Milchkühe aus einem Vredener Betrieb litten unter der Rinderseuche BHV-1 (Symbolfoto). Der Großteil der 130 Kühe sind laut Kreisveterinäramt geschlachtet worden, weil das Virus für Menschen nicht gefährlich ist. © picture alliance / Bernd Wüstneck/dpa
Rinderseuche BHV1

Rinderseuche auf Vredener Hof: Veterinäramt will Infektionskette klären

Wieder ist die Rinderseuche BHV-1 ausgebrochen. Alle 130 Rinder eines Vredener Betriebs waren infiziert. Das Kreis-Veterinäramt will jetzt ermitteln, wie es zu der Infektion kommen konnte.

„Jetzt hatten wir gut ein Jahr Ruhe“, sagte Dr. Manfred Ulrich, leitender Veterinär des Kreises Borken, im Telefonat mit der Redaktion. Etwas Bitterkeit klingt durch. Nach dem erneuten Ausbruch der höchst ansteckenden Rinderseuche BHV-1 in Vreden ist der Veterinär fast resigniert. „Wir wären froh, wenn sich das Virus mal totläuft.“

Im September 2019 waren drei Höfe in der Region betroffen

Aber jetzt ist es erst mal wieder da. Im Gegensatz zum letzten Vorkommen im September 2019 aber ist – bislang – nur ein Hof betroffen. Damals waren es gleich drei Betriebe, in Lünten, in Graes und in Epe. Nun handelt es sich um einen Milchviehbetrieb aus Vreden: Alle 130 Tiere waren infiziert und mussten geschlachtet oder per Spritze getötet werden. Die Seuche ist sehr ansteckend – Spielraum bleibe da nicht, so Manfred Ulrich.

Das Bovine Herpesvirus (BHV1) ist schon seit 1997 eine anzeigepflichtige Erkrankung nach Tierseuchenrecht. Routinemäßig werden Rinder darauf untersucht. Nun hatte sich das Virus in der gesamten Vredener Milchviehherde ausgebreitet. Die meisten Tiere wurden geschlachtet, das Fleisch könne vermarktet werden, betont der Chefveterinär des Kreises: Das Bovine Herpesvirus sei für den Menschen nachweislich völlig ungefährlich.

Kreis-Veterinäramt will jetzt die Infektionskette klären

Einige Tiere von dem Betrieb, die aus verschiedenen Gründen nicht transportfähig waren, mussten per Spritze eingeschläfert werden. Und für die Kreis-Veterinäre beginnt nun die „Ermittlungsarbeit“. Wo sind die Tiere hergekommen, sind welche verkauft worden, welche Personen sind mit den Tieren in Berührung gekommen?

Es ist nicht so, als könnten Menschen das Virus übertragen, betont Manfred Ulrich. „Aber der Mensch kann Vektor sein.“ Auch durch Gerätschaften, mit denen Tiere berührt werden, könne das Virus übertragen werden, durch Tierärzte, Viehhändler, Besamungstechniker oder Klauenpfleger …

Eine komplette Räumung des Vredener Betriebs, den der Fachbereich Tiere und Lebensmittel des Kreises Borken anordnen musste – „wem so etwas passiert, der ist geschockt“, weiß Dr. Manfred Ulrich. Auch wenn es eine Tierseuchenkasse gebe, die für den größten finanziellen Schaden aufkommt: Ein Milchviehhalter, der seine Herde über Jahre aufgebaut habe und seine Tiere täglich melke, habe eine Beziehung zu den Tieren.

Eine neue Herde ist so schnell nicht aufgebaut

Jetzt ist der Stall leer, muss desinfiziert werden. Und eine neue Herde ist so schnell nicht aufgebaut, weiß auch der Chefveterinär des Kreises Borken. Auf dem betroffenen Hof sei alles richtig gemacht worden. „Der Eintrag kam irgendwoher.“ Woher, das soll nun herausgefunden werden.

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Anne Winter-Weckenbrock

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