Vredener Kirmes steht auf wackeligen Füßen – noch ist vieles unklar

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Großveranstaltungen bis zum 31. August werden wegen des Coronavirus abgesagt. Die Vredener Kirmes fällt nicht in diese Frist, doch das heißt nicht, dass das Volksfest auf jeden Fall stattfindet.

Vreden

, 16.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Großveranstaltungen bis zum 31. August, das ist die neueste Ansage aus der Bundesregierung. Die Vredener Kirmes soll am ersten Wochenende nach dieser Frist stattfinden, vom 5. bis 7. September. Was also bedeutet diese neue Regelung für das Volksfest? Kann die Kirmes wie geplant ablaufen?

Marktmeister Jan Wenning hat auf diese Frage am Donnerstagmorgen noch keine klare Antwort parat – obwohl er es gerne hätte. Zum einen wurde die neue Frist erst am Mittwochabend bekannt, die schriftliche Anordnung des Bundes liegt noch nicht vor. Bislang habe das Team nie daran gezweifelt, dass die Vredener Kirmes stattfinden wird. Doch nun muss die Lage neu bewertet werden.

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Zum anderen weiß auch Jan Wenning sehr gut, wie dynamisch sich die Lage derzeit entwickelt. „Woher sollen wir wissen, was in sechs Monaten ist? Wir wissen ja noch nicht einmal, was in zwei Wochen ist“, meint er realistisch. Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten wollen nun im Zwei-Wochen-Rhythmus über weitere Maßnahmen oder Lockerungen entscheiden.

Hoffnung, aber keine Risiken eingehen

Noch hat Marktmeister Jan Wenning Hoffnung: „Ich plane erst einmal ganz normal weiter.“ Er bleibe optimistisch und nach so langer Zeit voller Einschränkungen könnte es dann ja „eine unvergessliche Hammer-Kirmes“ werden, schreibt er auf Facebook.

Das hieße aber nicht, dass es in diesem Jahr definitiv eine Kirmes geben wird. Auf keinen Fall soll das Volksfest ungeachtet von Risiken durchgezogen werden.

„Wir können aufgrund des Risikos (Gesundheitssystem, finanzielle Aspekte, hoher personeller und organisatorischer Aufwand, Gesetzeslage) nicht einfach munter und blind davon ausgehen, dass die Kirmes stattfindet. Alles kann sich wieder dynamisch und rapide verändern. Daher sind wir darauf bedacht, uns bestmöglich und vor allem sicher auf ein Stattfinden oder eine Absage vorzubereiten - natürlich in Absprache mit allen Akteuren“, heißt es in einem Facebook-Post zu dem Thema.

Ein Plan für eine solche Situation liegt beim Marktmeister nicht in der Schublade. Denn abgesagt wurde die Vredener Kirmes seit mindestens 60 Jahren nicht mehr. Auch den Wirten und Schaustellern, die sich jetzt mit vielen Fragen bei ihm melden, kann er deswegen noch keine konkreten Antworten liefern.

Hoffnungsvolle, aber auch kritische Reaktionen

Bei Facebook sind die Reaktionen unterschiedlich. Einige Nutzer wollen unbedingt im September Kirmes feiern. „Ohne Kirmes hat das Jahr gar keinen Sinn“, heißt es da. Oder: „Noch 142 Tage Quarantäne und dann wird alles gut.“ Genau so lange dauert es noch bis zum ersten September-Wochenende.

Doch es gibt in dem sozialen Netzwerk auch kritische Stimmen. Einige kündigen sogar schon an, definitiv nicht zur Kirmes zu kommen, selbst wenn es eine Erlaubnis gebe. Schließlich sei das Virus bis dahin nicht verschwunden und in der vollen Innenstadt und unter Alkoholeinfluss würde sich niemand mehr an Hygienevorschriften halten. Ein Nutzer schreibt: „Es wäre leider total leichtsinnig, die Kirmes stattfinden zu lassen.“

Am Ende entscheidet das auch Marktmeister Jan Wenning nicht alleine. Das Thema wird mit Sicherheit in den politischen Gremien diskutiert werden.

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