Björn Christ ist schon in jeder Position beim SV Herbern unterwegs gewesen. © Helga Felgenträger
Fußball

Bei jedem Anruf eine Zusage: Björn Christ spielte schon jede Rolle beim SV Herbern

Björn Christ ist beim SV Herbern definitiv das, was man ein Urgestein nennt. Seit vielen, vielen Jahren ist er für den Verein aktiv – und hat dabei schon jede erdenkliche Position bekleidet.

Als Kapitän der ersten Mannschaft, als Kopfballungeheuer, als Ratgeber für Nachwuchsspieler und als Jugendtrainer hat er sich in Herbern einen Namen gemacht: Björn Christ ist für den SV Herbern längst mehr als ein „Urgestein“; er ist eine Vereinslegende. Mit 41 Jahren stand er noch im Aufgebot des Landesligisten, und auch nach seinem Abschied vom aktiven Sport konnte er sich nicht von seinem Fußballverein trennen.

„Früher haben wir gelacht, wenn jemand mit 30 seinen Blumenstrauß gekriegt hat und dann mit 32 Jahren wieder das Trikot getragen hat“, schmunzelt der heute 45-Jährige und fügt hinzu: „Ich bin da aber wohl ein ganz besonderer Fall. Ich bin von fünf verschiedenen Mannschaften verabschiedet worden.“ Daraus habe er gelernt und werde heute „nie wieder nie sagen“. Dennoch ist er sich doch sehr sicher, dass die aktive Karriere vorbei ist, denn „da müsste dann schon einiges passieren“, dass er noch einmal gegen den Ball trete.

„Ich bin da irgendwie so rein gerutscht“

Eigentlich hatte er 2019 nach zwei Jahren als Trainer der zweiten Mannschaft seinen Abschied verkündet – aus privaten Gründen. Kurze Zeit später kehrte er dann aber doch wieder zurück zum SVH und übernahm Verantwortung für die A-Jugend.

„Ich bin da irgendwie so rein gerutscht. Der Trainer der Jungs war im Urlaub, der Co-Trainer konnte auch nicht, und da hat man mich gefragt, ob ich mich ein paar Wochen um die Truppe kümmern kann. Und natürlich sage ich da nicht nein“, erinnert sich Christ. Er sei „dann halt dabei geblieben“ und hat bereits zugesagt, dass er auch in der kommenden Spielzeit bei der A-Jugend an der Seitenlinie stehen wird.

Björn Christ lief schon oft für den SV Herbern auf - auch nach seinem vermeintlichen Karriereende.
Björn Christ lief schon oft für den SV Herbern auf – auch nach seinem vermeintlichen Karriereende. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

„Man hilft sich hier in Herbern einfach. Das macht diesen Verein aus. Jeder kennt jeden, und jeder hilft jedem“, ist sich Christ sicher. Und daher sprang er beim SV Herbern immer dann ein, wenn er wirklich gebraucht wurde – meistens im Abstiegskampf.

So rekrutierte ihn Christian Bentrup, damals Trainer der ersten Mannschaft des SVH, im Kampf um den Klassenerhalt in der Westfalenliga in der Saison 2012/2013. „Das war damals auch nicht geplant – auch da bin ich am Ende irgendwie rein gerutscht“, wiederholt sich der 45-Jährige.

Diesen Abstieg konnte das Team unter Christian Bentrup damals trotzdem nicht verhindern. Anders war es Jahre später, als der SV Herbern am letzten Spieltag der Landesliga noch einen Punkt in Coesfeld brauchte, aber an Verteidigermangel litt. „Auch da habe ich den Anruf gekriegt. Und natürlich habe ich gespielt.“ Dieses Mal mit Erfolg.

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