Colin Lachowicz (l.) und sein Bruder Yannick spielen für den Werner SC. © Johanna Wiening
Fußball

Außer bei ihren Lieblingsklubs waren sich zwei Brüder des Werner SC bei der Klubwahl immer einig

Selbst spielten Yannick und Colin Lachowicz vom Werner SC immer in den gleichen Klubs. Doch ihre Lieblingsvereine unterscheiden sich. Daher kann es beim Fußballgucken auch mal laut werden.

Auf dem Fußballplatz verstehen Yannick (22) und Colin Lachowicz (21) vom Werner SC sich gut. Die Brüder gönnen sich alles. Anders sieht das aus, wenn ihre beiden Lieblingsvereine gegeneinander spielen. Dann geht es hoch her im Haus der Lachowicz‘.

Yannick ist FC-Barcelona-Fan, Colin Anhänger von Real Madrid. „Wenn Barca gewinnt, bin ich nicht gut drauf. Mein Bruder dafür doppelt so gut. Der schreit beim Spiel auch die Bude zusammen“, sagt Colin Lachowicz. „Ich stecke da deutlich mehr Emotionen rein“, bestätigt Yannick.

Auch auf dem Platz spiegelt sich das wider. „Ich bin eher der Ruhige“, sagt Colin. Das tut dem Verständnis im Spiel aber keinen Abbruch. „Wir verstehen uns blind. Das klappt gut.“ Yannick ergänzt: „Wir kennen die Laufwege, wissen wie der andere tickt. Wir machen privat auch vieles zusammen und bolzen.“

So unterschiedlicher Meinung sie beim Fußballgucken sind, so sehr gönnen sie auf dem Feld dem anderen den Erfolg. „Es ist jedes Spiel geil, wenn wir zusammen auf dem Platz stehen. Wir gönnen und alles von Herzen und spornen uns gegenseitig an“, so Yannick.

Yannick Lachowicz „belaberte“ seinen Bruder

Auch, wenn beide natürlich nicht immer gleichzeitig in der Startelf stehen könnten, wäre es ihnen wichtig, möglichst oft zu spielen. „Wir haben immer geguckt, dass wir in einer Mannschaft sind, aber auch spielen können. Der Bonus ist, wenn wir zusammen spielen.“

Daher wäre Colin auch erst nicht sicher gewesen, ob er seinem Bruder zum Werner SC folgen sollte. „Ich habe ihn zuhause belabert“, sagt Yannick. „Ich habe anfangs erst gezweifelt, aber dann hat er mich überredet. Eigentlich war klar, dass ich meinem Bruder folge“, so Colin.

Bis jetzt liefen die Karrieren der beiden Brüder auch praktisch parallel. Beide begannen das Fußballspielen zusammen in ihrem Dorfverein, wechselten dann zu Eintracht Heessen, von da ging es zu Rot Weiss Ahlen und schließlich zum SV Herbern.

Sie waren zwar immer im gleichen Verein, spielten aufgrund ihres Altersunterschieds aber nicht immer in der selben Mannschaft. Der Ältere, Yannick, wechselte nach der A-Jugend zum WSC. Bereut hat er den Wechsel nicht. „Das ist eine echt geile Truppe.“

Colin Lachowicz flog gegen ihren Ex-Verein vom Platz

Ihm habe es aber besonders weh getan, als Colin ausgerechnet im Derby gegen Herbern vom Platz geflogen sei. Der Außenspieler sah im Kreispokal-Spiel im Oktober 2020 die Gelb-Rote Karte. „Das war echt nicht geil.“ Auch Colin ärgert sich natürlich. „Das war doppelt schlimm, weil es gegen den Ex-Verein war. Vorher haben wir noch gesagt: Das wird unser Spiel.“

In Zukunft sei aber nicht ausgeschlossen, dass beide mal nicht mehr in einem Klub spielen würden. „Jeder guckt auch ein bisschen auf sich selbst. Ich spiele Fußball, um zu gewinnen und das Beste rauszuholen, wurde aber von Verletzungen ein bisschen ausgebremst“, sagt Yannick, zentraler Mittelfeldspieler.

„Klar würde ich gerne höher spielen, aber die Frage ist: Klappt das?“ so Colin. Und wer weiß, ob beide früher oder später nicht doch wieder im gleichen Verein spielen. Die Lachowicz-Brüder gibt es wohl nur im Doppelpack.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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