Enes Akyüz und Eintracht Werne sind im Kreispokal immer gefürchtet - auch bei der IG Bönen war das so. © Jura Weitzel

Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze – zugunsten von Eintracht Werne

Eintracht Werne ist auf dem Papier im Kreispokal sicherlich weit unten anzusiedeln. Als Kreisligist müsste die Mannschaft gegen viele Teams kaum eine Chance haben. Doch sie haben das Gegenteil bewiesen.

Eigentlich ist es klar – Eintracht Werne gehört im Kreispokal nicht unbedingt zu den Favoriten. Zu viele höherklassige Teams dabei, zu groß die Chance, schon in der ersten Runde ein solches zu erwischen. Aber es gilt auch hier: Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze.

Und das passierte zuletzt meist für Eintracht Werne. Aber nicht etwa so, dass die Evenkämper Losglück gehabt hätten. In der Saison 2019/2020 trafen sie beispielsweise in der dritten Runde auf den Landesligisten SG Bockum-Hövel, im Viertelfinale ging es sogar gegen den Oberligisten Holzwickeder SC. Eintracht Werne als ganz klarer Außenseiter – könnte man meinen, denn die Evenkämper gewannen beide Spiele souverän. Erst im Halbfinale mussten sie sich der IG Bönen geschlagen geben.

Mario Martinovic führte seine Mannschaft schon zu einigen Erfolgen im Kreispokal. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Und auch in dieser Saison lief es wieder sehr gut für die Mannschaft von Trainer Mario Martinovic – noch vor dem Lockdown schafften sie es bis ins Viertelfinale. Dort wartet nun mit Rot-Weiß Unna ein A-Ligist aus der Parallelstaffel mit ähnlichen Ambitionen. Dennoch stehen die Chancen für die Eintracht auch dieses Mal gut, das Halbfinale zu erreichen.

Doch wie kommt das, dass die Evenkämper im Kreispokal immer wieder so stark auftrumpfen – auch, wenn es in der Liga mal nicht läuft? Mario Martinovic hat da eine einfache Erklärung gefunden. „Wir haben ja einige Jungs in der Mannschaft, die auch schon höher gespielt haben“, sagt er. „Die wollen in solchen Spielen dann ja nochmal zeigen, dass sie es können. Ich denke, da kommen dann auch ein, zwei Prozent extra Motivation.“

„Da hatten wir ein bisschen Pech“

Das habe man auch im Spiel gegen die IG Bönen gesehen, als die Evenkämper schon mit einem Bein im Finale standen und ein starkes Spiel ablieferten. „Da hatten wir ein bisschen Pech. Wir haben ja nur 0:1 verloren, das Gegentor war ein diskussionswürdiger Handelfmeter“, erinnert sich Martinovic.

Und da dieses Tor aber früh zu Stande kam, hätten die Evenkämper einen kleinen Vorteil gehabt. „Wir lagen ja nur knapp hinten und dann spielt einem die Zeit in die Karten“, sagt Martinovic. „Da wurde auch Bönen irgendwann nervös. Aber als wir dann die Rote Karte (gegen Serkan Adas wegen Spuckens, Anm. d. Red.) bekommen haben, war es natürlich vorbei.“

Auch Mario Martinovic liebt die Pokalspiele. Dennoch gibt er zu: „Mir wäre es lieber, wenn wir in den Pflichtaufgaben die ein, zwei Prozent mehr rausholen könnten und da nicht zittern müssten. Aber man kann die Jungs ja verstehen: In solchen Spielen will man einfach zeigen, wie gut man ist.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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