Besonders in den Wintermonaten sind die Sekundarschüler und -schülerinnen in den Pausen stark beeinträchtigt. © Markus Gehring
Fachausschuss

Politik will Neubauten statt Provisorien im Schulzentrum von Vreden

Eigentlich ist es eine tolle Nachricht: Im Schulzentrum werden eine Mensa und zwei Sporthallen gebaut. Allerdings sind während der Bauphase Schul- und Vereinssport stark betroffen.

Trotz deutlicher Kritik, insbesondere vom Stadtsportverband, stimmte am Donnerstag der Bildungs-, Sport- und Kulturausschuss nach kontroverser Diskussion einstimmig für den Vorschlag der Verwaltung. Und der sieht so aus: In insgesamt zwei Bauabschnitten sollen die unterschiedlichen Probleme an Sekundarschule und Gymnasium gelöst werden. Allerdings wird die Walberthalle abgerissen, der Vredener Sport (Schul- wie Vereinssport) wird während der Bauzeit auf die verbleibenden Hallen verteilt. Das kann eineinhalb bis zwei Jahre dauern.

Desolate Pausensituation

An der Sekundarschule brennt es schon lange bei der adäquaten Unterbringung der knapp 400 Schüler während der Pausen. Als gebundene Ganztagsschule sei man aber verpflichtet, zum Beispiel eine 60-minütige Mittagspause und entsprechende Angebote anzubieten, da die Schüler das Gebäude währenddessen nicht verlassen dürfen.

Dafür fehlen aber geeignete Räumlichkeiten, verschärft noch mal durch die versetzten Pausen in der Corona-Zeit, da die kleine Mensa nur eingeschränkt zu nutzen sei und auch das Forum für Unterrichtszwecke genutzt werden müsse. Die Konsequenz: In den Pausen geht es nach draußen.

Eine Situation, die Schüler, aber auch Schulleitung für untragbar halten. Dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, unterstrich auch Vredens Erster Beigeordneter Bernd Kemper: „Wir befassen uns schon lange damit und werden Himmel und Hölle in Bewegung setzen, dass zügig begonnen werden kann.“

Verwaltung will schnell helfen

„So schnell wie möglich“ heißt es in der Vorlage. Dass das angesichts des aufwändigen Verfahrens allerdings dennoch noch einige Zeit dauern wird, stellte Bernd Kemper auf Nachfrage ebenfalls klar: „Mit Baubeginn ist frühestens nächstes Jahr zu rechnen.“ Allerdings sollen die Pausen während der Wintermonate für die Sekundarschüler durch eine Zwischenlösung, wie ein beheizbares Zelt, verbessert werden.

Nach zwischenzeitlichen Sitzungen von Fachausschuss und Rat sowie Ortsterminen im Schulzentrum und Gesprächen mit den Schulen sieht der jetzige Beschluss allerdings kein „Langzeitprovisorium“, sondern eine dauerhafte bauliche Lösung für den Mensa-Neubau vor.

Zusätzlich sollen Technikbereich und weitere Fachräume für Bildende Gestaltung im ersten Bauabschnitt realisiert werden. Zeitgleich, oder zumindest zeitnah, ist die neue Sporthalle fürs Gymnasium (Zweifach-Halle oder Zweifach-plus-x-Halle) an der Zwillbrocker Straße geplant, und zwar im Bereich der jetzigen Fahrradabstellfläche.

Engpass bei der Hallennutzung

Der zweite Bauabschnitt sieht die neue Sporthalle für die Sekundarschule (Zweifach- oder Zweifach-plus-x-Halle) am Standort der Mädchenhallen vor. Der Engpass an Hallenkapazitäten während der Bauphase soll gleichmäßig auf die Schultern von Sekundarschule, Gymnasium und Marienschule verteilt werden.

Der jetzt gefallene Grundsatzbeschluss ist allerdings erst der Anfang eines langen Weges. Im Herbst steht ein sogenanntes „Werkstattverfahren“ an, ein Wettbewerb, bei dem Architekten ihre planerischen Vorstellungen einbringen können. Erst nach und nach wird das Großprojekt dann im weiteren Verfahren reifen und Detailschärfe annehmen.

„Wir wissen ja noch gar nicht, wie die Hallen mal aussehen sollen, wo sie genau stehen sollen“, sagt Bernd Kemper. Auch bezüglich der Kosten gebe es noch keine exakten Zahlen. Nur dass es wohl ein zweistelliger Millionen-Euro-Betrag werden wird: „Die Kostenschätzung liegt bei ungefähr 20 Mio. Euro.“

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