Carolin Gausling und Josef Willemsen © Lisa Wissing
Coronavirus

Mit Video: Impfung im Betrieb: Die Hälfte der Mitarbeiter bei Mitsubishi geimpft

Wer sich bei Mitsubishi in Vreden impfen lassen wollte, hat heute das Vakzin bekommen. Mitsubishi hat eine Aktion im eigenen Impfzentrum gestartet. Damit sind sie früh dabei, zentral zu impfen.

Die Maschinen auf dem Gelände des Unternehmens Mitsubishi sind am Mittwochmorgen im vollen Einsatz. Eine Halle weiter geht es wesentlich leiser zu: Sie wurde zu einem Schnelltest- und Impfzentrum umgemodelt. Seit 6 Uhr morgens impft Betriebsarzt Bernd Balloff gegen das Coronavirus.

Weil es eine hohe Nachfrage der Mitarbeiter gab, habe sich die Geschäftsleitung und die Personalabteilung dazu entschlossen, selbst zu impfen. Insgesamt hat das Unternehmen rund 300 Mitarbeiter. „Zuerst impfen wir unsere Kollegen aus der Produktion“, erklärt Carolin Gausling von der Personalabteilung.

Bereitschaft ist sehr hoch

Seit diesem Mittwoch, 16. Juni, ist der Betriebsarzt Bernd Balloff für Mitsubishi in Vreden im Einsatz. Die Bereitschaft der Mitarbeiter war dabei sehr hoch, wie Carolin Gausling betont. „Wir haben Anfragen versendet und die Mitarbeiter waren durchweg begeistert.“

Einige Mitarbeiter sind bereits geimpft. Für andere Unternehmen würde sie so eine Impfaktion ebenfalls empfehlen. „Das hat bei uns wirklich einwandfrei geklappt.“ Das bezieht sie auch auf die Organisation. Lediglich bei der Beschaffung des Vakzins gab es Schwierigkeiten.

Nicht nur Lieferung bereitet Sorge

Auch sie sind von den Lieferengpässen betroffen. Alle zwei Wochen bekommen die Betriebsärzte knapp 100 Dosen des Herstellers Biontech. „Eine weitere Schwierigkeit ist, dass wir auch Impfstoff für die Zweitimpfungen einplanen müssen“, erklärt der Betriebsarzt.

Dem Unternehmen ging es darum, jedem Mitarbeiter eine gewisse Sicherheit zu geben. Die Gesundheit der Mitarbeiter sei ohnehin sehr wichtig, betont Josef Willemsen, Betriebsleiter. Schon im vorigen Jahr sei eine Impfaktion gegen Hepatitis im Unternehmen gestartet worden.

Ebenfalls im eigenen Impfzentrum. Die anliegende Halle wird aber nicht nur als Impfzentrum, sondern auch als Testzentrum genutzt: Carolin Gausling selber testet dort jeden Montag und Mittwoch ihre Kollegen.

Von 36 Terminen konnten zusätzlich drei wahrgenommen werden

An diesem Tag steht für Bernd Balloff nur noch eine Impfung an. Seit sechs Uhr morgens ist er im Einsatz. Zunächst wurde ein Teil der Belegschaft aus der Nachtschicht geimpft. „Wir haben die Termine auf die Schichten verteilt, falls die Nebenwirkungen doch stärker ausfallen“, sagt Josef Willemsen.

Zu den 36 eingeplanten Terminen konnten noch drei weitere hinzugefügt werden. Mit Impfung Nummer 39 ist Jonas Abbing der letzte Kandidat für den Mittwoch. „Das war schon der Piks?“, fragte er, und sein erstauntes Lächeln ist hinter der Maske zu erahnen.

Die nächsten Termine wird es aber wahrscheinlich erst im August geben, wenn wieder genug Impfstoff vorhanden ist. Die aktuelle Lage sei aber eine kontrollierte und ruhige, sagt Bernd Balloff. Er geht davon aus, dass der Betrieb im Spätsommer durchgeimpft ist.

Die Injektion des Vakzins durch Betriebsärzte ist zudem erst seit dem 7. Juni möglich. Daher ist Mitsubishi sehr früh mit dabei, seine Mitarbeiter zentral impfen zu lassen. Früher als geplant war aber das Ende der Impfaktion für den ersten Tag, stellt Josef Willemsen fest. „Eigentlich war das Ende erst für 9.30 Uhr geplant, aber jetzt sind wir ja schon eine halbe Stunde früher fertig. Trotz drei zusätzlicher Impfungen.“

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