Elke Lensker, Felix Lensker und Gerrit Weddewer (v.l.) eröffnen in der Vredener Innenstadt ein Geschäft für Kunst, Seminare und Digitalisierung. © Welf
Innenstadt

Neueröffnung in der Vredener Innenstadt: Von Kunst bis Digitalisierung

Das Unternehmen Welf zieht in das leere Ladenlokal zwischen Eisdiele und Schuhgeschäft in der Vredener Innenstadt. Das Konzept ist vielseitig und bindet auch andere Händler in der Innenstadt mit ein.

Kunst und Digitalisierung, Geschenke und Seminare, Gewürze und Ausstellungen: In der Vredener Innenstadt eröffnet bald ein neuer Laden mit außergewöhnlichem Konzept. Dahinter steckt das Unternehmen Welf mit Elke Lensker, Felix Lensker und Gerrit Weddewer.

Das Ladenlokal an der Wassermühlenstraße zwischen Eisdiele und Schuhgeschäft stand lange leer. In den letzten Wochen haben die drei Unternehmer dort gewerkelt: Wände gestrichen, Fußleisten ersetzt, Regale geputzt. Entstanden sind mehrere Bereiche für die unterschiedlichen Aspekte des Konzeptes.

Im vorderen Bereich des Ladenlokals werden vor allem kleine Kunst-Objekte zum Kauf angeboten.
Im vorderen Bereich des Ladenlokals werden vor allem kleine Kunst-Objekte zum Kauf angeboten. © Welf © Welf

Im vorderen Teil werden Dinge zum Kauf angeboten. Handgemalte Postkarten von Elke Lensker, Geschenksets mit dem Motto „Kunst und Genuss“ und kleine Deko-Objekte stehen zurzeit zur Auswahl. Hochwertige Leinwände, Künstlerfarben und Stifte für Kalligraphie sollen noch kommen. „Alles für den kunstkreativen Bereich“, beschreibt Elke Lensker die Auswahl.

Zusammenarbeit statt Konkurrenz in der Vredener Innenstadt

Ganz bewusst wollen die drei in der Innenstadt niemandem Konkurrenz machen, deswegen wird es zum Beispiel keinen Schülerbedarf geben. „Davon haben wir ja nichts. Wir wollen im Gegenteil lieber mit den anderen Händlern zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen“, sagt Felix Lensker. Deswegen bieten sie zum Beispiel auch Gewürze von einem befreundeten Koch, Wolle von Verwandten und Werke des Vredener Vereins „Mit Hand und Herz“ an.

In dem offenen Galeriebereich sollen verschiedene Ausstellungen stattfinden, die Besucher der Innenstadt kostenlos anschauen können.
In dem offenen Galeriebereich sollen verschiedene Ausstellungen stattfinden, die sich Besucher der Innenstadt kostenlos anschauen können. © Welf © Welf

Ein Regal um die Ecke soll bislang unbekannteren Künstlern eine Plattform bieten. „Sie können hier ausstellen, es muss auch keine gemalte Kunst sein“, sagt Felix Lensker. Seine Mutter Elke Lensker ergänzt: „Gerne auch jüngere Menschen, die sich selbst gar nicht für Künstler halten.“

Über drei Stufen geht es von hier aus hinauf in den offenen Galeriebereich. An den weißen Wänden hängen die farbigen Bilder von Elke Lensker. Sie setzt auf abstrakte Kunst mit knalligen Farben. In der Mitte des Raums stehen zwei Tische mit den neuesten Werken der 58-jährigen Künstlerin. „Das sind Teile aus der Brandruine von Wefapress“, erklärt sie ihre Skulpturen. Die verkohlten und verbogenen Metallteile hat sie in einen neuen Kontext gesetzt und mit anderen Materialien kombiniert.

Die neuesten Werke der Künstlerin Elke Lensker bestehen aus Teilen der Brandruine von Wefapress.
Die neuesten Werke der Künstlerin Elke Lensker bestehen aus Teilen der Brandruine von Wefapress. © Welf © Welf

Eintritt bezahlen die Besucher für diese Ausstellung nicht. Sie gehört zum Konzept des offenen Ladenlokals. Sie können aber die Werke von Elke Lensker kaufen oder ab zehn Euro pro Monat mieten. „Bei dem Miet-Modell kann man die Bilder jederzeit austauschen und so je nach Jahreszeit anders dekorieren“, erklärt Elke Lensker. Auf Dauer sollen in dieser Galerie auch andere Künstler ihre Werke zeigen können.

Beratungen, Fotostudio und Seminare im Kellergeschoss

Im Keller des Ladenlokals findet die eigentliche Arbeit des Unternehmens Welf statt. Die drei Gesellschafter haben sich darauf spezialisiert, andere Unternehmen in Sachen Digitalisierung zu beraten. „Der stationäre Handel wird nie ganz verschwinden. Aber um zukunftsfähig zu bleiben, müssen Händler ihre Waren online und stationär anbieten“, sagt Felix Lensker. In dem großen Kellerraum gibt es deswegen auch ein Fotostudio. Hier machen Felix Lensker und Gerrit Weddewer zum Beispiel Produktfotos für Online-Shops oder Social-Media-Seiten.

In dem Keller soll aber noch mehr passieren. Elke Lensker möchte unter anderem Kunst-Seminare anbieten. Aber auch hier soll die Nachbarschaft eine große Rolle spielen. Andere Händler sollen die Fläche für eigene Seminare nutzen können.

Wie genau das alles in der Praxis aussieht, wird sich noch herausstellen. Die Eröffnung ist für den 21. August geplant. Da alle drei noch einen anderen Hauptberuf haben, werden die Öffnungszeiten zunächst überschaubar sein: mittwochs und freitags nachmittags und samstags morgens, ansonsten nach Absprache.

Die Neueröffnung ist Teil des Förderprogramms des Landes. Dadurch zahlen die neuen Mieter nur 20 Prozent der ursprünglichen Miete. „Ohne diese Förderung wäre das alles nicht möglich“, sagt Elke Lensker.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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