Vredener kassiert drei Faustschläge, sieht die Schuld aber bei sich selbst

Eifersucht

Weil er mit seiner Freundin Nachrichten ausgetauscht hatte, würgte und schlug ein Vredener einen 22-Jährigen. Letzterer sucht die Schuld für die Attacke bei sich selbst.

Vreden

, 16.01.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Streit innerhalb der Familie: Aus Eifersucht schlug ein 20-jähriger Vredener zu.

Streit innerhalb der Familie: Aus Eifersucht schlug ein 20-jähriger Vredener zu. © dpa

Am Ende hatten sich wieder alle lieb. „Wir haben die Sache am Telefon geklärt. Damit ist die Sache für mich gegessen“, erklärte ein 22-jähriger Vredener vor dem Amtsgericht Ahaus, dabei war er der Geschädigte. Im vergangenen Jahr sah das noch anders aus. Damals hatte der 22-Jährige den Cousin seiner Lebensgefährtin bei der Polizei wegen gefährlicher Körperverletzung angezeigt, was Letzteren nun auf die Anklagebank brachte.

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Was war passiert? „Ich habe damals die Freundin des Angeklagten angeschrieben und sie zu einer Party in die Stadt gefahren. Nichts Wildes“, berichtete der 22-Jährige. Irgendwann sei er dann von der Arbeit wiedergekommen, wo sowohl der Cousin seiner Freundin als auch dessen Lebensgefährtin auf ihn warteten. Offenbar aus Eifersucht kam es schnell zu einer handfesten Auseinandersetzung. Der 22-jährige Vredener wurde laut Staatsanwaltschaft vom Angeklagten zunächst gewürgt und kassierte dann drei Faustschläge auf den Hinterkopf.

Opfer sucht die Schuld bei sich selbst

Die Schuld für die Attacke suchte der 22-Jährige bei sich selbst: „Ich hatte ja mit seiner Freundin geschrieben und ihm nicht sofort gesagt, was dahinter steckt.“ Deshalb habe er anschließend auch so schnell das Gespräch zum Angeklagten gesucht: „Ich habe ihm versprochen, seiner Freundin nie wieder zu schreiben. Es ist alles wieder gut zwischen uns.“ Die Schläge gegen ihn verteidigte er ebenfalls: „So habe ich das damals auch geregelt. Mir ist es egal, dass er mir eine übergezogen hat.“

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Er sei überrascht gewesen, dass er die Anzeige später nicht mehr zurückziehen konnte. Der Richter erklärte ihm leicht genervt: „Wenn sie den Ball einmal ins Rollen gebracht haben, kann man ihn nicht ohne Weiteres aufhalten.“ Der Angeklagte äußerte sich zu der Angelegenheit überhaupt nicht: „Das ist eine Familiensache.“ Obwohl er mehrfach, und sogar einschlägig vorbestraft war, ließ der Vorsitzende noch einmal Gnade vor Recht ergehen: „Wenn Sie die Auflagen aus dem letzten Prozess erfüllen, ist diese Sache eingestellt.“ Dazu gehört die Teilnahme an einem Anti-Aggressions-Training und 80 Sozialstunden.

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