Seit 15 Jahren ist in Zwillbrock eine Umgehungsstraße geplant. Jetzt werden die Planungen konkreter. © Markus Gehring
Dorfentwicklung

Umgehungsstraße und 18 Bauplätze für Zwillbrock rücken näher

Die Grundstücksfragen für die Dorfentwicklung in Zwillbrock sind endlich geklärt. Die Planungen können nun konkreter werden. Doch der Artenschutz könnte für weitere Verzögerungen sorgen.

Eine Umgehungsstraße und 18 Bauplätze für Zwillbrock. Diese Pläne gibt es nun schon seit mehr als 15 Jahren, doch noch immer sind es nicht mehr als Pläne. Die Verwaltung hat dem Fachausschuss nun den aktuellsten Stand mitgeteilt – und der beinhaltet eine positive Veränderung.

Schwierig war von Anfang an, dass die Stadt Probleme hatte, die notwendigen Grundstücke zu kaufen. Verhandlungen mit den Eigentümern sind 2006 gescheitert. 2014 gab es zwar endlich Fortschritte, doch wieder ging es bei einigen Grundstücken nicht weiter.

Der Rat hat deswegen 2018 beschlossen, die Planungen aufzuteilen und zunächst nur den Teil mit der Umgehungsstraße und acht Bauplätzen voranzutreiben. Jetzt konnte Stadtplaner Dirk Hetrodt jedoch positive Nachrichten verkünden: „Wir verfügen nun endlich über alle Flächen und können deswegen den zweiten Teil wieder mit reinnehmen.“

Planungen werden nun für gesamtes Gebiet vorangetrieben

Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt, dass der Bebauungsplan nun doch wieder für das gesamte Gebiet aufgestellt werden soll. „Das bedeutet einen erheblichen Mehrwert“, sagte Stefan Bengfort (CDU). Der zweite Teil beinhaltet nämlich unter anderem zehn weitere Baugrundstücke in der Dorfmitte.

Die L608 soll künftig um den Zwillbrocker Dorfkern herumführen. Zwei Baugebiete sollen entstehen, eines mit zehn und eines mit acht Baugrundstücken.
Die L608 soll künftig um den Zwillbrocker Dorfkern herumführen. Zwei Baugebiete sollen entstehen, eines mit zehn und eines mit acht Baugrundstücken. © Stadt Vreden © Stadt Vreden

Kern der Planung ist die Verlegung der L 608. Diese soll künftig nicht mehr an der Kirche, der Biologischen Station und der Gaststätte vorbeiführen, sondern nördlich um den Ortskern herum. Dadurch entsteht eine Dorfmitte, in der zehn Baugrundstücke geplant sind. Diese liegen westlich der Biologischen Station. Weitere acht Bauplätze sind im Nord-Osten auf der anderen Seite der Landesstraße vorgesehen.

Diese Pläne haben bereits im Frühjahr 2019 die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung durchlaufen. Dabei hat sich herausgestellt, dass umfangreiche Untersuchungen bezüglich des Artenschutzes notwendig sind. Diese liegen seit Ende 2020 vor, Anfang 2021 hat sich die Stadt mit der Unteren Naturschutzbehörde darüber abgestimmt.

Umfangreiche Artenschutzmaßnahmen sind notwendig

„Wir werden vieles beachten müssen, weil es sich um eine hochwertige Ökologie handelt“, sagte Dirk Hetrodt. Das Gutachten zeigt auf, dass einige Maßnahmen notwendig sind: Beschränkung von Rodungszeiten, Gebäudekontrollen vor einem Abriss, Schaffung von Leitstrukturen für Fledermäuse und Vorgaben zur Beleuchtung. Das ist aus Sicht der Verwaltung relativ leicht umzusetzen.

Komplizierter wird es bei den Schutzmaßnahmen für den Star und den Gartenrotschwanz. Um die Brutflächen auszugleichen, muss die Stadt nämlich laut Gutachten einen Hektar Acker in Grünland umwandeln, und zwar in direkter Nähe.

„Wenn alles rund läuft, können wir die Bauleitplanung im nächsten Jahr abschließen. Das wird allerdings schwierig, wenn wir keine Ausgleichsflächen finden“, sagte Dirk Hetrodt. „Das werden wir in den kommenden Wochen und Monaten angehen.“

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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