Auch Pflegedirektor Oliver Lux (Mitte links) freut sich über die Unterstützung durch die Bundeswehr. Die fünf Soldaten unterstützen das Krankenhaus-Personal im St. Marien-Krankenhaus in Ahaus – erst einmal bis Ende Februar. © Klinikum Westmünsterland
Klinikum Westmünsterland

Soldaten unterstützen Krankenhaus und das Besuchsverbot wird aufgehoben

Die Lage in den Krankenhäusern entspannt sich leicht. Besuche sind in Ahaus, Stadtlohn und Vreden ab Montag, 25. Januar, wieder möglich. Zusätzlich unterstützen Soldaten das Personal in Ahaus.

Jetzt unterstützen Soldaten der Bundeswehr auch das Personal im Ahauser St. Marien-Krankenhaus. Wie das Klinikum Westmünsterland am Freitagvormittag mitteilte, helfen dort ab sofort fünf Soldaten bei der Bewältigung der coronabedingten Zusatzaufgaben.

Tobias Rodig, Pressesprecher des Klinikverbunds, betont, dass die fünf Soldaten ausdrücklich nur im administrativ-organisatorischen Bereich und nicht im medizinischen Bereich eingesetzt werden. Sie sollen das Krankenhauspersonal von verschiedenen Sonderaufgaben entlasten, die es ohne die Coronapandemie nicht gäbe.

Situation im Krankenhaus entspannt sich leicht

Insgesamt entspanne sich die Situation gerade etwas. „Gott sei Dank“, wie es Tobias Rodig formuliert. Aktuell würden im Ahauser Krankenhaus noch 16 Patienten mit einer Covid-19-Infektion behandelt. Davon lägen drei Patienten auf der Intensivstation. Auch die zweite Infektionsstation, die vor kurzem eingerichtet worden war, ist wieder in den normalen Betrieb zurückgekehrt.

„Wir hatten die Unterstützung beantragt, als die Zahlen noch höher waren“, erklärt der Pressesprecher. Auch jetzt sei die Unterstützung aber noch sehr willkommen. Das Ahauser Krankenhaus ist im Klinikum Westmünsterland bisher der einzige Standort, in dem Bundeswehrsoldaten eingesetzt werden. Allerdings sind beispielsweise auch im St.-Antonius-Hospital Gronau aktuell Soldaten unterstützend aktiv.

Fünf Soldaten aus Augustdorf werden in Ahaus eingesetzt

Über ein Amtshilfeverfahren konnte die Borkener Kreisverwaltung Kräfte der Bundeswehr anfordern, um zur Bewältigung der Corona-Krise gezielte Bereiche zu entlasten. Die fünf Soldaten sind freiwillig Wehrdienstleistende oder Soldaten auf Zeit vom Panzerbataillon 203, das in Augustdorf stationiert ist. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung zur Entlastung unserer Mitarbeiter“, teilt Holger Winter, Geschäftsführer des Ahauser St. Marien-Krankenhauses, mit.

Während ihrer Einsatzzeit werden die Bundeswehrsoldaten in den Besucher-Appartements des Krankenhauses untergebracht. In welchem Umfang und wie lange die Amtshilfe noch in Anspruch genommen wird, kann derzeit noch nicht gesagt werden und hängt auch von der Entwicklung bis Ende Februar ab.

Generelles Besuchsverbot wird ab 25. Januar aufgehoben

Die Soldaten sollen auch unterstützen, wenn demnächst wieder Besucher die Krankenhäuser betreten dürfen. Denn das Klinikum Westmünsterland hat weitere gute Nachrichten: Ab Montag, 25. Januar, wird das generelle Besuchsverbot in den Krankenhäusern in Ahaus, Stadtlohn und Vreden aufgehoben. Die Krankenhaus-Betriebsleitung der Krankenhäuser in Ahaus, Stadtlohn und Vreden habe das wegen der wieder gesunkenen Anzahl an Neuinfektionen im Kreisgebiet entschieden.

„Die aktuelle Situation der Infektionslage lässt es wieder zu, dass wir auch in Ahaus, Stadtlohn und Vreden eingeschränkte Patientenbesuche erlauben können und somit schrittweise zur Normalität zurückkehren“, erklärt Dirk Terbahl aus der Unternehmenskommunikation des Klinikums Westmünsterland.

Besucher sollen von täglichen Besuchen absehen

Es gilt jedoch abzuwägen, dass sich sicherlich die Patienten über einen täglichen Besuch ihrer Angehörigen freuen, aber im Fall eines nur kurzen Aufenthaltes im Krankenhaus sollte ein täglicher Besuch nicht zwingend erfolgen.

Eine Vielzahl an Angehörigen und Patienten halten schon jetzt per Telefon oder mit Hilfe von digitalen Lösungen (zum Beispiel Video-Telefonie) einen engen Kontakt zueinander. Dadurch werde das Besucheraufkommen reduziert, so dass andere Patienten und auch Mitarbeiter einen zusätzlichen Schutz erfahren.

Das aktuelle Besuchsverbot hatte das Klinikum Westmünsterland wegen der damals stark steigenden Infektionszahlen Mitte Dezember 2020 verhängt.

Klare Regeln für Patientenbesuche

  • Pro Tag und Patient ist maximal ein Besucher erlaubt.
  • Die Besuchszeit in der Klinik ist auf maximal 30 Minuten beschränkt.
  • Besuche sind nur durch zwei vom Patienten zuvor namentlich benannte Personen möglich.
  • Besucher dürfen keine grippalen Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber oder Halsschmerzen aufweisen und keinen Kontakt zu einer mit SARS-CoV-2 infizierten Person gehabt haben.
  • Besuchszeiten zwischen 14 und 18 Uhr.
  • Im Krankenhaus und insbesondere in den Patientenzimmern ist durchgängig der Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
  • Besuche auf den Isolierstationen sind nicht möglich.
  • Die Krankenhäuser sind nach der Coronaschutzverordnung des Landes NRW verpflichtet, Kontaktdaten der Besucher zu erfassen und zu speichern, um sie im Falle einer eventuellen Anforderung an die Gesundheitsbehörden weitergeben zu können.
  • Besucher müssen sich im Eingangsbereich die Hände desinfizieren.
  • Besucher müssen den kürzesten Weg vom Eingang zum Patientenzimmer
  • und wieder zurück nehmen.
  • Besucher müssen mindestens 1,5 Meter Abstand zu Nicht-
  • Angehörigen einhalten.
  • In Mehrbettzimmern ist kein gleichzeitiger Besuch möglich.

Nach vorheriger Absprache oder in Einzelfällen können Ausnahmen der vorgenannten Besucherregelung zugelassen werden. Ursache hierfür können medizinische, soziale oder palliative Gründe sein.

Über den Autor
Redaktion Ahaus
Ursprünglich Münsteraner aber seit 2014 Wahl-Ahauser und hier zuhause. Ist gerne auch mal ungewöhnlich unterwegs und liebt den Blick hinter Kulissen oder normalerweise verschlossene Türen. Scheut keinen Konflikt, lässt sich aber mit guten Argumenten auch von einer anderen Meinung überzeugen.
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Stephan Rape

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