„Offene Gärten“ in Ellewick bieten Inspirationen für das eigene Zuhause

dzOffene Gartenpforte

Bei der Veranstaltung „Offene Gärten in Westfalen“ geben Gartenbesitzer Einblick in ihre Grünanlagen. Die Besucher können sich inspirieren lassen. Ein Abstecher nach Ellewick hat sich gelohnt.

Vreden

, 07.06.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wer kurz vor Ellewick in das Sträßchen einbiegt, das zum Hof von Beate und Hubert Höing führt, dem fallen schon nach wenigen Metern nicht nur die prächtigen Galloways auf der Wiese auf, sondern auch eine mediterrane Mauer an einem Bauernhaus. Dahinter verbirgt sich der Garten der Höings. Sie haben am Samstag und Sonntag (6. und 7. Juni) ihren rund 2.500 Quadratmeter großen Garten im Rahmen der Aktion „Offene Gärten in Westfalen“ für Besucher geöffnet.

Am Samstagmittag hat eine Windböe das Blumenarrangement am Eingang umgeworfen. Beate Höing (54), ihr Sohn Dominik (22) und Großvater Franz Höing (87) sind gerade dabei, mit ein paar Blumen und etwas Grün daraus wieder einen Blickfang zu zaubern. Trotz Regenwolken am Himmel konnten sie bereits die ersten Besucher begrüßen.

Gartenvielfalt auf rund 2.500 Quadratmetern

Vor rund 30 Jahren haben die Höings die Landwirtschaft aufgegeben. Dennoch hängt ihr Herz an der Region, Natur und Landschaft – und das wird auch in ihrem Garten deutlich. Der Garten, das sind rund 2.500 Quadratmeter liebevoll und abwechslungsreich gestaltete Fläche, aufgeteilt in einen Bauerngarten und einen Prärie- oder Kiesgarten.

Rosen, ein Gartenhaus, ein kleiner bepflanzter Teich - in diesem Garten kann man seine Freizeit genießen.

Rosen, ein Gartenhaus, ein kleiner bepflanzter Teich – in diesem Garten kann man seine Freizeit genießen. © Bernd Schlusemann

Letzterer hat überhaupt nichts mit den Kiesbeten zutun, die heute in Mode sind und eher ein monotones Bild vieler Vorgärten prägen. Beate und Hubert (56) Höing haben sich viele Gedanken gemacht, ehe Großvater Franz den Traktor aus der Scheune holte und rund 300 Quadratmeter Pferdewiese am bereits vorhandenen Bauerngarten für das neue Gartenprojekt abschob.

Das war im Winter 2012/2013, und das war nach einem trockenen Sommer, in dem viele Pflanzen eingegangen waren. „Wir haben hier ganz trockenen Boden“, beschreibt Beate Höing, wie der Gedanke zum Präriegarten langsam gewachsen ist. In Zeeland im benachbarten Holland schaute sie sich mit ihrem Mann Kiesgärten an. „Wir waren begeistert“, erinnert sich Beate Höing.

Vom Großvater etwas abgeschaut

„Ich kommen aus der Stadt und habe eigentlich von Garten überhaupt keine Ahnung“, meint die gelernte Mediengestalterin. Aber: Es sitze bei ihr irgendwie in den Genen. Schon ihr Opa habe eigene Rosen veredelt. Davon war Beate Höing schon als Kind begeistert. „Das wollte ich auch“, erinnert sie sich, dass daraus dann „eine Leidenschaft für den Garten“ entstanden ist.

Maria und Gerd Jägers aus Stadtlohn haben im Garten bei der Familie Höing viele Anregungen für den eigenen Garten gefunden.

Maria und Gerd Jägers aus Stadtlohn haben im Garten bei der Familie Höing viele Anregungen für den eigenen Garten gefunden. © Bernd Schlusemann

Man müsse kein Experte sein, um sich einen schönen Garten zu gestalten, meint Hubert Höing. Geduld sei wichtig, und weiter: „Die Natur lernt einen schon, was geht und was nicht geht.“

Dass so ganz viel geht, dafür ist der Garten in Ellewick ein gutes Beispiel. Im Bauerngarten blühen übers Jahr rund 120 Sorten Rosen, die natürlich auch selbst veredelt wurden. Auf „viele außergewöhnliche Gehölze“ verweisen die Höings nicht ohne Stolz. Dazu gehören unter anderem die immergrüne Magnolie, der Lebkuchenbaum, der Judasbaum, der Taschentuchbaum, verschiedene Ahorne oder der Franklinstrauch.

Stauden in Steinmauern eingefasst

Ein kleiner Teich mit Wasserlauf, verschieden gestaltete Sitzecken, ein Entenhaus, Senk- oder Gemüsegarten nach historischem Vorbild, mit Steinmauern eingefasste Stauden, ein historisches Gartenhaus, dazwischen auch mal das gackernde Haushuhn Elli – im Garten der Familie Höing gibt es viele zu entdecken. Wer den Garten besucht, sollte viel Zeit mitbringen.

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Offene Gartenpforte 2020 in Vreden

Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.
07.06.2020
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Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann
Im Garten der Familie Höing gibt es für Gartenfreunde vieles zu entdecken.© Bernd Schlusemann

Vor der zum Besucherraum liebevoll umgestalteten Tenne des Bauernhauses spendet eine als Sonnenschirm geschulte Ulme Schatten, beim Blick auf das Dach der benachbarten Scheune erfreuen blühende weiße Rosen bis in den First. Von dort aus geht es in den mediterran wirkenden Prärie- oder Kiesgarten. Kies ist allerdings nur in den Wegebereichen zu sehen. Ansonsten grünt es dort in bunter Vielfalt.

Der Kies speichert Sonnenwärme und Wasser, erklärt Beate Höing. Lein, Echinacea oder Gaura fühlen sich dort wohl. „Alles, was die Trockenheit liebt“, lasse sich im Präriegarten anpflanzen, sagt Beate Höing. „Mit dem Präriegarten wollen wir den Leuten zeigen, dass es auch einen anderen Garten gibt“, ergänzt Hubert Höing.

Viele Stunden im Garten

Wie viel Zeit sie im Garten verbringt? „Das ganze Jahr“, ist die direkte Antwort von Beate Höing. Im Frühjahr sind es fünf bis sechs Stunden am Tag, schätzt die 54-Jährige.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Davon zeugen nicht nur bis zu 500 Besucher bei jedem der bisher elf offenen Gartentage, an denen die Höings teilgenommen haben. Auch Besuchergruppen kommen übers Jahr immer mal wieder nach Ellewick, um sich den Garten zeigen und erklären zu lassen.

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Und auch ein Vredener Unternehmen hat den Garten schon für sich entdeckt. Darin sind Aufnahmen für eine Bettwäschewerbung entstanden. Natürlich nutzen auch Brautpaare die Gartenvielfalt, um sich am schönsten Tag ins rechte Licht setzen zu lassen.

Mit fachkundigem Blick gehen an diesem Nachmittag Maria und Gerd Jägers aus Stadtlohn durch den Bauerngarten. Sie kennen sich aus, sind im Gartenbauverein Ahaus aktiv und dort häufig Organisatoren von Touren für die Gartenfreunde aus der Nachbarstadt.

Anregungen geholt für den eigenen Garten

„Wir waren schon mal hier und der Garten war damals schon schön“, findet Maria Jägers, dass sich der Besuch auch in diesem Jahr wieder gelohnt hat. Und auch ein paar Anregungen für den eigenen Garten hat sie sich geholt.

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