Cajus Cramer spielt seit seiner Kindheit für die LippeBaskets. © Isabell Michalski (A)
Basketball

Cajus Cramer und die LippeBaskets können auch 110 Kilometer nicht trennen

Es ist eine Liebe auf Distanz - nicht nur wegen der Corona-Pandemie. 2019 zog Cajus Cramer nach Bonn. Den LippeBaskets ist der bekannte Spieler aber trotzdem verbunden geblieben.

Wenn man von den LippeBaskets spricht, ist er wohl einer der ersten Spieler, der einem einfällt. Cajus Cramer ist seit seiner Kindheit bei den LippeBaskets – und inzwischen wohl auch so etwas wie die Galionsfigur der Werner Basketballer. Auch ein Umzug ins Rheinland ändert daran nichts.

So war die Verwunderung groß, als Cramer Mitte 2019 ankündigte, bei den LippeBaskets aufzuhören. Der 26-Jährige ging beruflich nach Bonn, 110 Kilometer Luftlinie entfernt von seiner Heimatstadt. Zuerst zog er nach Köln, trainierte dort bei den Rheinstars Köln in der zweiten und dritten Mannschaft mit. „Aber ich war da nie gemeldet“, erklärt Cramer.

Zurück zu den Wurzeln

Nach dem Umzug nach Bonn trainierte er auch dort bei einer Oberliga-Mannschaft mit – ebenfalls ohne Spielberechtigung. Stattdessen stand er dann doch für die LippeBaskets bei vier Spielen auf dem Parkett. Die Trennung vom Werner Basketball war eine kurze.

Ein Jahr später verkündete der Verein, dass Cajus Cramer wieder bei den LippeBaskets spielt. Back to the roots, zurück zu den Wurzeln. Da, wo er mit sieben Jahren angefangen hat, Basketball zu spielen. Damals ist er durch seine Schwestern Malin und Alina zum Sport gekommen. „Irgendwann wollten meine Eltern, dass auch ich mal Sport mache“, sagt er. In der Schule habe er auf dem Schulhof Fußball gespielt. Durch Nils Michalzik kam er dann zum Basketball.

Als Michalzik aufgrund seines Alters in eine andere Mannschaft wechselte, hörte Cramer kurz auf. Bis er dann mit Stefan Pavlevski wieder zum Basketball ging. Dort lernte er auch Marius Westrup und Justus Altmeyer kennen, die auch immer noch alle bei den LippeBaskets in unterschiedlichen Teams spielen. „Das ist bis heute auch noch mein engster Freundeskreis“, so der 26-Jährige.

Sie waren auch ausschlaggebend für die Treue zum Verein: „Da hat man sich nicht mehr die Frage gestellt, warum man zum Basketball geht. Selbst wenn man keine Lust auf Training hatte, hat man wenigstens seine Freunde getroffen“, sagt der Shooting Guard rückblickend. Durch seine kurze Phase bei anderen Vereinen habe er dann noch mal mehr zu schätzen gelernt, was der Verein bedeutet.

„Das fängt bei den Kumpels an und hört dann bei den Zuschauern auf, mit denen man nach dem Spiel quatscht und Spaß hat“, meint er. Zwar würden viele Vereins und Teams sagen, dass es bei ihnen familiär sei, „aber ich glaube, hier ist es wirklich so“. Bei den LippeBaskets gebe es keine Trennung zwischen den Teams, man hilft untereinander aus: „Jeder gönnt dem anderen was, man hilft sich.“ Ein Wir-Gefühl eben – von den Teams bis zum Zuschauer.

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick
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