Viele Eltern und Schüler haben mit ihrem Kommen zur Sonderratssitzung ein Zeichen gesetzt. Sie können nicht verstehen, warum der Schulausschuss einen externen Kandidaten für die Leitung der Sekundarschule bevorzugt. © Till Goerke
Sekundarschule Vreden

Zoff wegen Schulleiterstelle: „Entscheidung der Lokalpolitik erschreckend“

Es gibt zwei Bewerber für die Leitung der Sekundarschule Vreden. Schulkonferenz und Kommunalpolitik haben darüber unterschiedlich abgestimmt. Schüler und Eltern haben eine klare Meinung dazu.

Sie wollen gehört und gesehen werden. Auf dem Pausenhof des Gymnasiums Georgianum haben sie sich coronkonform versammelt – Schüler und Eltern der Sekundarschule Vreden. Banner und Plakate sind verboten. Polizei und Ordnungsamt schauen nach dem Rechten. Es ist Freitag, 16.45 Uhr, wenige Minuten vor Beginn der Sondersitzung des Vredener Rates im Innenhof. Eine Sitzung, die reichlich Zündstoff birgt.

Der öffentliche Teil der Sitzung beinhaltet – auf Anregung der Vorsitzenden der Elternpflegschaft – zwar nur einen Punkt, doch klar ist, dass anschließend hinter verschlossenen Türen wohl Klartext über die Besetzung der Schulleiterstelle der Sekundarschule gesprochen werden wird. Jenes Thema, das zuletzt hohe Wellen schlug.

Schulkonferenz fühlt sich auf die Füße getreten

Denn die Schulkonferenz fühlt sich von der Lokalpolitik, genauer gesagt den Mitgliedern des Schulausschusses, und deren favorisierten Lösung für die Stellenbesetzung auf die Füße getreten. Darum will die Elternpflegschaft mit dem Antrag im öffentlichen Teil bewirken, dass sich der Rat mit dem Thema beschäftigt und nicht wie bisher der Schulausschuss.

Doch ganz losgelöst von diesem Antrag verfolgen Schüler, Eltern und Lehrer an diesem Freitag ein übergeordnetes Ziel. „Uns ist wichtig, dass jeder sieht, worum es uns geht. Denn die Entscheidung der Lokalpolitik fanden wir erschreckend“, stellt Andrea Hannemann, deren Sohn selbst auf die Sekundarschule geht, im Vorfeld der Sitzung im Gespräch mit der Redaktion vor Ort klar. Sie ist stellvertretende Elternpflegschaftsvorsitzende.

Leserbrief bringt alles ans Licht

Zur Einordnung: Um die Besetzung der Schulleiterstelle an der Sekundarschule ist ein Lauffeuer entbrannt. Die Schulkonferenz würde gerne eine interne Kandidatin auf dem Stuhl sehen. Diese setze sich, so berichtet es die stellvertretende Elternpflegschaftsvorsitzende, seit Jahren „mit viel Herzblut und Leidenschaft“ als Lehrkraft für die Belange der Schülerinnen und Schüler ein. Darum sei man absolut überzeugt von ihr.

Der Schulausschuss sieht die Sache anders. Dieser hatte in der vergangenen Woche gegen die interne und für einen externen Bewerber gestimmt. In einer geheimen Wahl. Allerdings hatte Knut Milas, Elternpflegschaftsvorsitzender und sachkundiger Bürger für die UWG im Ausschuss, die Sache mit einem Leserbrief im „Vredener Anzeiger“ öffentlich gemacht.

Ignoriert der Ausschuss die Stimmen der Schüler?

Dass er damit gegen die Verschwiegenheitspflicht verstoßen haben dürfte, liegt nahe. Mutmaßlich wird auch darüber im Rat gesprochen werden. Doch darum geht es am Freitag weder den Schülern noch den Eltern. Sie wollen einfach nur gehört und gesehen werden. „Es ist einfach traurig, dass der Ausschuss die Entscheidung der Kinder ignoriert“, macht Andrea Hannemann deutlich.

Mitarbeiter vom Ordnungsamt hatten ein wachsames Auge darauf, dass alles coronkonform abläuft.
Mitarbeiter vom Ordnungsamt hatten ein wachsames Auge darauf, dass alles coronkonform abläuft. © Till Goerke © Till Goerke

Denn: Die Schulkonferenz setzt sich aus Lehrern, Eltern und Schülern der Sekundarschule zusammen. Und weil am Ende die Bezirksregierung über die Besetzung der Schulleiterstelle entscheidet, sei eine interne Einigkeit enorm wichtig, wie Andrea Hannemann betont.

„Wen wird die Bezirksregierung bei zwei Kandidaten wohl wahrscheinlich auswählen?“, fragt sie. Sie befürchtet im Namen der Schulkonferenz, dass der lokalpolitische Vorschlag am Ende einfach mehr Gewicht haben könnte.

Es geht darum, ein Zeichen zu setzen

„Genau darum sind wir heute hier. Wir wollen hier nicht demonstrieren oder jemanden anklagen, aber wir wollen gesehen und gehört werden“, so Andrea Hannemann. Auch wenn Banner und Plakate nicht auf das Gelände dürfen. „Die Mitglieder der Schulkonferenz sind doch ganz nah dran. Wer, wenn nicht sie, können beurteilen, was gut für die Sekundarschule ist?“

Über die Ergebnisse aus dem nicht-öffentlichen Teil der Sonderratssitzung werden wir in der MLZ-Montagsausgabe (17. Mai) berichten.

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