es bisher kaum Ansteckungen auf dem Fußballplatz gab – das hört man ja auch immer wieder. Aber wir müssen die Sache einfach akzeptieren. Es ist jetzt so wie es ist und wir freuen uns dann umso mehr, wenn es wieder los geht.“

In der Pause werden die Evenkämper das machen, was sie bereits in den letzten beiden Wochen gemacht haben. „Die Jungs werden sich weiterhin selbst fit halten. Sie wissen ja, wie sie das machen. Dann sind wir auf jeden Fall bereit, wenn es wieder los geht“, sagt Martinovic.

Dass es allerdings nur bei einem Lockdown im November bleibt, kann sich zumindest Yassine Najih aber nicht vorstellen. „Ich glaube, dass wir in diesem Jahr kein Spiel mehr machen“, sagt der SVS-Geschäftsführer. „Und wer weiß, vielleicht brechen sie die Saison ja sogar ganz ab.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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