Modellflieger suchen in Köckelwick neuen deutschen Meister

dzDeutsche Meisterschaft

Bei den deutschen Meisterschaften im Seglerschlepp treffen sich Modellflieger-Piloten aus ganz Deutschland. Vor allem die Stimmung untereinander macht für sie den Reiz aus.

Vreden

, 22.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Donnerstag finden auf dem Gelände des VMC Grenzflieger Vreden die 46. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Seglerschlepp statt. 29 Teams aus ganz Deutschland gehen dabei an den Start. Dass dies ein altersunabhängiges Hobby ist, zeigt sich daran, dass der jüngste Teilnehmer erst 13 Jahre alt ist. In Führung nach dem ersten Wettkampfflug lag ein 79-jähriger Sportler. Die meisten Piloten reisten schon am Wochenende vorher in Vreden an und übernachteten in ihren Wohnwagen am Gelände der Grenzflieger, so konnten sie die Möglichkeit nutzen und an jedem Tag schon mal zwei Probeflüge in der unbekannten Umgebung starten.

Keine Trainingspause

Vom Bodensee kam Rolf Rausch nach Vreden. Er ist begeistert davon, welche Möglichkeiten den Piloten in Vreden zur Verfügung stehen. „Wir können hier von Morgens bis Abends trainieren und haben nicht einmal in der Mittagspause ein Flugverbot, das kenne ich so von den meisten anderen Plätzen gar nicht.“ Schon seit seiner Kindheit ist er dem Modellbau verfallen. Angefangen hat es mit dem Modellflug im Freiflug, dann kam die erste Fernsteuerung hinzu und mittlerweile nimmt er zum 36. Mal an den deutschen Meisterschaften teil. „Der Seglerschlepp hat es mir angetan, weil dies ein Mannschaftssport ist. Jeder Pilot fliegt zwar sein eigenes Flugzeug, aber es muss alles im Team abgesprochen werden, und man trainiert auch viel gemeinsam.“

Die Seglerschleppflieger sind wie eine große Familie, die sich im Laufe des Jahres bei verschiedenen Veranstaltungen trifft. Bis zum Beginn der Veranstaltungen übernehmen die Camper eigenständig ihre Verpflegung. „Da sitzen wir mit 26 Personen zusammen und bereiten uns zusammen das Abendessen vor. Meist sind die Männer für die Zubereitung zuständig, die Frauen kümmern sich um den Abwasch.“

Bei den Wettkämpfen selbst braucht jedes Team Unterstützung von anderen Teilnehmern. Es gibt dort aber keine Konkurrenz, sondern jeder hilft dem anderen so gut, als wäre es sein eigener Wettkampfflug.

Insgesamt starten die Piloten in sechs Durchgängen, jeweils von Donnerstag bis Samstag zwei pro Tag. Der erste Durchgang wird gelost, danach wird in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung geflogen.

Gewertet werden von den Punktrichtern verschiedene Details. Der originalgetreue Nachbau der Modelle, der gemeinsame Flug, die alleinigen Flüge der Maschinen, wie man in der Zeit bleibt und wo und wie man landet. Die Punkte werden dann addiert, der schlechteste Flug wird gestrichen, und wer am Samstagabend die meisten Punkte hat, ist neuer deutscher Meister.

Begabung und Fleiß

„Es sind schon jedes Jahr die gleichen Teams in den Top Ten,“ sagt Rolf Rausch. „20 Prozent sind Begabung und 80 Prozent Fleiß. Diejenigen, die die meiste Zeit fürs Training haben, sind am Ende auch vorne.“ Günstig ist das Hobby allerdings nicht. Die Modelle im Maßstab zwischen 1:2 und 1:4 kosten zwischen 3000 und 15.000 Euro, zusätzlich schlägt die Fernsteuerung mit 2000 Euro zu Buche. Die Maschinen wiegen bis zu 25 Kilogramm und werden hauptsächlich im Winter, während der wettkampffreien Zeit gebaut, dies dauert über 100 Stunden.

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