Patient oder Besucher hat das Coronavirus wohl ins Krankenhaus gebracht

dzSt.-Marien-Hospital

Vermutlich hat ein Patient oder ein Besucher die Corona-Infektion in das Vredener Krankenhaus getragen. Auf ein Fehlverhalten deute momentan aber nichts hin, heißt es vom Klinikum.

Vreden

, 20.10.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Vredener Krankenhaus wurden drei weitere Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Das Klinikum Westmünsterland teilt am Dienstagvormittag mit, dass sich ein internistischer Patient und zwei Mitarbeiter aus der Pflege infiziert haben.

Bereits am Montagabend wurde bekannt, dass es in dem Krankenhaus fünf bestätigte Corona-Infektionen gibt. Am Dienstag lagen weitere Ergebnisse des großflächigen Tests vor. Damit steigt die Zahl der infizierten Personen auf insgesamt vier Patienten und vier Mitarbeiter.

Mitarbeiter und Patienten werden nun alle drei Tage getestet

Die erste Testreihe sei nun komplett ausgewertet, sagt Pressesprecher Tobias Rodig am Dienstagnachmittag. Doch es werden weitere Tests folgen. Denn alle Patienten und Mitarbeiter des Vredener Krankenhauses sollen nun alle drei Tage auf das Coronavirus getestet werden. „So wollen wir verhindern, dass sich das Virus unerkannt weiter ausbreitet“, erklärt Tobias Rodig.

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Diese Maßnahme wurde am Dienstag mit dem Gesundheitsamt abgestimmt und gilt bis auf Weiteres. Gemeinsam haben die Akteure zudem entschieden, dass eine Station erst einmal „leerlaufen“ soll. Die Patienten dort werden zu Ende behandelt, doch bis nicht alle von ihnen entlassen sind, werden keine neuen Patienten auf diese Station aufgenommen. „Wir haben festgestellt, dass sich das Infektionsgeschehen auf eine Station konzentriert“, erklärt Tobias Rodig diese Maßnahme.

Keine Hinweise auf Fehlverhalten von Mitarbeitern, Besuchern oder Patienten

Eine konkrete Antwort darauf, wie das Virus ins Krankenhaus gekommen ist, kann er am Dienstag aber nicht geben. „Aktuell ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass die Infektion durch einen Patienten oder einen Besucher in Krankenhaus getragen wurde. Das sind genau die Situationen, die wir durch unsere hohen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen vermeiden möchten.“ Auf ein Fehlverhalten eines Patienten, Besuchers oder Mitarbeiters weise momentan aber nichts hin.

Sind also vielleicht einfach das Hygienekonzept und die Vorschriften nicht ausreichend? Dem widerspricht Tobias Rodig: „Unsere Schutzmaßnahmen sind sehr hoch. Doch damit können wir das Risiko einer Übertragung nur minimieren. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es leider nicht.“ Zu den Vorgaben gehört das konsequente Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes, ein eingeschränktes Besuchsrecht und regelmäßige Tests bei Patienten.

Infizierte Patienten auf Isolierstation in Ahaus verlegt

Bei einem solchen Routinetest ist am Freitag die erste Corona-Infektion aufgefallen. Die Frau wurde im Rahmen der Entlassung getestet. Ob sie sich während des stationären Aufenthaltes angesteckt hat oder schon bei der Aufnahme infiziert war, steht nicht fest.

Nach Angaben von Tobias Rodig werden zwar alle Patienten vor der Aufnahme getestet. „Leider bietet allerdings selbst ein negativer Test keine hundertprozentige Sicherheit, dass der Patient nicht Träger des Virus ist. Zum Beispiel, wenn die Viruslast zum Zeitpunkt des Tests noch zu gering für einen Nachweis ist.“

Nach diesem ersten positiven Testergebnis wurden mehr als 70 Mitarbeiter und Patienten getestet. Am Montag lagen bereits fünf positive Testergebnisse vor, am Dienstag folgten drei weitere. Die betroffenen Patienten wurden auf die Isolierstation in Ahaus verlegt, die infizierten Mitarbeiter befinden sich in häuslicher Quarantäne. Nicht betroffen ist laut Pressemitteilung weiterhin die Geriatrie.

Das Besuchsverbot und der Aufnahmestopp sollen wie geplant bis einschließlich Mittwoch, 21. Oktober, gelten. Bei etwas weniger als 20 Patienten wurde deswegen eine Behandlung verschoben oder in anderen Krankenhäusern – vor allem in Ahaus – durchgeführt. Ambulante Termine in der Rheumatologie, im Gesundheitszentrum sowie in der Praxis von Dr. Schmitt können wie gewohnt wahrgenommen werden

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