Auch im St. Marien-Hospital Borken konnten jetzt die ersten Mitarbeiter geimpft werden. Auf dem Foto: Dr. Alexander Brock (Chefarzt der Klinik für Innere Medizin) impft Ute Brunsbach (Pflegerische Leitung der Endoskopie). © Klinikum Westmünsterland
Coronavirus

Nach Impfstopp: Ab Mittwoch soll im Krankenhaus wieder geimpft werden

Für das Klinikum Westmünsterland waren die Lieferprobleme von Impfstoffhersteller Biontech eine Hiobsbotschaft. Nun geht es aber weiter – auch am St.-Marien-Krankenhaus Ahaus-Stadtlohn-Vreden.

Voller Euphorie hatte das Klinikum Westmünsterland mit seinen Standorten in Ahaus, Vreden und Stadtlohn am 18. Januar verkündet, dass nun die Corona-Impfung des Personals beginnen könne. Am 19. Januar waren die ersten Mitarbeiter der sogenannten „Kategorie 1“ an der Reihe.

Doch schnell folgte die Ernüchterung. Schon am Mittwoch, 20. Januar, musste die Notbremse gezogen werden. Grund: Lieferprobleme beim Impfstoffhersteller Biontech. Beim Klinikum zeigte man sich verärgert und überrascht.

„Endlich kann es weitergehen“

Knapp zwei Wochen später gibt es hingegen wieder gute Nachrichten zu verkünden. In einer Pressemitteilung heißt es: „Endlich kann es weitergehen. Die aufgrund von Lieferengpässen unterbrochenen Mitarbeiter-Impfungen können jetzt fortgesetzt werden.“ Ludger Hellmann, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Westmünsterland, zeigte sich erfreut: „Wir freuen uns sehr, dass nun der Zwischenstopp bei den Impfungen beendet werden kann. Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das gute Nachrichten.“

Das St.-Marien-Hospital in Borken, in dem bisher noch keine einzige Impfung durchgeführt werden konnte, hat am Montag 270 Dosen erhalten, 90 weitere sollen am Dienstag folgen. Und auch für die Standorte im Nordkreis ist Hoffnung in Sicht. „Das St.-Marien-Krankenhaus Ahaus-Stadtlohn-Vreden erhält voraussichtlich am Mittwoch 260 Impfdosen“, schreibt das Klinikum ist der Pressemitteilung. Hier waren im ersten Durchgang Mitte Januar immerhin 240 Mitarbeiter geimpft worden.

Kategorie 1 bald durchgeimpft

Mit der zweiten großen Lieferung sollen dann auch das restliche Personal der Kategorie 1 versorgt werden können. Darunter fallen die Personengruppen, die bei ihrer Arbeit einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. „Das sind bei uns zum Beispiel Mitarbeiter der Intensiv- und Infektionsstation. Aber auch das Personal der Notaufnahme“, erklärt Tobias Rodig, Pressesprecher der Klinikums auf Anfrage.

Am Mittwoch sollen in Ahaus weitere 230 Mitarbeiter ihre erste Impfdosis erhalten.
Am Mittwoch sollen in Ahaus weitere 230 Mitarbeiter ihre erste Impfdosis erhalten. © Klinikum Westmünsterland © Klinikum Westmünsterland

Geimpft wird ausschließlich im Ahauser Krankenhaus. Hier hat man eine sogenannte Impfstraße – vergleichbar mit dem Impfzentrum in Velen – errichtet. Dort gibt es verschiedene Stationen. Vor der Spritze gibt es das obligatorische Aufklärungsgespräch, anschließend die Eintragung in den Impfpass. „Das hat bisher gut funktioniert“, so Rodig.

Verimpft wird auch in diesem Durchgang ausschließlich das Präparat des Mainzer Unternehmens Biontech, welches auf „messenger RNA“ (Boten-RNA) basiert und eine Wirksamkeit von über 90 Prozent verspricht. Nachteil: Der Impfstoff muss bei minus 70 Grad gelagert werden, ansonsten verliert er schnell seine Wirksamkeit. Daher bekommt das Klinikum die Dosen immer erst kurz vor den Impfungen geliefert.

Verträge schließt das Gesundheitsministerium

Ob in Zukunft auch die Impfstoffe von anderen Herstellern wie Moderna und AstraZeneca eingesetzt werden, ist noch unklar. „Die Verträge schließen nicht wir, sondern das Gesundheitsministerium“, erklärt Tobias Rodig. Fest steht allerdings, dass Patienten durch das Krankenhaus nicht geimpft werden. Selbst dann, wenn irgendwann ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen würde. „Die Wirksamkeit baut sich erst langsam auf. Daher würde es bei jemandem, der mit einer akuten Erkrankung oder Verletzung eingeliefert wird, kurzfristig nichts bringen.“

Die Zuständigkeit läge hier auch bei der Kassenärztlichen Vereinigung. „Dennoch begrüßen wir es natürlich, wenn möglichst viele unserer Patienten sich impfen lassen. Das minimiert das Infektionsrisiko für alle.“ Aktuell behilft man sich hier mit PCR-Tests. Von jedem Patient wird ein Abstrich genommen, der im hauseigenen Labor zeitnah analysiert wird. „Wir wissen, dass es nur eine Momentaufnahme ist. Aber dieses Vorgehen gibt uns eine gewisse Sicherheit“, erklärt Tobias Rodig.

Über den Autor
1991 in Ahaus geboren, in Münster studiert, seit April 2016 bei Lensing Media. Mag es, Menschen in den Fokus zu rücken, die sonst im Verborgenen agieren.
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Johannes Schmittmann

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