Volksbank verschärft Sicherheitsvorkehrungen nach Automaten-Sprengung

dzGeldautomat gesprengt

Der Schaden an dem Gebäude ist wohl höher als die Summe, die die Täter bei der Automaten-Sprengung in Vreden erbeutet haben. Das sagt Frank Overkamp, Vorstandsvorsitzender der Volksbank.

Vreden

, 18.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als in der Nacht zu Dienstag gegen 3 Uhr das Handy von Frank Overkamp klingelte, konnte er zunächst gar nicht glauben, was er da hörte. Die Polizei teilte dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Gronau-Ahaus mit, dass unbekannte Täter einen Geldautomaten in Vreden gesprengt hatten.

„An der Neustraße? Wirklich?“, fragte sich Frank Overkamp direkt. Schließlich sei mitten in der Innenstadt die Gefahr groß, dass es Zeugen gibt. So kam es ja auch: Ein Anwohner filmte die Tat.

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Geldautomat in Vreden gesprengt

In der Nacht zu Dienstag (16. Juni) wurde an der Volksbank in der Vredener Innenstadt ein Geldautomat gesprengt.
16.06.2020
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Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer
Der Geldautomat wurde gesprengt, die Splitter der Glasscheibe lagen am Dienstagmorgen noch auf der gesamten Fahrbahn verteilt.© Victoria Garwer

Der Vorstandsvorsitzende machte sich noch in der Nacht auf den Weg nach Vreden. „Die Täter sind mit einer unglaublichen Brutalität vorgegangen“, beschreibt er seinen ersten Eindruck. Die Fenster und Türen des Foyers wurden komplett zerstört. Noch am Dienstagnachmittag wurden sie provisorisch mit Holzbrettern verschlossen. Möglichst schnellen sollen sie nun erneuert werden.

Geld aus dem gesprengten Automaten könnte angebrannt sein

„Der Schaden am Gebäude übersteigt auf jeden Fall die Summe des gestohlenen Bargelds“, so Frank Overkamp. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 100.000 Euro. Wie viel Geld genau die Täter erbeuten konnten, ist nicht bekannt.

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Aber können die Räuber damit überhaupt etwas anfangen? Oder wurden die Scheine bei der Explosion zerstört? „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass die Scheine angebrannt oder verkokelt sind. Ein Teil ist sicher komplett unbrauchbar“, erklärt Frank Overkamp. Eine Farbpatrone aber habe es in dem Geldautomaten nicht gegeben.

Täter nutzen Sprengstoff statt Gas

Er geht davon aus, dass die Täter Sprengstoff genutzt haben. Denn die heutigen Geldautomaten haben einen Gasdetektor, der eine Sprengung mit Gas verhindern soll. Die Polizei bestätigt das.

Tatsächlich nutzen wegen der neuen Gasdetektoren immer mehr Täter Sprengstoff. Das erklärte der Leitende Kriminaldirektor des LKA in NRW Thomas Jungbluth just am Dienstag in einem Interview. Demnach geht das LKA davon aus, dass 80 bis 85 Prozent der Täter aus den Niederlanden kommen, vorwiegend aus den Großräumen Utrecht und Amsterdam.

Die Zahl der Automatensprengungen steigt derzeit wieder an. Nach Angaben des Landeskriminalamtes sind in diesem Jahr in NRW schon 98 Geldautomaten gesprengt worden. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2019 gab es landesweit insgesamt 104 Fälle, 2018 waren es 108.

Volksbank-Automat in Vreden wurde schon 2016 gesprengt

Frank Overkamp hat in seiner bislang elfjährigen Zeit als Vorstandsvorsitzender der Volksbank Gronau-Ahaus genau zwei Sprengungen erlebt – beide davon in Vreden. Im Mai 2016 war ein Geldautomat der Volksbank-Filiale an der Winterswyker Straße Ziel von Räuber.

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Die Volksbank wird nun gemeinsam mit der Polizei und der Versicherung die Sicherheitsmaßnahmen überprüfen. Der gesprengte Automat stand in einem Foyer, das sich nachts nur mit einer Karte regulär öffnen lässt. Die Täter haben sich Zugang zu dem Vorraum verschafft.

Geldautomaten sollen nicht komplett abgeschafft werden

Das Geld ist in dem Automaten doppelt gesichert. Es liegt nach Angaben von Frank Overkamp in Geldkassetten verschlossen in einem Tresor. Dieser Teil des Gerätes steht hinter der Wand. „Wir nutzen nur Automaten, die fest in einer Wand eingebaut sind. Aber jetzt werden wir unsere Strategie überdenken. Ein Aspekt ist, wie wir den hinteren Teil des Automaten noch besser schützen können“, so der Vorstandsvorsitzende.

Die Geldautomaten ganz abzuschaffen, sei aber keine Option, sagt Frank Overkamp. Schließlich seien sie weiterhin stark frequentiert. „Die Deutschen sind ein Volk von Bargeldzahlern, also stellen wir natürlich weiterhin Bargeld zur Verfügung.“

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