Streit unter Vredener Nachbarn eskaliert: Schlag mit Eimer auf den Kopf

dzLandgericht Münster

Nach einem Streit am Gartenzaun in Vreden muss ein 75-Jähriger eine hohe Geldstrafe bezahlen. Er hatte seiner Nachbarin einen Eimer auf den Kopf geschlagen und verlor nun erneut vor Gericht.

von Klaus Möllers

Vreden, Münster

, 31.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zwischen zwei Anwohnern der Vredenern Gerkinglohstraße hatte es offenbar schon länger Spannungen gegeben, wie nun bei der Berufungsverhandlung am Landgericht Münster deutlich wurde. Im Februar 2019 hatte der Angeklagte bei der Gartenarbeit Unkraut an der Grundstücksgrenze entfernt und es über den Zaun auf die Seite der Nachbarn geworfen.

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Die Uneinigkeit bei der Zuständigkeit für die Grünpflege mündete darin, dass der Mann der Tochter seiner 57-jährigen Nachbarin einen Plastikeimer mit einem Metallgriff auf den Kopf schlug. Die Frau erlitt eine kleine Verletzung hinter einem Ohr. Nach eigenen Angaben hatte sie durch den Schlag mehrere Tage lang Kopfschmerzen und Schwindel. Sie zeigte den Garten-Rowdy an.

Wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt

In der erstinstanzlichen Verhandlung am Amtsgericht Ahaus war der Übergriff als gefährliche Körperverletzung angeklagt gewesen (wir berichteten). Weil der Eimer aber aus Plastik war und nicht etwa aus Metall, wurde er juristisch nicht als „gefährliches Werkzeug“ eingestuft und eine Verurteilung erfolgte wegen einfacher Körperverletzung. Der Richter verhängte damals 40 Tagessätze á 80 Euro.

Der Pensionär ging allerdings in Berufung. Am Landgericht wurden nun erneut Zeugen gehört: die 89 Jahre alte Anwohnerin, ihre Tochter und eine Frau, die mit dem Vorfall gar nichts zu tun hatte, aber zufällig mit ihrem Hund vorbeigekommen war und das Geschehen mitbekommen hatte. Da sich für den 75-Jährigen schnelle abzeichnete, dass das Landgericht keine andere Einschätzung treffen würde als das Amtsgericht, zog der Mann seine Berufung zurück. Das Urteil wird damit rechtskräftig.

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