Milchbauer Martin Kortbuß, hier ein Foto aus dem Jahr 2019, hat wie viele seiner Kollegen mit dem Schnee zu kämpfen. Doch in Graes wusste man sich irgendwie zu helfen. © Stöhler
Schneechaos

Schnee bereitet Milchbauern Probleme, aber weggeschüttet wurde noch nichts

Die Schneefälle zum Wochenstart haben den Milchbauern in der Region die Arbeit deutlich erschwert. Der Abtransport der Milch ist das Problem. Im schlimmsten Fall muss sie weggeschüttet werden.

Milchbauern in ganz Deutschland haben mit den Folgen des starken Schneefalls zu kämpfen. Aus den Kreisen Münster und Warendorf wurde bekannt, dass einige Landwirte sogar Zehntausende Liter Milch wegschütten mussten, weil der Abtransport nicht möglich war. Außerdem verstrichen offenbar Fristen, weshalb die Entsorgung als einzige Option blieb.

So weit scheint es in Ahaus und Umgebung noch nicht gekommen zu sein. „Mir ist bisher kein solcher Extremfall bekannt“, sagt der Graeser Milchbauer Martin Kortbuß, der mit seinen Berufskollegen über die sozialen Medien gut vernetzt ist. Allerdings sagt er auch: „Problemlos liefen die vergangenen Tage nicht. Wir hatten alle Probleme mit dem Transport der Milch.“ Durch den kurzen Draht zu seinem Spediteur habe aber zumindest er irgendwie eine Lösung gefunden.

Mit Traktoren den Milchtankern geholfen

„Wenn dann einer der Milchtanker irgendwo im Schnee feststeckte, sind wir rausgefahren und haben ihn mit unseren Traktoren rausgezogen. Das regeln wir auf dem kurzen Dienstweg“, sagt Martin Kortbuß. Aber natürlich sei in diesen Tagen Geduld gefragt. „Es geht nicht alles in der vorgegebenen Zeit, aber das ist verkraftbar.“

Er weiß, dass andere Kollegen – auch aus Ahaus und Umgebung – jedoch nicht so viel Glück hatten. Für sie ist es gerade ein Spiel auf Zeit. „Mit einer der größten Molkereien Deutschlands gibt es aktuell Probleme. Die Abholung lässt auf sich warten. Sie schicken keine Tanker raus“, berichtet der Graeser Landwirt. Sollte zeitnah keine Lösung gefunden werden, könnte es auch hier nur noch eine Option geben: das Wegschütten der Milch. „Innerhalb von drei, vier Tagen muss sie bei der Molkerei sein, sonst darf sie nicht mehr verwendet werden“, erklärt Kortbuß.

Solidaritätsfond greift im Worst-Case

Immerhin: Selbst wenn das Worst-Case-Szenario eintreten sollte, droht den betreffenden Landwirten zumindest kein finanzieller Kollaps. „Dafür gibt es einen Solidaritätsfond, der in solchen Fällen die Verluste auffängt“, berichtet der Landwirt. Trotzdem müsse man alles dafür tun, um das zu vermeiden. „Es ist ein Lebensmittel und gehört nicht in den Abfluss.“

Jana Gewers, Milchbäuerin aus Vreden und Mitglied der Landwirtschaftskammer NRW, berichtet auch über andere Probleme. „Zahlreiche Wasserleitungen sind eingefroren. Da musste man teilweise improvisieren.“ Außerdem hatte sich der Tanker, der die Milch von ihrem Hof in Vreden-Köckelwick abholen sollte, im Schnee festgefahren. „Wir hatten dem Fahrer extra den Weg freigeschaufelt, aber er hat eine andere Route gewählt.“ Hier konnte das Problem aber wie in Graes durch Einsatz von Großgeräten kurzfristig gelöst werden.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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