Wenig Lust auf Bräuche und Traditionen bei der Hochzeit

dzKolumne Brautnah

Victoria Thünte heiratet im Oktober 2019 und berichtet regelmäßig von den Hochzeitsvorbereitungen. Dieses Mal geht es um Bräuche und Traditionen, auf die sie nur wenig Lust hat.

Vreden

, 07.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich bin ich kein abergläubischer Mensch. Bei den Hochzeitsvorbereitungen werde ich jedoch immer wieder mit diesem Thema konfrontiert. So viele Bräuche, Traditionen und Regeln...

Da ist natürlich der Klassiker: etwas Blaues, etwas Gebrauchtes, etwas Altes, etwas Neues. Das soll Glück bringen. Aber mein Outfit steht schon lange, und über diese Dinge habe ich mir bisher gar keine Gedanken gemacht. Soll ich also wirklich noch mal neue Schuhe kaufen, nur damit ich etwas Blaues habe? Oder den neuen Haarschmuck gegen etwas austauschen, das ich noch in der Schublade liegen habe? Muss nicht sein, finde ich.

Genauso wenig möchte ich meinen Gästen etwas vorschreiben. Es gibt keinen Dresscode, da sind wir ganz entspannt. Wer ein rotes Kleid tragen möchte, darf auch das. Auch wenn das eigentlich total verboten ist, um der Braut nicht die Show zu stehlen, habe ich gehört.

Eigentlich möchte ich den Brautstrauß behalten

Auch bei anderen Traditionen, die man halt so macht, bin ich skeptisch. Meinen Brautstrauß möchte ich eigentlich nicht werfen, sondern lieber als Erinnerung behalten. Einen Polterabend feiern wir auch nicht, weil uns dazu schlichtweg die Zeit und das Geld fehlt.

Übrigens: In den Kirchen hier ist es auch üblich, dass das Brautpaar zusammen zum Altar läuft. Kein Vater also, der die Braut dem Bräutigam übergibt. Schließlich sind die Brautleute gleichberechtigt, also gehen sie diesen Weg auch gemeinsam, so die Begründung der Kirche.

Hochzeitstorte wegen der Torte, nicht fürs Anschneiden

Einige Bräuche finde ich aber auch einfach schön. Auf eine Hochzeitstorte wollte ich zum Beispiel nicht verzichten – einfach weil ich Torte liebe! Mir ist aber total egal, wer beim Anschneiden die Hand oben hat.

Außerdem habe ich ganz traditionell ein weißes Kleid und möchte auch nicht, dass mein Verlobter es vor der Hochzeit sieht. Genauso wenig möchte ich wissen, wie sein Anzug aussieht. Wir wollen den Überraschungseffekt.

Zufälle, die man als Zeichen werten könnte

Und dann sind da ja noch die Zufälle, die man als Zeichen werten könnte, wenn man abergläubisch wäre. Erst nach dem Kauf des Brautkleides habe ich etwa gemerkt, dass die Firma genau so heißt, wie ich mich als Teenager in sozialen Netzwerken genannt habe, weil ich das Wort so schön finde. Mein Nickname also.

Außerdem ist mir irgendwann aufgefallen, dass zwischen unserem Hochzeitsdatum und meinem Geburtstag genau 100 Tage liegen. Da kann doch nichts mehr schief gehen...

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