Viele Fragen zum Naturschutz

Podiumsdiskussion

Über die Frage, wie sich die Landwirtschaft mit dem Naturschutz vereinbaren lässt und wie die Politik dabei unterstützend eingreifen kann, diskutierten auf Einladung von KAB und Nabu am Dienstag Ursula Schulte (SPD), Johannes Röring (CDU), Monika Ludwig (Die Grünen) und Josef Tumbrinck (Nabu).

VREDEN

, 14.06.2017, 19:32 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Besucherandrang im Kettlerhaus war deutlich größer als die Veranstalter es vorher erhofft hatten. Schon einige Minuten vor Beginn der Diskussion war im Saal kein freier Platz mehr, die Interessierten mussten das Geschehen teilweise aus Nebenräumen verfolgen. Über 60 Gäste waren der Einladung zur Diskussion gefolgt und hatten sich teilweise sehr gut vorbereitet, wie die vielen sachkundigen Fragen aus dem Publikum zeigten.

Die Eröffnungsfrage von Moderator Thorsten Ohm, Redakteur unserer Zeitung, lautete, wie es aktuell um den Naturschutz in der Politik bestellt sei. Josef Tumbrinck bedauerte, dass dieses Thema im Moment stark in den Hintergrund gedrängt wäre. Bei den letzten Landtagswahlen gab es zu dem Thema überhaupt keine Berührung. Auch Monika Ludwig schloss sich dieser Meinung an, da für sie als Grüne das Thema eines der wichtigsten in der Politik sei und der Naturschutz starken Einfluss auf die Wirtschaft habe.

Zusammenarbeit

Johannes Röring begrüßte, dass es in den jüngsten Wahlen weniger um den Naturschutz ging, da diese Diskussion zuletzt immer auf dem Rücken der Landwirte ausgetragen worden sei.

Die Landwirte seien aber eine Kooperation mit den Naturschützern eingegangen, denn die Natur sollte am Ende immer als Gewinner dastehen. Ursula Schulte betonte, dass Naturschutz ohne die Einbindung der Landwirte nicht funktioniere. Im Augenblick herrsche ein großer Kampf um die Flächen zwischen Landwirten, Städten und Naturschützern.

Verbraucher gefragt

Einig waren sich Podium und Besucher in dem Punkt, dass vor allem auch die Verbraucher in der Pflicht seien, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Immer neue Forderungen nach Tierwohl und Ökologie zu stellen, würde nicht funktionieren, wenn der Verbraucher den höheren Preis dafür nicht akzeptiert.

Auch müsse sich der Verbraucher mehr mit dem Thema Lebensmittel beschäftigen und dieses besser verstehen. Wie man an dem Punkt des Mindesthaltbarkeitsdatums sehe, sei der Verbraucher auch nicht ausreichend aufgeklärt. Da läge es an der Politik, die Rahmenbedingungen besser abzustecken.

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