Pfarrhaus und Schwesternwohnhaus: Gemeinde verrät die Pläne für die leerstehenden Gebäude

dzVredener Innenstadt

Mitten in der Vredener Innenstadt, zwischen den Kirchen, stehen zwei Gebäude schon lange leer. Jetzt hat die Gemeinde verraten, was mit dem Pfarrhaus und dem Schwesternwohnhaus passiert.

Vreden

, 05.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor dem Pfarrhaus am Kirchplatz blühen die Blumen und Büsche in Pink- und Rottönen. Die Anlagen sind gepflegt, der Rasen gemäht, die Hecke geschnitten. Doch hinter Gardinen an den Fenstern herrscht Leere. Die Wohnung im Pfarrhaus und auch das Schwesternwohnhaus nebenan stehen schon lange leer.

Jetzt haben Heinz Gewering, Leiter der Zentralrendantur, und Christoph Theberath, leitender Pfarrer in der Gemeinde St. Georg, verraten, wie es mit den Gebäuden mitten in der Innenstadt weitergeht. Sowohl das Pfarrhaus als auch das Schwesternwohnhaus werden abgerissen.

Feuchte Keller: Sanierungsbedarf wäre zu hoch

„Das war eine wirtschaftliche Entscheidung. Der Sanierungsbedarf ist einfach zu groß“, erklärt Heinz Gewering. Auch wenn die Gebäude von außen noch gut aussähen, so seien zum Beispiel die Keller feucht. Das Pfarrhaus wurde 1967 gebaut, das Schwesternwohnhaus 1969.

Die Entscheidung haben sich die Verantwortlichen nicht leicht gemacht. Das Schwesternwohnhaus steht bereits seit zweieinhalb Jahren leer. Die Mitglieder des Ordens „Unserer Lieben Frau“ haben im März 2017 nach mehr als 100 Jahren Vreden verlassen.

Pfarrhaus und Schwesternwohnhaus: Gemeinde verrät die Pläne für die leerstehenden Gebäude

Auch das Pfarrhaus wird abgerissen. © Victoria Thünte

Die Wohnung im Pfarrhaus wird seit dem Abschied von Guido Wachtel im Juni 2018 nicht mehr bewohnt. Der neue leitende Pfarrer Christoph Theberath ist damals nicht dort eingezogen, weil schon feststand, dass Sanierungsbedarf besteht.

Architektenwettbewerb läuft bis Dezember

„Die zuständigen Gremien haben lange darüber beraten, was passieren soll. Jetzt hat der Kirchenvorstand dem Abriss zugestimmt“, sagt Heinz Gewering. Geplant ist ein Neubau. Wie der aussehen soll, steht aber noch nicht fest. „Wir führen jetzt einen Architektenwettbewerb durch“, so Heinz Gewering.

Acht Architekten werden bis Mitte Dezember Entwürfe erarbeiten. Vorgaben gibt es dafür nicht viele. „Uns ist vor allem wichtig, dass sich das neue Gebäude in das historische Umfeld einfügt“, meint Pfarrer Christoph Theberath. Das Grundstück ist quasi eingerahmt von Stiftskirche, Georgskirche, Matthiashaus, Walberthaus und Stadtgraben.

„Wir müssen hier also sowohl den wichtigen und historischen Ort berücksichtigen als auch die Finanzen“, macht Heinz Gewering deutlich. Eine Summe kann er noch nicht nennen, schließlich gibt es noch keine Entwürfe.

Archäologische Arbeiten im „historischen Boden“

Im Neubau sollen zum einen zwei Wohnungen und ein kleines Gästeappartment entstehen. Dann wird auch Christoph Theberath dort einziehen. Zum anderen sind auch Büros für die zentrale Verwaltung geplant. „Die Öffnungszeiten in den Dörfern werden aber weiterhin beibehalten“, so der leitende Pfarrer.

Einen Zeitpunkt, wann die Arbeiten beginnen sollen, kann Heinz Gewering noch nicht nennen. Es soll aber wenn irgendwie möglich im kommenden Jahr losgehen. Im Zeitplan werden dann auch Zeiträume für archäologische Arbeiten berücksichtigt. „Wir haben hier einen historischen Boden mit über 12 Jahrhunderten Kirchen- und Baugeschichte. Da wird man sicher noch das eine oder andere finden“, meint Christoph Theberath.

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