SVS-Chef Alfred Kramer: „Versorgung ist gesichert“

Dauerfrost

STADTLOHN/VREDEN/SÜDLOHN Der Winter hat die Region fest im Griff. Alfred Kramer, Geschäftsführer der SVS-Versorgungsbetriebe, hat mit Thorsten Ohm darüber gesprochen, ob und wie sich die extreme Witterung auf die Versorgung mit Wasser, Gas und Strom auswirkt.

von Von Thorsten Ohm

, 06.01.2010, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alfred Kramer.

Alfred Kramer.

Beim Verbrauch sicherlich. Die Gasabgabe liegt derzeit deutlich höher, es wird einfach stärker geheizt. Eine Spitzenauslastung ist aber noch lange nicht erreicht. Wenn wir den sehr kalten Winter vor zehn Jahren zum Vergleich nehmen, dann liegen wir jetzt bei einer Abgabespitze von 72 Prozent davon. Und wir haben heute mehr Spiel nach oben als damals.

Die Gasleitungen sind nicht frostanfällig. Es gibt allerdings eine Besonderheit, auf die wir unser Augenmerk in einer solchen Situation richten: Das Gas wird mit Hochdruck angeliefert. Ehe es in unser Netz kommt, muss dieser Druck auf einen viel kleineren Wert herunter geregelt werden. Es kommt mit 16 Bar an, in unserem Netz wird es mit weniger als einem Bar weiter geleitet. Bei diesem Vorgang des Herunterregelns wird Kälte freigesetzt. Dabei muss man natürlich aufpassen, dass nichts einfriert. Deswegen geschieht das in einer beheizten Umgebung.

Da sehen wir im Moment überhaupt keine Probleme durch den Frost.

Wir möchten Fotovoltaikanlagen errichten, sowohl auf unseren eigenen Dächern, als auch auf gemieteten. Damit steigen wir selbst in die Produktion erneuerbarer Energien ein. Auch eine Beteiligung an Biogasanlagen ist nicht ausgeschlossen.

Wir rüsten unser Netz für den Anschluss von Fotovoltaikanlagen weiter auf. Die Zahl derjenigen, die Energie einspeisen, nimmt weiter zu, gerade im Außenbereich. Unser Stromnetz ist auf die Stromabgabe ausgelegt, und die liegt inzwischen in manchen Bereichen niedriger als die Einspeisung. Da rüsten wir nach.

Wir haben entsprechende Angebote. Und physikalisch gesehen kommt inzwischen 25 Prozent der Strommenge unseres Netzes aus erneuerbaren Energien, die hier auch erzeugt und eingespeist werden. Abgerechnet werden diese, indem wir den Einspeisern entsprechende Zahlungen leisten – das waren allein im November rund zwei Millionen Euro. Wir wiederum bekommen diese Summe durch den Vornetzbetreiber erstattet. Die eingespeiste erneuerbare Energie kann heute entweder direkt als „grüner Strom“ verkauft werden oder wird durch die gesetzlich geregelte Allgemeinfinanzierung vergütet.

1100, davon entfallen zahlenmäßig die meisten auf Fotovoltaikanlagen. Die größten Anteile an der so erzeugten Strommenge entfallen allerdings auf Windkraft und Biogas.

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