Vredener Luxus-Möbelhersteller setzt in Zukunft mehr auf Privatkunden

dzSchwanekamp Interior

Das Unternehmen Holztechnik Schwanekamp hat eine neue Geschäftsstrategie entwickelt. Der Fokus soll in Zukunft mehr auf den Privatkunden liegen. Das liegt nicht nur, aber auch an Corona.

Lünten

, 06.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das in Lünten ansässige Traditionsunternehmen Holztechnik Schwanekamp kehrt in einem neuen Gewand und unter der Marke „Schwanekamp Interior“ zurück auf den Markt. „Fortan wird das Unternehmen maßgeschneiderte Möbel und hochwertige Inneneinrichtungen auch im Privatkundenbereich anbieten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Während das Schwesterunternehmen „MO-Projects“ sich im Bereich Ladenbau für internationale Luxusmarken wie Cartier, Chanel oder Dior einen Namen gemacht hat und dort nach eigenen Angaben zu den Marktführern gehört, will man nun die daraus gewonnene Expertise auch privaten Kunden zur Verfügung stellen. Unter der Leitung der beiden Geschäftsführer, Delia Bensing und Stefan Deelmann, wurde hierzu eigens eine neue Geschäftsstrategie entwickelt.

Corona-Pandemie beschleunigt die Neuausrichtung

„Wir beobachten schon seit einiger Zeit den Trend – der mit Ausbruch der Corona-Pandemie noch verstärkt wurde – dass die eigenen vier Wände nicht nur als Wohnraum genutzt werden, sondern auch zunehmend als Arbeitsplatz und für den Empfang von Kunden dienen“, sagt Delia Bensing. Mit Schwanekamp Interior könne man nun maßgeschneiderte Inneneinrichtungslösungen herstellen und vor Ort aufbauen.

Hochwertige, maßgeschneiderte Anfertigung "Made in Vreden" für Privatkunden – dafür soll Schwanekamp Interior stehen.

Hochwertige, maßgeschneiderte Anfertigung "Made in Vreden" für Privatkunden – dafür soll Schwanekamp Interior stehen. © Schwanekamp Interior

Die Pläne für die neue Geschäftsstrategie lagen schon länger in der Schublade. Die Corona-Krise wurde dann zum Beschleuniger. „Die Arbeit im Homeoffice hat zugenommen, dadurch gab es eine neue Verbindung von wohnen und arbeiten. Außerdem haben sich viele entschlossen, die Zeit für eine Renovierung zu nutzen“, so Stefan Deelmann.

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Im Gespräch mit der Redaktion erklärt er die weiteren Hintergründe des Relaunchs: „Es gab eine gewisse Entfremdung zum Privatkunden, da wir mit MO-Projects fast ausschließlich im gewerblichen Bereich unterwegs waren. Auch die Vredener wussten teilweise nicht mehr: Was kann Schwanekamp mir persönlich bieten?“ Das wolle man nun grundlegend ändern.

Kein völliges Neuland

Dabei ist es nicht so, dass der Privatkunden-Bereich für das Unternehmen völliges Neuland ist. „Es gab immer wieder Aufträge, die wir ausgeführt haben. Meistens entstanden die aber durch Vermittlung unserer Designer oder durch langjährige Kontakte. Zum Beispiel haben wir kürzlich ein Penthouse in St. Petersburg oder ein Ferienhaus an der spanischen Küste eingerichtet“, so Stefan Deelmann.

Auf dem Markt sei „Made in Germany“ immer noch ein hoher Qualitätsstandard. „Das wissen die Kunden überall zu schätzen. Egal ob im Münsterland oder sonst wo auf der Welt. Verlässlichkeit ist wichtiger denn je“, betont der Geschäftsführer.

„Wissen nicht, was passiert“

„Wir wissen nicht, was passiert und wie sich die Situation verändert. Daher haben wir beschlossen, uns breiter aufzustellen“, sagt Stefan Deelmann in Bezug auf die Pandemie. Keinen Hehl macht er daraus, dass Corona das Geschäft seines Unternehmens getroffen hat. „Im Bereich Ladenbau ist es gerade nicht einfach. Normalerweise richten wir sehr viele Shops in Flughäfen, sogenannte Travel Retails, ein. Dort ist seit Februar dieses Jahres gar nichts mehr gelaufen.“

Der Schwanekamp-Geschäftsführer glaubt auch nicht, dass sich die Lage in diesem Bereich zeitnah ändern wird. „Da brauchen wir Geduld.“ In den anderen Branchen sei es zwar auch ruhiger geworden, hier zeigt sich Stefan Deelmann aber optimistisch, dass „nach etwas Pause“ das Geschäft wieder ins Rollen kommt.

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