Minikicker gibt es beim SV Stockum aktuell nicht. © Patrick Fleckmann
Fußball: Kreisliga A

Auf der Suche nach der Jugend: SV Stockum will von einer Re-Union profitieren

Schon seit einigen Jahren hat der SV Stockum Probleme in der Jugendabteilung - aktuell gibt es im Verein nur zwei Jugendteams. Das soll sich bald ändern, auch aufgrund einer Re-Union.

Während so manch ein alternder Fußballer auf der Suche nach der ewigen Jugend ist, sucht man beim SV 47/63 Stockum überhaupt nach „der Jugend“. Lediglich zwei Nachwuchsteams hat der Verein im laufenden Spielbetrieb: eine C-Jugend und eine F-Jugend. A-Jugend, B-Jugend, D-Jugend, E-Jugend und Minikicker: Fehlanzeige.

Wo ist die „verlorene Jugend“ geblieben ist, ist schnell erklärt: „Wenn die Jungs zur weiterführenden Schule gehen, gehen sie nach Werne. Und da spielen sie dann meistens auch ziemlich schnell mit ihren neuen Freunden Fußball“, sagt Geschäftsführer Yassine Najih.

„Die meisten Kids gehen natürlich nach Werne“

Das Problem sei bekannt, aber bisher hätte der Verein es nicht lösen können. „Die meisten Kids gehen natürlich nach Werne. Da wandern die meisten hin ab. Einige spielen später aber auch für Ahlen, Hamm oder Herbern“, analysiert der zweite Vorsitzende Mohamed Amer.

Und genau das soll sich bald ändern, betont der Stockumer Vorstand. Das Ziel ist klar formuliert: „Wir möchten gerne die alten Zeiten wieder haben, wo wir sieben oder acht Mannschaften in der Jugend hatten“, sagt Amer. Die Initialzündung dazu war gewissermaßen die „Re-Union“ der C-Jugend, die der zweite Vorsitzende selbst betreut.

„Ich habe die Jungs schon als Minikicker trainiert. Vor zwei Jahren hat sich die Mannschaft dann aufgelöst und ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir so als Team noch einmal zusammen kommen“, erinnert sich Amer an die Ereignisse zurück.

„Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut“

Die „Wendung wie im Märchen“ habe er nicht auf der Rechnung gehabt. „Einige Jungs kamen irgendwann zu mir in den Laden und sagten: ‚Wir wollen unsere alte Mannschaft wieder haben. Und du bist unser Trainer!‘ Das hat mich richtig berührt, und ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich erzähle, wie das gelaufen ist“, sagt Mohamed Amer.

Dass der SV 47/63 Stockum den Schwung dieser Geschichte nicht mitnehmen konnte, ist der Pandemie geschuldet. „Corona hat uns da natürlich einen großen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir wollten weitere Jugendmannschaften aufbauen, aber wir konnten natürlich keine Turniere spielen und keine Probetrainings anbieten“, hadert Amer.

Yassine Najih plant ein Projekt mit Strahlkraft mit dem SV Stockum.
Yassine Najih plant ein Projekt mit Strahlkraft mit dem SV Stockum. © David Döring © David Döring

Untätig sei man aber auch in dieser Zeit nicht gewesen, ergänzt Geschäftsführer Yassine Najih. Er kündigt bereits jetzt ein „größeres Projekt“ an, das Strahlkraft „für den Jugendfußball in der Region“ haben werde. Konkreter könne er zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht werden, betont er, da die Gespräche derzeit noch laufen.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter

Der neue Lokalsport-Newsletter für Dorsten

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Dorstener Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.