Martin Degener (72) inmitten der Opel-Oldtimersammlung in Gaxel. Nach und nach sollen 250 alte Autos auf die Burg Vogelsang IP in der Eifel gebracht werden. Dort will die Familie Degener 2022 das Degener-Oldtimer-Museum (DOM) eröffnen. © Stephan Rape
Burg Vogelsang

Umzug ins Opelmuseum: 250 Oldtimer machen sich aus Vreden auf die Reise

Hunderte Opel-Oldtimer sind in der Sammlung von Familie Degener zusammengekommen. 250 sollen ab 2022 in der Eifel gezeigt werden: Der Umzug ins Museum auf Burg Vogelsang hat begonnen.

Es ist ein Mammutumzug. Aber einer auf Raten: Nach und nach fährt Martin Degener hunderte Opel-Oldtimer aus der Sammlung der Familie von Vreden in die Eifel. Dort baut er gerade in der Burg Vogelsang ein Opel-Museum auf.

Im Frühjahr 2022 soll das Degener-Oldtimer-Museum (DOM) im Fahrzeughof der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang eröffnen. Die Sanierung des Gebäudes hat längst begonnen. Die ersten 50 Opel-Oldtimer befinden sich schon in den neuen Räumen. „Ich bin einmal in der Woche in der Eifel, um die Bauarbeiten zu beaufsichtigen“, sagt der 72-jährige Martin Degener. Auf jeder Fahrt nehme er einen oder zwei Oldtimer mit. „Ich bin ja sowieso unterwegs, da kann ich auch mit Anhänger fahren. Das kostet ja nicht mehr“, sagt er lächelnd.

Der Fahrzeughof und das angrenzende Sanitätsgebäude aus der Nähe. Auf insgesamt rund 10.000 Quadratmetern sollen etwa 250 Opel-Oldtimer aus den 1930er- bis 1970er-Jahren ausgestellt werden. Etwa 150 Oldtimer sollen in Vreden bleiben.
Der Fahrzeughof und das angrenzende Sanitätsgebäude aus der Nähe. Auf insgesamt rund 10.000 Quadratmetern sollen etwa 250 Opel-Oldtimer aus den 1930er- bis 1970er-Jahren ausgestellt werden. Etwa 150 Oldtimer sollen in Vreden bleiben. © Dieter Zehner © Dieter Zehner

Natürlich habe die Coronakrise die Pläne etwas zurückgeworfen. Dennoch gehe es gut voran. Und es bleibe noch viel zu tun. Der Kaufpreis sei eher symbolisch gewesen, betont er. Doch auch für die Sanierung der Gebäude werde die Familie Degener noch tief in die Tasche greifen müssen. „Am oberen Rand von sechsstellig“, sagt Martin Degener.

Familie plant auf Burg Vogelsang kein Hochglanzmuseum

Schließlich habe das Gebäude in den vergangenen Jahren komplett leer gestanden. Hier und da sei Wasser eingedrungen, Fliesen müssen wieder angebracht, einige Schäden beseitigt werden. Dabei erklärt Martin Degener, dass in der Eifel kein Hochglanzmuseum entstehen solle. „Die alten Autos sollen glänzen“, erklärt er. Natürlich werde der Fahrzeughof so weit saniert, dass die Substanz geschützt und erhalten werde. Das sei alles mit dem Denkmalschutz abgestimmt.

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Oldtimer ziehen von Vreden auf die Burg Vogelsang in der Eifel

Rund 250 Opel-Oldtimer aus den 1930er- bis 1970er-Jahren möchte er auf Burg Vogelsang einmal zeigen. Fein säuberlich nach Modelllinien sortiert. Der Museumsbau soll sich dabei in zwei Abschnitte unterteilen: Zuerst der Fahrzeughof mit dem darunter liegenden Keller. Wenn der fertig ist, will die Familie das angrenzende Sanitätsgebäude samt einer ehemaligen Kirche in Angriff nehmen. Dort sollen unter anderem eine Bibliothek und ein zweiter Ausstellungsteil dazukommen.

Ausstellung mit 250 Autos auf 10.000 Quadratmetern

Wenn alles fertig ist, wird die Ausstellung rund 10.000 Quadratmeter groß sein. Dazu kommt noch ein Themengarten. Im Zentrum des Fahrzeughofs soll noch ein Eingangspavillon samt Restaurant neu gebaut werden. Parallel zu den Bauarbeiten soll in diesem Frühjahr oder Sommer auch die Werbung für das Museum und eine eigene Internetseite starten.

Die Rechnung für Martin Degener ist einfach: Rund 300.000 Besucher hat der Internationale Platz Burg Vogelsang jedes Jahr. Jugendherberge und Ferienhäuser gebe es dort schon. Weitere Museen und Ausstellungen ebenfalls. Dazu kommt der Nationalpark Eifel, der weitere Touristen anzieht. „Wenn wir dann nur zehn Prozent der Besucher in das Museum locken können, geht die Rechnung auf“, sagt er.

Besucher kommen automatisch am Museum vorbei

Der Clou: Alle Besucher, die auf die Burg Vogelsang wollen, kommen auf dem Weg automatisch am Fahrzeughof und dem Opel-Museum vorbei. „Große Werbung dürfen wir da wegen des Denkmalschutzes nicht machen. Aber auch so werden wir die Besucher anlocken“, da ist sich der 72-Jährige sicher.

Und dann ist da ja noch die geografische Lage: „Im Umkreis von 80 Kilometern liegen Köln, Düsseldorf, Aachen, Mönchengladbach, Düren und Maastricht“, sagt er. Rund sieben Millionen Menschen, schätzt er. Das sei ja ein ganz anderes Besucherpotenzial als in Vreden.

Auch wird beim Blick auf die Bilder schnell klar: Ein ähnliches Gebäude hätte es in Vreden nicht gegeben. „Damals bei Verhandlungen über das Bierbaum-Gebäude sind wir uns nicht einig geworden“, sagt Martin Degener. Auch dort hätte er sich ein Museum vorstellen können. Das Gebäude wechselte ins Eigentum der Firma Stroetmann aus Münster und wurde schließlich abgerissen.

Kontakt zur Burg kam eher zufällig zustande

Bei einer Führung durch die Sammlung im Gewerbegebiet Gaxel habe ihn dann einer der Besucher auf die Räume in der Burg Vogelsang hingewiesen. Er trat in Verhandlungen und schlug schnell zu. „Der Denkmalschutz hatte zwar am Anfang noch Bedenken, ist aber mittlerweile auch begeistert“, sagt Martin Degener. Eben auch weil die Familie viel von der Substanz erhalten will. „Als das klar war, war auch der Denkmalschutz beruhigt.“

Und in Vreden? „Wir wollen uns nicht von Vreden verabschieden. Ein großer Teil der Oldtimer wird hier stehen bleiben“, sagt Martin Degener beim Gang durch die Hallen und das Gelände im Gewerbegebiet Gaxel. Dicht gestellt und zum Teil gestapelt steht dort die versammelte Opel-Automobilgeschichte der vergangenen 70 Jahre. Auch die Fahrzeugrestaurierung soll in Vreden bleiben. „Hier haben wir die Infrastruktur und die Helfer“, sagt er.

Eröffnung ist fest für 2022 geplant

Die Eröffnung des Museums ist fest für 2022 vorgesehen. Was dann noch zu tun und wie viel fertiggestellt sei, das sei dann aber schon wieder ein ganz anderes Thema: „Mit 72 lasse ich mich nicht mehr hetzen“, sagt er lachend. Und schließlich habe er auch noch niemanden sterben sehen, der mit seinen Sachen fertig geworden sei. „Fertig wird das sowieso nie“, fügt er dann noch hinzu. Aber das können dann auch seine Kinder übernehmen. Denen gehört das Projekt schließlich.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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