Versagen auf ganzer Linie und mit den Gedanken schon im Feierabend

Kommentar

Zum Abzug des Notarztes aus Vreden lesen Sie hier den Kommentar

Vreden

, 14.10.2019, 18:53 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Notarzt für aktuell 22.641 Vredener kommt ab 1. Januar aus Ahaus oder Stadtlohn. Dazwischen liegen je nach Route 11 bis 16 Kilometer. Wer mir erzählt, dass das keine Verschlechterung der Versorgungssituation ist, der lügt ganz einfach.

Nun ist der Vertrag zwischen Klinikum und Kreis gekündigt. Das Schlimme: Diejenigen, die zumindest ihre Kritik laut hätten äußern können – und zwar Anfang Juli – haben die Information in der nicht-öffentlichen Ratssitzung schlicht nicht mitbekommen oder völlig falsch eingeschätzt.

Vredener hätten laut aufschreien müssen

Dass ein Kreistagsmitglied im Zweifel noch das große Ganze betrachtet, ist in Ordnung. Ein Vredener Lokalpolitiker aber hätte laut aufschreiend gegen den Abzug des Notarztes aus der Stadt protestieren müssen. Ja, Lokalpolitiker sind Ehrenamtler. Ja, eine Ratssitzung mit 31 Punkten zieht sich lang hin. Und ja, eine Mitteilung am Ende der Tagesordnung mag im Gedanken an den Feierabend untergehen.

Aber das ist keine Entschuldigung. Die Entscheidungen, die die Politiker dort treffen, haben Auswirkungen auf ausnahmslos alle Vredener. Wer sich in den Rat wählen lässt, muss darum ringen, das Beste für seine Stadt zu tun. Darauf werden die Politiker sogar vereidigt. Und da hat der Rat der Stadt Vreden versagt. Geschlossen.

Verwaltung hat sich ebenfalls nicht bewegt

Aber bevor sich nun alle auf die Politik einschießen: Auch die Verwaltung muss das Beste für die Stadt wollen. Und zwar hauptberuflich. Dass die sich ebenfalls nicht zum Proteststurm formiert hat, ist dabei mindestens genauso übel.

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