Auf Straßen in Vreden gab es 2020 weniger Unfälle und weniger Verunglückte gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Auf die Statistik hat natürlich auch die Corona-Krise einen Einfluss gehabt. © Feuerwehr Vreden
Verkehrsunfall-Bilanz

Statistik mit Corona-Einfluss: 2020 weniger Unfälle und Verletzte in Vreden

Positive Tendenzen liefert die Verkehrsunfallbilanz für Vreden für das Jahr 2020. Man muss bei der Bewertung aber auch die Corona-Auswirkungen im Auge behalten. Es war in Phasen weniger los.

Auf Vredener Stadtgebiet gab es im Jahr 2020 weniger schwerwiegende Unfälle und weniger Verletzte. Und: Es gab keinen Verkehrsunfalltoten sowie keinen Schulwegunfall zu verzeichnen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik hervor, die die Kreispolizeibehörde Borken nun veröffentlicht hat. Erfreuliche Werte, die man allerdings in Teilen relativieren muss.

In vielen Kategorien folgte das Unfallgeschehen dem Kreistrend. Landrat Dr. Kai Zwicker stellte allerdings bei der Kreispressekonferenz hervor, dass es sich um eine „stark durch die Corona-Pandemie beeinflusste Statistik handelt“. Sprich: Es waren weniger Personen unterwegs, in der Konsequenz eine mögliche Begründung für den positiven Trend von 2019 auf 2020. Dennoch freue er sich „über die stark gesunkenen Verkehrsunfallzahlen“ und die im gleichen Ausmaß gesunkene Zahl der Menschen, die bei den Unfällen verletzt wurden.

2020 gegenüber Vorjahr 16,4 Prozent weniger Unfälle im Kreis

Bei leicht steigender Autodichte im Kreis Borken gab es insgesamt 9523 Unfälle im Kreis, was einem Rückgang um 16,4 Prozent entspricht – exakt der Wert, der auch im Land NRW verzeichnet wird.

Zehn Werte aus der Unfallbilanz 2020 für Vreden:

1. Insgesamt 82 Unfälle der Kategorien 1 bis 4 hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen in Vreden gegeben. Zu diesen Kategorien werden Unfälle gezählt mit Personen- und/oder erheblichem Sachschaden. 2019 waren es noch 93 Unfälle gewesen, was einem Rückgang von fast 12 Prozent entspricht. Ähnliche Tendenzen gibt es im Verbreitungsgebiet noch in Ahaus (- 9 Prozent) sowie vor allem in Stadtlohn (- 33 Prozent).

2. Betrachtet man allein die Unfälle mit Personenschaden, dann ist der Rückgang noch ausgeprägter: 73 Unfälle dieser Art waren es in Vreden 2020, 87 noch in 2019 (-16,1 Prozent). Dieser Wert stimmt nahezu mit dem im Kreis Borken (16,4 Prozent) überein. Im Verbreitungsgebiet waren allein die Rückgänge in Stadtlohn (-36,7 Prozent) und Legden (-22,2 Prozent) höher. Auffällig: Die Zahl der schwerwiegenden Unfälle mit Sach-, aber ohne Personenschaden ist in sämtlichen Orten des Verbreitungsgebiets gestiegen.

3. In 2020 gab es in Vreden keinen Unfalltoten zu beklagen, 2019 war es noch einer gewesen, kreisweit waren es 18 und damit zwei weniger als 2019.

4. Um 12,5 Prozent (von 16 auf 14) sank die Zahl der Unfälle mit Schwerverletzten, um 15,7 Prozent (von 70 auf 59) gar die der Unfälle mit Leichtverletzten.

5. Ebenso erfreulich: Um zehn Prozent ging die Zahl der Unfälle zurück, bei denen ein Fahrzeugführer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand. 13,8 Prozent weniger Unfallfluchten waren zu verzeichnen. Kreisweit wurden nahezu 45 Prozent dieser Vergehen aufgeklärt. In beiden Kategorien bleibt Vreden allerdings in Sachen Rückgänge hinter dem Kreisschnitt zurück.

6. Als Hauptunfallursache hat die Polizeibehörde Borken weiter die Missachtung der Vorfahrt (37 Prozent) ausgemacht, es folgen Abbrems- und Wendemanöver (24 Prozent) und zu geringer Abstand (19 Prozent). Weiter rückläufig ist überhöhte Geschwindigkeit als Ursache (5 Prozent), in sechs Prozent der Unfälle war Alkohol beim Fahrer im Spiel.

Über 20 Prozent weniger verunglückte Personen

7. Insgesamt 84 Personen verunglückten im Jahr 2020 in Vreden im Straßenverkehr, das waren 22 Personen oder 20,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Schwerverletzt wurden dabei 17 (Vorjahr: 19), leichtverletzt 67 (Vorjahr: 86), getötet – wie gesagt – niemand.

8. In keinem dieser Fälle handelte es sich um einen Schulwegunfall, 2019 hatte es noch zwei Leichtverletzte bei Schulwegunfällen gegeben.

9. Der stellvertretende Leiter der Direktion Verkehr, Peter Lefering, stellte die „besorgniserregende Entwicklung bei Fahrrad- und speziell bei Pedelecfahrenden vor“, die nach wie vor bei den Verletzten und Getöteten „überrepräsentiert“ seien. Die Zahl der verunglückten Pedelecfahrer ist im vergangenen Jahr entgegen dem allgemeinen Trend sogar noch gestiegen – um mehr als 10 Prozent. Betroffen ist überproportional die Altersklasse der Senioren.

10. Im Land NRW kamen 30 Pedelecfahrende ums Leben – davon sieben im Kreis Borken. Die Verunglückten-Häufigkeitszahl bei Fahrrad-/Pedelecunfällen (gemessen auf 100.000 Einwohner) ist dagegen in Vreden von 176,4 (2019) auf 167,6 (2020) gesunken. Im Verbreitungsgebiet der Münsterland Zeitung stieg dieser Wert allein in Südlohn (von 108 auf 129,6).

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