Die Pausensituation an der Sekundarschule ist zurzeit problematisch. Doch bei einer möglichen Lösung sind sich die Politiker nicht einig. © Victoria Garwer
Mittagspause

Sekundarschüler verbringen Pause auf den Gängen – Lösung umstritten

Die Vredener Sekundarschüler haben momentan keine Aufenthaltsräume für die Mittagspause. Die Schule wünscht sich eine langfristige Container-Lösung, doch der Rat stimmte vorerst dagegen.

Knapp 400 Schüler der Sekundarschule verbringen ihre Mittagspause zurzeit auf den Gängen oder bei Wind und Wetter auf dem Schulhof. „Sie haben keine Möglichkeit, sich irgendwo aufzuhalten“, beschrieb Bernd Kemper, Erster Beigeordneter, die Situation in der März-Sitzung des Rates.

Die Sekundarschule ist zwar eine Ganztagsschule, die Räumlichkeiten sind dafür aber nicht konzipiert. Heißt: Die Schüler müssen ihre Mittagspause auf dem Schulgelände verbringen, Aufenthaltsräume oder eine ausreichend große Mensa für alle gibt es aber zurzeit nicht.

Schüler müssen Mittagspause auf dem Schulgelände verbringen

Die Verwaltung hat in der Sitzung mögliche Lösungen vorgeschlagen. Unterstellmöglichkeiten in Form von Sonnensegeln oder Regenschirmen hält die Sekundarschule jedoch bei Frost oder Sturm nicht für ausreichend. Eine weitere Nutzung der Räume des Gymnasiums sei ebenfalls nicht zielführend, da die beiden Schulen unterschiedliche Pausenzeiten haben. Auch eine Ausnahmeregelung, dass Schüler das Schulgelände verlassen dürfen, lehnt die Schulleitung ab.

„Aus der Erfahrung früherer Jahre ist bekannt, dass viele Kinder nicht nach Hause fahren, sondern sich in Imbissbetrieben und Supermärkten mit ungesundem Essen eindecken. Dies widerspricht dem klaren Auftrag der Ganztagsschule, Kinder zu einer gesunden Ernährung anzuhalten“, heißt es in einem Schreiben der didaktischen Schulleiterin Linda Hilbring an die Stadtverwaltung.

Auf die neue Mensa, die im Zuge der Neugestaltung des Schulzentrums gebaut werden soll, wartet die Sekundarschule allerdings auch schon mehrere Jahre. Die Diskussion um den Schulcampus zieht auch dieses Projekt in die Länge. Deswegen wünscht sich die Schulleitung eine Container-Lösung, in der sich die Schüler aufhalten, Kaffee trinken oder Musik hören können.

Container sollten 10 bis 15 Jahre stehen bleiben

„Dieses separate Raummodul sollte kurzfristig aufgestellt, aber langfristig stehen bleiben. Wir sprechen hier von 10 bis 15 Jahren“, sagte Bernd Kemper. Doch damit waren die Ratsmitglieder mehrheitlich überhaupt nicht einverstanden.

„Wir sollen hier viel Geld ausgeben für etwas, das dann später gar nicht mehr benötigt wird“, sagte Christoph Terrahe (CDU). Genauso sah es auch Gerd Welper (Grüne): „Wir planen seit Jahren das neue Schulzentrum zusammen mit allen Nutzern und jetzt sollen wir da mal schnell einen Bau hinstellen? Das macht doch gar keinen Sinn.“ Stephan Bengfort (CDU) wies darauf hin, dass sich bei früheren Diskussionen alle einig waren, dass man kein Provisorium wolle.

Christoph Terrahe stellte zudem den Bedarf infrage. „Uns ist nicht klar, ob das Problem nur ein Corona-Problem ist“, meinte er. Vielleicht reichen die Räume ja nach der Pandemie wieder aus, wenn Abstände nicht mehr eingehalten werden müssen.

CDU-Fraktion wünscht sich einen Ortstermin

Dem widersprach Elmar Kampshoff (UWG) deutlich: „Ich habe keinen Zweifel an den berechtigten Absichten der Sekundarschule.“ Ruth Kemper (FDP) stimmte zu: „Es gab schon vor Corona Platzprobleme. Die Schüler sitzen auf den Gängen.“ Nur deswegen sei schließlich die neue Mensa geplant.

Das war auch für Gerd Welper ein Argument. Die Mensa müsse schnell gebaut werden. „Und wenn im Winter noch Platznot herrscht, können wir ein Zelt aufstellen. Aber doch kein dauerhaftes Provisorium“, argumentierte er weiter gegen die Container-Lösung.

SPD, UWG und FDP stimmten am Ende der Diskussion dafür, dass die Verwaltung die Idee des separaten Raummoduls weiter prüfen solle. „Nichts spricht gegen einen Prüfauftrag“, sagte Elmar Kampshoff. Das sahen CDU und Grüne anders. Sie stimmten gegen den Prüfauftrag, der damit abgelehnt war. „Wir wollen erst noch einen Ortstermin an der Sekundarschule machen“, sagte Christoph Terrahe.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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