Wärmemessungen per Flugzeug über Vredener Gewerbegebiet Gaxel

dzGebäudebegrünung

Ein Flieger kreist über dem Industriegebiet Gaxel in Vreden. Aus der Luft wird die Wärmestrahlung gemessen. Mit den Ergebnissen können Unternehmen Maßnahmen gegen zu große Hitze unternehmen.

Vreden

, 11.08.2020, 11:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich Dienstag oder Mittwoch beim Blick nach oben wundert, dass ein Flugzeug in Zickzack-Linien über dem Industriegebiet Gaxel kreist, muss weder Überwachung aus der Luft noch einen Absturz fürchten. An Bord des Fliegers ist eine Expertin, die mit einer Wärmebildkamera die Wärme auf dem Gelände misst. Die Messung soll dabei helfen, Lösungen gegen die Aufheizung in Hitzeperioden zu finden.

„In Industriegebieten ist der Boden stark versiegelt. Es gibt die Möglichkeit, mit der Bepflanzung eine Ebene höher oder in die Vertikale zu gehen“, erläutert Dr. Julia Gottwald, Sachbearbeiterin für das Bundesprojekt „Grün statt Grau“ bei der Stadt Vreden. Das bedeutet, dass Dach- und Fassadenbegrünungen dafür geeignet seien, das Klima im Gebiet zu verbessern.

Verdunstungskälte der Pflanzen hilft außen und innen

In dem Projekt „Grün statt grau“ werden Gewerbe- und Industriegebiete nachhaltig weiterentwickelt und für künftige Herausforderungen gerüstet. „Durch die Bepflanzung wird Verdunstungskälte produziert. Das führt schon zu einer merklichen Abkühlung und sorgt gleichzeitig auch für Schatten, was etwas für das Klima im Gebäude bringt“, nennt Julia Gottwald die Vorteile der Dach- und Fassadenbegrünung. Bei richtiger Auswahl der Pflanzen und fachmännischer Anbringung könne die Begrünung die Gebäudehülle langfristig vor starker UV-Strahlung, Hagel, Starkregen, Frost und Windlast schützen.

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In Bezug auf das Industriegebiet Gaxel könnte die Wärmestrahlungsmessung aus der Luft auch zeigen, welchen Einfluss zum Beispiel die alten Eichen, die in einer Straße stehen, oder der nahe Bach auf die Temperatur haben. „Das ist für uns auch interessant“, betont Julia Gottwald.

Interessierte Unternehmen erhalten Ergebnisse

Die Ergebnisse werden den im Industriegebiet ansässigen Unternehmen auf Wunsch zur Verfügung gestellt. Diese können dann entscheiden, ob ihnen eine Begrünung sinnvoll erscheint. „Das ist kein Muss“, sagt die Sachbearbeiterin, wirbt aber für die im Rahmen des Projektes von der Stadt ausgerichtete Informationsveranstaltung am 16. September. Dort werden die Ergebnisse der aktuellen Messungen teilweise vorgestellt.

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Nicole Pfoser, Fachfrau für das Thema Dach- und Fassadenbegrünung von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen, wird dann mit den Interessierten alle noch offenen Fragen klären. „Sie beschäftigt sich schon seit Jahrzehnten mit dem Thema und kann sämtliche Fragen zu technischen Daten klären“, verspricht Julia Gottwald.

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