Das Wochenendhausgebiet Seerose in Ellewick soll nach Wunsch des Eigentümers erweitert werden. © Markus Gehring
Wochenendhausgebiet

Neuer Eigentümer der „Seerose“ möchte weitere Wochenendhäuser bauen

An zwei Stellen im Wochenendhausgebiet Seerose in Ellewick möchte der neue Eigentümer erweitern. Im Ausschuss wurde über kritische Themen wie Infrastruktur und Dauerwohnen diskutiert.

Das Wochenendhausgebiet Seerose in Ellewick soll wachsen. Das wünscht sich der neue Eigentümer. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss hat die Pläne durchaus wohlwollend aufgefasst, aber auch auf einige Probleme aufmerksam gemacht.

In der Sitzung stellte Architektin Mareike Olbers die Ideen vor. „Wenn man Ferienwohnungen gut vermarkten will, muss man etwas Besonderes bieten“, sagte sie. Das Gebiet Seerose mit seiner Lage direkt am Wasser würde deswegen viele Vorteile für die Urlaubsarchitektur bieten.

Das Wochenendhausgebiet Seerose: Auf den leeren Teilstücken oben rechts und unten in der Mitte plant der neue Eigentümer weitere Häuser.
Das Wochenendhausgebiet Seerose: Auf den leeren Teilstücken oben rechts und unten in der Mitte plant der neue Eigentümer weitere Häuser. © Geodatenatlas Kreis Borken © Geodatenatlas Kreis Borken

Im nordöstlichen Bereich der Siedlung möchte der Eigentümer neun Häuser direkt am See platzieren. Dagegen gab es in der Sitzung allerdings sofort Einwände. „Drei dieser Häuser befinden sich nicht im Bereich des Flächennutzungsplans“, sagte Joachim Hartmann, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung. Damit dieser nicht angepasst werden muss, sollten sich die Planungen an dieser Stelle auf sechs Häuser konzentrieren.

Im südlichen Teil der Siedlung, zwischen den bestehenden Häusern, sind fünf neue Häuser entlang der Straße vorgesehen. „Es sollen hochwertige Gebäude werden. Viel Holz, nachhaltig, große Fenster, sodass ein schöner Ausblick ermöglicht wird“, sagte Mareike Olbers.

Häuser mit maximal 75 Quadratmetern Grundfläche

Drei verschiedene Größen sind geplant. In der größten Variante mit zwei Schlafzimmern könnten bis zu sechs Personen übernachten. Maximal 75 Quadratmeter Brutto-Grundfläche sollen diese Häuser haben. Das entspricht dem derzeit gültigen Bebauungsplan.

Dieser wurde im Jahr 2005 angepasst, nachdem die Stadt festgestellt hatte, dass ein Großteil der Gebäude in dem Gebiet deutlich zu groß gebaut worden war. Vorher zulässig war nämlich nur eine Grundfläche von 56 Quadratmetern. Diese Grenze überschritten jedoch 84 von 130 Häusern. Elf Gebäude lagen sogar schon damals über den heute zulässigen 75 Quadratmetern.

Dauerwohnen sehen die Politiker als Problem

Zu diesem Zeitpunkt wurde zudem über das Problem der Dauerwohner diskutiert. In dem Bebauungsplan heißt es ausdrücklich: „Das Wochenendhausgebiet dient Zwecken der Erholung und ausschließlich dem Freizeitwohnen in Wochenendhäusern.“ Dennoch gibt es viele Eigentümer, die ihre Häuser dauerhaft bewohnen.

Joachim Hartmann sprach in der Sitzung von einer Grauzone: „Es ist ein Wochenendhausgebiet, das ist etwas anderes als ein Ferienhausgebiet. Aber das ist schwierig zu kontrollieren: Ist der nur am Wochenende da oder länger?“. Auf Nachfrage von Alfons Effing (SPD) stellte Architektin Mareike Olbers jedoch klar: „Die neuen Häuser sollen von einem Investor gebaut werden, damit sie einheitlich sind. Sie sollen ausschließlich zur Vermietung genutzt werden.“

Stephan Bengfort hatte ebenfalls eine kritische Anmerkung: „Die Betriebserlaubnis der Kläranlage läuft 2028 aus.“ Er befürchtete durch die Erweiterung deswegen weitere Schwierigkeiten. Joachim Hartmann jedoch meinte, dass es dieses Problem auch ohne die Erweiterung geben würde.

Neuer Eigentümer investiert in Infrastruktur

Zudem investiere der neue Eigentümer zurzeit massiv in die Infrastruktur der Siedlung. Das sei auch der Grund dafür, warum im Moment überhaupt eine Erweiterung infrage kommt. Denn schon 2005 wären die zusätzlichen Häuser eigentlich möglich gewesen. Doch der damalige Eigentümer weigerte sich, Geld in die Infrastruktur zu investieren.

Obwohl nun der neue Eigentümer bereits Arbeiten an der Kläranlage und den Kanälen durchgeführt hat und Sanierungen der Straßen und der Beleuchtung geplant sind, sahen die Grünen zu viele offene Baustellen. „Wir müssen erst die bestehenden Probleme lösen: Kläranlage, Dauerwohnen, Zufahrt. Die erfolgt momentan nämlich ausschließlich durch ein Wohngebiet“, meinte Gerd Welper.

Die Grünen lehnten die Pläne deswegen ab. Die restlichen Fraktionen stimmten zu, dass die Verwaltung mit dem Eigentümer über einen teilbereichsbezogenen Bebauungsplan verhandeln soll.

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Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
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