Der Spatenstich besiegelte den Baubeginn für das neue Pfarrhaus. © Victoria Garwer
Pfarrhaus

Spatenstich für neues Pfarrhaus: In zwölf Monaten soll Neubau fertig sein

Das alte Pfarrhaus und das Schwesternwohnheim sind Geschichte, die Archäologen haben ihre Arbeit beendet. Mit dem ersten Spatenstich erfolgte jetzt der Start für die Bauarbeiten.

Der Boden ist gefroren, der erste Spatenstich für das neue Pfarrhaus in der Vredener Innenstadt wird am Montagmorgen deswegen zur Herausforderung. Ab Dienstag übernimmt aber zum Glück Bauunternehmer Hermann Schemmick mit dem Bagger. Eineinhalb Jahre nach der Verkündung, dass das alte Pfarrhaus samt Schwesternwohnheim abgerissen wird, und ein Jahr nach der Veröffentlichung der Pläne für den Neubau starten somit offiziell die Bauarbeiten.

Die vergangenen Monate waren die Archäologen auf dem Grundstück am Werk. Wie immer bei Bauarbeiten in der Innenstadt haben sie die Fundamente der historischen Gebäude im Boden katalogisiert.

Pfahlgründung wurde an Archäologie angepasst

„Es wurde Einiges gefunden, zum Beispiel Reste der Stadtmauer und der Schule“, sagt Heinz Gewering von der Zentralrendantur Ahaus-Vreden. Man habe aber an dieser Stelle zwischen den Kirchen sogar mit mehr archäologischen Funden gerechnet. Die Mitarbeiter des LWL haben die Daten aufgenommen und die historischen Gemäuer dann wieder unter der Erde verschwinden lassen.

Bei der Planung haben sie aber eine Rolle gespielt. „Wir müssen das Gebäude hier wegen der Beschaffenheit des Untergrundes auf eine Pfahlgründung stellen. Aber wir haben uns dafür eng mit den Mitarbeitern des LWL abgestimmt und setzen so wenige Pfähle wie möglich, um einen möglichst geringen Eingriff in die Funde zu haben“, erklärt Architekt Jens Matzken. Kollegin Kerstin Schürmann ergänzt: „Die Alternative wäre gewesen, den kompletten Untergrund auszutauschen. Dann wäre aber alles zerstört worden.“

Sanierung hat sich wirtschaftlich nicht mehr gelohnt

Der erste Schritt ist nun das Ausheben des Kellers. Ein Teil des Gebäudes wird nämlich wie vorher auch unterkellert. Genau hier lag das Problem. Von außen sahen das Pfarrhaus und das ehemalige Schwesternwohnhaus zwar noch gut aus, doch die Keller waren zum Teil feucht. Die Sanierung hätte sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr gelohnt. Deswegen wurden die Gebäude abgerissen.

Der Neubau soll in zwölf Monaten fertig sein, wenn alles nach Plan läuft. Die Gesamtkosten liegen bei 1,475 Millionen Euro. „Da ist aber dann auch wirklich alles enthalten. Von den Planungskosten über den Abriss und die Archäologie bis hin zum Außengelände“, sagt Heinz Gewering. Das Bistum zahlt 920.000 Euro, den Rest übernimmt die Vredener Kirchengemeinde St. Georg.

500 Quadratmeter Nutzfläche entstehen in dem Neubau. Untergebracht werden dort die zentrale Verwaltung, das Pfarrbüro und drei Wohnungen. Einziehen werden dort der Leitende Pfarrer Christoph Theberath und Pastor Norbert Weidemann. Die dritte Wohnung ist für Gastpriester, Praktikanten oder Auszubildende gedacht. „Ich freue mich, dass auch die Seelsorge bald hier direkt vor Ort ist. Ich merke, dass die Leute das vermissen“, sagt Pfarrer Christoph Theberath.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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