Philipp Dubicki und Jawad Foroghi erlebten eine hochspannende, umkämpfte Partie. © Jura Weitzel
Fußball

Das letzte Spiel vor Corona: ein Derby mit Krankenwagen und spektakulären Toren

Ein Jahr ist es her, dass das letzte Amateurfußballspiel nahezu ohne Coronaauflagen und mit Zuschauern stattfinden konnte. Für den Werner SC und den SV Herbern war es eine besondere Partie.

Es ist ein trauriger Stichtag. Am 8. März 2020 war es im Fußball der letzte normale Spieltag. Der letzte Tag ohne die extremen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das letzte Mal, das noch weitestgehend normal am Sportplatz Fußball geschaut werden konnte.

Für die heimischen Landesligisten SV Herbern und Werner SC war es nicht nur der letzte, sondern gleichzeitig auch ein Derby-Spieltag. Im Hinspiel im Lindert hatte der Werner SC den SV Herbern deutlich vom Platz gefegt, verdient mit 3:1 gewonnen. Nun war der SVH also gefordert.

Ein spektakulärer Befreiungsschlag wird zum 1:0

Zu Beginn machten es die Hausherren gut, hatten das Spiel im Griff. Das Tor war dann ein kurioses. Fabian Vogt wollte seiner Mannschaft eigentlich nur mit einem Befreiungsschlag aus dem eigenen Strafraum helfen. Der wurde aber immer länger, tickte kurz vor dem WSC-Strafraum nochmal auf und flutschte Keeper Manuel Linke durch die Hände ins Tor. Ein Treffer, den niemand so richtig glauben wollte – nicht einmal der Torschütze selbst.

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Landesliga-Fußball: SV Herbern gegen Werner SC 1:1 (1:0)

Und die Partie blieb spannend. Beide Mannschaften kämpften hart und waren auf dem Spielfeld gleichwertig. Für die Herberner gab es allerdings einen heftigen Schock. Nach einem Zusammenprall mit Daniel Durkalic sackte Dominick Lünemann bewusstlos zu Boden. Zur Halbzeit wurde er mit dem Krankenwagen abgeholt. Diagnose: Gehirnerschütterung.

Für die anderen ging die Partie aber weiter – und blieb irgendwie besonders. In der zweiten Halbzeit wurde der Werner SC deutlich stärker, der SV Herbern hielt aber gut dagegen. Bis kurz vor Schluss sah es so aus, als würden die Herberner den knappen Sieg über die Zeit bringen.

Aber dann kam Nico Holtmann. In der 90. Minute, als alle scheinbar schon mit den Köpfen beim Schlusspfiff waren, bekam der Werner SC noch einen Freistoß. Youssef Saado brachte diesen in den Sechzehner, wo Nico Holtmann in letzter Sekunde zum starken und auch verdienten Ausgleich traf. Ein Unentschieden, das sich nicht unterschiedlicher anfühlen könnte: Für den Werner SC war es wie ein Sieg, für den SV Herbern wie eine Niederlage.

Und auf die gefühlte Niederlage kam ein weiterer Wermutstropfen. Der Herberner Rückkehrer Oscar feierte eigentlich im Derby seine Rückkehr für den SVH und wurde erst kurz vor Schluss eingewechselt. Wenig später musste er den Platz aber wieder verlassen: Er sah die Gelb-Rote Karte für wiederholtes Foulspiel. Ein unnötiger Platzverweis.

Dass das Spiel das letzte für eine lange Zeit sein würde, hätte wohl niemand an diesem Tag erwartet – schließlich waren noch über 500 Zuschauer am Spielfeld und konnten, mit Ausnahme von ein paar kleineren Hygienemaßnahmen, die Partie noch ganz normal schauen. Aber eins steht fest: Zum Abschluss vor dem Lockdown haben die Zuschauer nochmal einiges geboten bekommen.

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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