Zehn Vredener Unternehmen wollen Gewerbegebiete grüner gestalten

dzProjekt Grün statt Grau

Die Gewerbegebiete sollen grüner werden. Zehn Vredener Unternehmen gehen dabei voran – und wurden dafür ausgezeichnet. Auch wenn der Schritt banal scheinen mag, er kann viel bewirken.

Vreden

, 20.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wildblumen statt Asphalt, Nistkästen und Insektenhotels statt kurz gemähtem Rasen, abwechslungsreiche Beete statt monotoner Bodendecker: Im Gewerbegebiet Gaxel verändert sich gerade das Bild.

Zehn Vredener Unternehmen beteiligen sich schon an dem Projekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“. Sie begrünen ihre Flächen im Gewerbegebiet Gaxel und sorgen dafür für mehr Lebensräume für Tiere. Für dieses Engagement hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung den Projektpartnern die Auszeichnung „Projekt Nachhaltigkeit 2020“ verliehen.

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Eines dieser Unternehmen ist die Vredener Firma Laudert. Simon Edel, PR- und Content-Manager, betont die Bedeutung des Projektes. „Auch wenn einem das vielleicht banal erscheinen mag, durch so kleine Schritte kann viel bewegt werden“, sagt er.

Kleine Schritte können viel bewegen

Bei Laudert beispielsweise gebe es ja schon seit Jahrzehnten Grünanlagen um das Firmengebäude. „Das waren aber zum Teil Pflanzen, die zwar schön aussahen, mit denen Tiere nicht viel anfangen konnten“, erklärt er. Diese würden nun nach und nach ausgetauscht. Gleichzeitig wurden viele Nisthilfen für Vögel und ein großes Insektenhotel aufgebaut. Veränderungen, die von außen gar nicht unbedingt sichtbar seien, die aber viel für die Natur bewegen. Wenn das alle Unternehmen mit ihren Flächen in den Gewerbegebieten machen würden, könne ja schon eine große Verbesserung für die Tier- und Pflanzenwelt erreicht werden.

„Wir leben ja in Zeiten, in denen wir uns ganz langsam erst über die ökologischen Veränderungen bewusst werden“, ergänzt er. Umso wichtiger sei es daher mit gutem Beispiel voranzugehen. „Und das wollen wir Vredener tun“, sagt Simon Edel.

Projektpartner erproben neue Wege

Die Stadtverwaltung Vreden hat sich mit Partnern aus Wissenschaft, Beratung und Bildung auf den Weg gemacht, genau das zu tun – im Rahmen des Projektes „Grün statt Grau – Gewerbegebiet im Wandel“. Das Projekt erprobt Wege, wie Kommunalverwaltungen, Unternehmen, aber auch Vereine, Schulen und alle anderen Gruppen, die in Gewerbegebieten aktiv sind, diese Gebiete gemeinsam nachhaltig weiterentwickeln können – für mehr Aufenthaltsqualität, mehr Natur im Gebiet und für eine bessere Anpassung an die Folgen des Klimawandels wie Hitze und Starkregen.

Ein Landschaftsarchitekturbüro aus Essen erstellt ein Konzept und berät die Unternehmen darin, wie sie ihre Flächen naturnäher gestalten können. Diese Fachberatungen haben einen Wert von 1500 Euro – von den Unternehmen wird lediglich ein Eigenanteil von 250 Euro erhoben. Und auch dieser wird zurückerstattet, wenn man vorgeschlagene Maßnahmen umsetzt.

Fachberatungen werden gefördert

Gefördert werden die Fachberatungen durch das Vital-NRW Programm der Landesregierung. Die Stadt Vreden sucht nach weiteren Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Weitere zehn Fachberatungen werden von der Stadtverwaltung an interessierte Unternehmen noch vermittelt (Kontakt siehe unten). Auch auf städtischen Flächen in Gaxel wurden bereits Blühmischungen ausgesät, eine Trockenmauer errichtet und Nistkästen aufgehängt. Ein großes Insektenhotel wird derzeit vom Vredener Verein „Mit Hand und Herz“ gebaut. Wichtiger Partner für diese Maßnahmen ist auch der Förderverein Kulturlandschaft Vreden.

Auf der Projekt-Internetseite ist deshalb eine große Rubrik mit Tipps für Unternehmen und Kommunen gewachsen, wie sie die Begrünung gemeinsam angehen und Mitstreiter finden und binden können. Das soll auch projektexternen Kommunen und Unternehmen die Möglichkeit geben, von den Erfahrungen zu profitieren und die Ergebnisse langfristig sichtbar machen.

Informationen und Kontakt für interessierte Unternehmen

  • Interessierte Unternehmen, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, können sich an Dr. Julia Gottwald bei der Stadtverwaltung Vreden wenden; julia.gottwald@vreden.de, Tel. (02564) 303177
  • Tipps für Unternehmen und Kommunen gibt es auch auf der Homepage des Projekts www.gewerbegebiete-im-wandel.de
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